Sonntag, 24. Januar 2016

Kissen - gestrickt und gehäkelt

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So geht ein trüber Wintersonntag!





Der Kissenberg wächst auch wenn ich die Stricknadeln nach dem fertig gestellten zweiten Strickkissen (in dunklem Moosgrün) gegen die Häkelnadel getauscht habe. Im direkten Vergleich sind die gehäkelten Kissen viel stabiler, als die Strickkissen. Dafür sind die gestrickten eher mit Kuschelfaktor ausgestattet. Deshalb werde ich bei Kuschelkissen weiterhin auf gute, echte Wolle Wert legen. Bei den runden, auch für den Boden geeigneten Kissen, ist es dagegen wichtig, dass das Material strapazierfähig ist. Deshalb verwende ich dafür, ausnahmsweise, denn ich mag Plastik nicht so unbedingt, bevorzugt Garn mit einem hohen Anteil an Kunstfasern. Unter anderem schont das auch den Geldbeutel!






An einem trüben nassen Sonntag geht für mich die Sonne auf, wenn ich mich in meine Sessel kuscheln kann, Kaffee und oder Tee in Reichweite, etwas zum Naschen und eine gute DVD bereithalte, oder eine Freundin zum gemeinsamen Handarbeiten vorbei kommt. So kann die Nadel flitzen.


Ein wenig erschrocken war ich allerdings, als ich die neuen Preise für die Innenkissen sah, die ich bisher verwendet habe! Zum Glück hatte ich noch zwei Kissen von der letzten Lieferung übrig.

Fertig und auf DaWanda eingestellt.










Nun geht es erst einmal ein wenig nach draußen. Nachschauen was die Vögel zu ihrem neuen Futterhaus sagen zwitschern. Gestern, am Tag 1 nach dem Aufstellen, war die Irritation sehr groß - Ungetüm in der Einflugschneise. Heute morgen saß dann doch die eine oder andere Meise im Futterhaus. Hauptsache Futter!



Mittwoch, 20. Januar 2016

Gestrickte Kissenbezüge

oder ...

Der Kissen neues Kleid leert volle Wollkörbe

Ein Schrank voller Wollpullover, von denen ich mich schwer trennen kann, und davor, daneben, oben darauf stehen die Körbe voller übrig gebliebener Wollknäuel. Klar weiß ich, dass restliche Wollböppel gegen Kassenzettel oft zurück gegeben werden können. Manchmal nutze ich diesen Service tatsächlich, meist bin ich jedoch froh sie behalten zu haben. Allzuoft trenne ich das erste Strickwerk wieder auf und mache was anderes daraus. Dann bin ich froh über die Reste.
Nun sind wieder einmal alle verfügbaren Körbe voll. Es kullert aus allen Ecken und Enden wenn der Kater auf seinen morgendlichen Spritztouren quer durch die Wohnung dem Aufbewahrungssammelsurium zu nahe kommt.
Viele Jahre brachte ich bei jedem Viel-zu-viel-Status der Wollreste den ganzen Schwung in meine Schule, wo meine Kollegin und ich eine nach Farben sortierte Sammelstation eingerichtet hatten. Viele Kolleginnen beteiligten sich mit ihren Wollresten an dieser Sammlung und so lohnte sich ab und an ein Blick in die Kartons, bevor der Inhalt im Unterricht verarbeitet wurde.
Ich bin mir sicher diese Kartons existieren noch. Doch bevor ich mich auf die Suche nach ihnen mache um meine Knäuel dort einzusortieren, ging ich meinen Bestand noch einmal durch und entschied mich aus einigen Resten wieder Kissenbezüge herzustellen.
Dieses Mal sollen es keine runden Häkelkissen werden und auch keine runden Strickkissen, sondern Exemplare mit dem (den) Prädikat(en) quadratisch praktisch einfach schlicht.


Kissen #1 entstand aus den Resten von Strickwerk 2013 #4, einem braunen Alpakagarn. Die beiden Kissenplatten sind rauh rechts gestrickt, also in der Hin- wie der Rückreihe immer mit rechten Maschen.


Jede Kissenplatte umhäkelte ich vor dem Zusammennähen mit zwei Reihen fester Maschen, um, wie bei den Kindle-Hüllen, einen Eindruck von gestricktem Rand zu erreichen.


Lange überlegte ich, ob ich, oder wie ich eine Öffnung bzw. einen Verschluss in den Kissenbezug anbringen kann. Kurz bevor ich die zwei Teile einfach komplett zusammen nähte fand ich einen farblich passenden Reißverschluss noch aus DM-Zeiten zum Sparpreis von DM 2,45. ;-)


Reißverschluss von Hand eingenäht und passt, der Reißverschluss.

Für die Füllung musste ich ein zweites Kissen in den Bezug stecken, da der Bezug durch das Rauh-Rechts-Muster elastischer ausfiel als erwartet.


Inzwischen ist Kissen #2 in Arbeit, wieder aus Resten eines Pullovers, mit 50 Maschen plus 2 Randmaschen als Anschlag. Gestrickt mit Nadelstärke 5.






Dienstag, 12. Januar 2016

12 von 12 im Januar

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Tag 12 im neuen Jahr

Auch 2016, inzwischen in meinem 58. Lebensjahr, werden Wecker und ich keine Freunde. Man müsste eigentlich davon ausgehen, dass ich inzwischen lange genug in die Schule gehe um gegen 5:50 Uhr betriebsfähig zu sein. Weit gefehlt!
Tag 2 nach den Weihnachtsferien findet selbst Katerchen wenig Gefallen an dem Störenfried, der ihn aus seiner Nachtruhe holt.


Der Morgenspaziergang zur Schule, ohne Schnee, mit Schneebeeren am Weg.


Testlauf im Klassenzimmer. Zusammen mit Schülern rüste ich ein Regal um und wir bringen Rollen an. So kann es als Raumteiler schneller umgestellt werden. Hat geklappt. Morgen werden weitere Möbelrollen besorgt.


Erste Ergebnisse im Pflanzen vermehren in der Klasse von vielen "Ahhh"s und "Ohhh"s begleitet begutachtet, Grünlilien- und Geldbaumableger.



Nach acht Stunden Unterricht reif für ein wenig Soulfood - Hummus ohne alles, einfach so mit dem Löffel! Der Rest im Glas war schneller alle, als ein Foto möglich gewesen wäre. Hatte ich nötig.
Wenn andere zum Seelentröster Nutella greifen, habe ich lieber was herzhaftes auf dem Löffel. Beim Löffeln war der Nachschub in Form von kochenden Kichererbsen schon in Vorbereitung. Dieses Mal probierte ich eine Empfehlung von Ella aus, die sie auf ihrem Blog Ringelmiez beschrieben hat - die gekochten Kichererbsen pellen bevor sie püriert werden. YES! Do it!
Mein Hummus bisher ist ja schon supercremig, aber mit diesen Tipps gibt es echte superfeine Nutella-Konsistenz! Zum reinlegen. Boah ey. ;-)

Ok. Kichererbsen nach dem Kochen nackig gemacht.


Die Schalen und Häutchen meiner Kichererbsen waren etwas mehr zerkocht, als auf den Fotos von Ella zu sehen ist. In der Summe war das was von den festen Teilen abging schon ziemlich glibberig.


Aber beim Blick in das Sieb auf den gesammelten Matsch klickte es mal wieder in meinem Kopf.
Aus Matsch im Sieb wird Matsch über dem Herd - der Anfang von Kichererbsenhautpapier.


Mal sehen wie es morgen aussieht.

Neue Kichererbsen sind schon wieder eingeweicht.
Und aus dem Tiefkühler die eingefrorenen Spargelfasern vom letzten Jahr geholt.
Eins darf quellen, das andere auftauen.


Morgen geht es wieder ans Papier machen.

Katerchen wartet geduldig inmitten von Fotogedöns, wie Strahlergestänge und Kabeln, vor seiner Futterschublade: Hunger!


Hunger habe auch ich und gönne mir ein Abendessen für die Seele und die Leber:
Artischocken mit Hummus.


Zum Schluss noch eine hübsche Kleinigkeit für das Auge und das Herz, mein Weihnachtsgeschenk von meiner Tochter für meine Bilderbuchsammlung, das ich heute wieder in der Hand hatte. Wunderschöne Bilder in Sachen 'Gemeinsam sind wir stark'.


Macht's gut und noch allen ein neues Jahr mit viel Gesundheit und was man sonst noch so braucht!

12 von 12 ist eine Blogpostreihe, die Caro von "Draußen nur Kännchen" am Leben erhält. Es geht darum am 12. jeden Monats mit 12 Bilder seinen Tag zu schildern. Mehr 12von12-Geschichten im Januar 2016 gibt es hier.

Sonntag, 3. Januar 2016

Keine Vorsätze zum Jahreswechsel sind mein Vorsatz für 2016

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Vorsätze sind für die Katz'

Wieso sollte ich mir für das neue Jahr etwas vornehmen? Klappt mit dem Durchhalten selten bis nie und das Gefühl versagt zu haben sorgt für Stress. Nachdem es mit dem Vorsatz Anfang Dezember: Dieses Jahr schenken wir uns, die Großen in der Familie, nichts! wieder ordentlich schief ging - hat sich jemals jemand daran gehalten? - lasse ich die Finger von Versprechungen die eine längere Laufzeit als zwei Wochen haben.

Eine extrem kurze Laufzeit hatte meine Weihnachtsdekoration dieses Weihnachten. Bleibt sie normalerweise bis nach dem Dreikönigstag stehen, fiel sie dieses Mal einem notwendigen Großputz  zum Opfer. In zwei Kartons und einer Tasche verstaut, hoffentlich ohne Krümelkram, den ich mir vor den Feiertagen eingeschleppt bzw. eingekauft hatte, übersommert alles für das nächste Fest im Keller.



Sprichwörtlich könnte ich mir, trotz aller guten Vorsätze ohne einen Vorsatz in dieses neue Jahr zu gehen, doch noch einen Vorsatz basteln wenn ich ins Katzenklo schaue. Ein Blick hinein bzw. drumherum macht weder mich noch Katze Kater froh. Welcher Teufel hatte mich geritten, an Heiligabend beim Einkauf kurz vor Geschäftsschluss, die Marke vom Katzenstreu zu wechseln? Das ist eindeutig ein Zeichen davon zu lange nicht mehr arbeiten gewesen zu sein. Alle physikalischen Gesetzmäßigkeiten in Zusammenhang mit Kraft und Masse, Arbeit etc. scheinen so weit weg und ich kaufte dieses Zeug um jetzt den Dreck zu haben! Selber schuld, nachdem ich der Verlockung erlegen war nicht mehr so schwer schleppen zu müssen.

Ich kann jedem Halter von Hauskatzen und -katern nur empfehlen die Finger von Ultraleicht-Katzenstreu zu lassen! Es ersetzt rund um Weihnachten mindestens einen schon Anfang November geschlagenen Weihnachtsbaum, der dann zur Weihnachtszeit im warmen Wohnzimmer fröhlich vor sich hinnadelt. Jede Zimmerlüftung fegt das Nadelzeug wie Treibsand eine Parzelle weiter, von der sie dann per Wollsockenfüßen großflächig verteilt wird.
Ich hatte dieses Jahr keinen echten Weihnachtsbaum, begnügte mich mit dem siebenteiligen Kunstnadelteil aus den schwedischen Möbelhaus, den ich für Wenn-gar-nichts-mehr-geht-Zeiten im Keller stehen habe.

Falscher Baum, elektische Lichter, echtes Lametta, grauer Kater

Keine Tannennadeln im Bett, aber Katzenstreu! Oh, du fröhliche! Tolle Bescherung.
Man stelle sich einen großen Kater mit großen Pranken vor, der sein Gewicht auf dem Katzenstreu auf genau diesen vieren verteilt. Nur bildet die Katzenpfote keine ebene Fläche. Auf ihr hat der Krümelkram eine Menge Ritzen zum Verstecken. Da ist ein Kinderfuß frisch aus dem Sandkasten nichts dagegen.
Weiter im Gedankenspiel. Jede Katze scharrt wenn sie mit ihrem Toilettengang fertig ist. Ultraleichtes Katzenstreu. Muss ich mehr sagen? Ultra. Leicht. Schon mal einen kleinen leichten Ball geworfen und danach einen Medizinball? Klar landet beim Scharren einer Katze mal eine gewisse Menge außerhalb der Schüssel, aber ultraleichtes fliegt weit, sehr weit! Es scheinen auch mindestens doppelt so viele Teilchen in den Pfoten zu hängen, die dann beim Verlassen der Kloanlage auf dem Weg zum Futternapf noch kräftig abgeschüttelt werden. Diese Teile erreichen mit Schwung ultraleicht auch noch den allerletzten Winkel in der Wohnung! Bloß keine Schränke öffnen, wenn der Kater vorbeikommt. Er könnte eine Pfote heben und ein ultraleichtes Teil genau dort hinein in Bewegung setzen!!!

Ich erinnerte mich dann doch an sandige Kinderfüße in sandigen Gummistiefeln und wie Junior diese immer mit Schwung ausgezogen hat. Flugsand mit Dünenbildung im Kinderzimmer.

Nach den Feiertagen stand ich als erste Kundin im Zoohandel. Man kennt sich.
"Wie, schon wieder Katzenstreu? War was damit nicht in Ordnung?"
"Ist alle!"
"Wie? In der kurzen Zeit? Der ganze Sack?"
"Ja. Verteilt sich schnell. War ja auch ultraleicht!"
"Wie? ... ??"
Die Dame verstand die Zweideutigkeit eindeutig nicht. Aber ich ging nach dem Einkauf mit dem schwersten Streu aus dem Laden, megaschwer, fast nicht (für mich) ins Auto zu bekommen. Vom Auto in die Wohnung die Sackkarre gebraucht.

Megaschweres Katzenstreu verkürzt die Flugbahn der Teilchen enorm, verlässt Katzenpfoten schon beim Verlassen des Katzenklos, der pieksende Radius rund ums Katzenklo verringert sich. Ich hätte es wissen müssen. Es geht nichts über das Ausnutzen der Schwerkraft.

Mir kommt das Zeug nicht mehr ins Haus. Das ist eine Entscheidung und zur Not mache ich einen Vorsatz daraus, falls mir jemand über den Weg laufen sollte, der/die meint ohne ginge ja gar nicht so rund um den Jahreswechsel.

Grundsätzlich möchte ich Vorsätze nicht verteufeln. Meine Vorsätze 2012 und 2015 sind Teile meines Alltags geworden. Vorsatz 2/2015 schwächelt immer wieder, wie ich selber; wird schon werden.

Nach getaner Aufräum- und Putzarbeit lockten die Sonnenstrahlen nach draußen ins Vogelzwitscher.
Es ist alles etwas anders in diesem Jahr rund um den Jahreswechsel.
Nicht nur die Haseln blühen, auch einige Veilchen und die Zierkirschen im Stadtzentrum, und ich finde die ersten Weidenkätzchen des Jahres, am 3. Januar 2016.














Zurück zuhause bekommt Katerchen ein Leckerli von mir geworfen. Er rennt hinterher, "bremst", fängt und hinterlässt eine Bremsspur.

Ich habe vergessen zu erwähnen, dass das ultraleicht des Katzenstreus durch die Verwendung von Altpapier erreicht wird. Diese Partikel sind dunkelgrau und hinterlassen, wenn feucht geworden, Streifen beim Zusammenfegen auf glatten Böden. Chewie muss ein paar übersehene, übrig gebliebene Teilchen zwischen seine Zehen bekommen haben, die er jetzt auf das Linoleum übertragen hat.
Mein erster Gedanke: Auch ein Weg, wie die Bild-Zeitung ins Haus kommen kann!













Freitag, 1. Januar 2016

Gougères - Käsegebäck aus Brandteig

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Einer geht noch, einer geht noch rein!

Es gibt Leckereien, die auf den ersten Blick nicht so arg viel versprechen. Weil sie einfach lecker duften folgt garantiert der zweite Blick. Probiert, verführt und meist ist jeder weitere Blick ein suchender: Gibt's noch welche? Was sind denn das für Dinger?
Es sind französische Käse-Windbeutel, Gougères, fluffiges Käsegebäck aus Brandteig. Höre ich da im Hintergrund ein: "Huch! Brandteig, oje! Das bringe ich niemals hin!"? Wieso dieses allgemeine Erschrecken und der Zweifel an den eigenen Fähigkeiten? Ob es an dem Wortteil "Brand" liegt? Es wird nichts abgefackelt oder mit Hochprozentigem flambierenderweise gezündelt.
Ich habe bei Brandteig auf jeden Fall noch nie Schiffbruch erlitten, aber zu jeder anderen Teigart mindestens eine Verunglückt-Geschichte parat. Brandteig ist wirklich nicht schwierig und in süß oder salzig einfach lecker. Ein Manko gibt es jedoch, Brandteiggebäck muss frisch auf den Tisch und kann nicht am Tag vorher zubereitet werden*. Macht eh keinen Sinn, denn die Teilchen sind, kaum gebacken, meist sofort weg und keiner war's!


Das Rezept

Zutaten

125 ml Wasser
125 ml Milch
100 g Butter oder Margarine
1 Teelöffel Salz
1 Teelöffel Zucker
etwas Chilipulver

170 g Mehl

60 g frisch geriebener Käse (je würziger umso leckerer) wie Pecorino, Manchego, Bergkäse, ... **
2 Esslöffel frische gehackte Kräuter wie Petersilie, Schnittlauch, Thymian, ... ***


4 Eier

15 bis 20 g geriebener Käse
Mohn
Sesam

Geräte

Messbecher und Waage
Topf (ich nehme dazu immer eine kleine Kasserolle mit 1,75 ml Füllmenge, da ich den Stiel beim Rühren besser in der Hand habe)
Pfannenwender aus Holz (kein Rührlöffel, oder zumindest muss der Löffel zum Topfboden hin flach sein)
Rührgerät mit Knethaken
2 kleine Löffel
Backpapier


Zubereitung

Bevor ich einen Brandteig anrühre stelle ich mir die fertig abgewogenen Zutaten zurecht, habe das Rührgerät schon eingesteckt, aber die Eier noch nicht aufgeschlagen. Sonst bin ich mit Vorbereitungen eher etwas nachlässig, aber bei einem Brandteig hat sich dieses Vorgehen bewährt.

Backofen anstellen und auf 180°C vorheizen. 

Wasser, Milch, Butter oder Margarine, Salz, Zucker und Chilipulver in einen Topf geben und auf dem Herd kurz aufkochen und danach die Temperatur runterschalten. Mein Herd heizt noch so lange nach, dass ich die Herdplatte ganz abschalte. Der Topf bleibt aber noch auf der Platte.

Wenn die Butter ganz geschmolzen ist wird das Mehl auf einmal in die Flüssigkeit im Topf gegegen und nun muss kräftig, ohne Pause, mit dem Holzlöffel gerührt werden. Wenn die Masse an zu fest geratenen Kartoffelbrei erinnert nehme ich den Topf vom Herd.

Jetzt kommen die 60 g Käse und die Kräuter dazu und es muss kräftig weiter gerührt werden. Nach und nach bildet sich eine Teigkugel, die sich vom Topfboden und dem Topfrand löst - dieser Vorgang nennt sich abbrennen. (Es passiert also nichts Gefährliches in Richtung Abfackeln bei offenem Feuer!)

Viele geben die abgebrannte Teigkugel zur weiteren Verarbeitung in eine Teigschüssel. Ich bin da etwas bequem und warte drei bis vier Minuten, damit sich der Teig etwas abkühlen kann. In dieser Zeit bereite ich das erste Backblech vor, indem ich es mit einer Lage Backpapier ausstatte und ich schlage ich in aller Ruhe drei Eier in eine bereitstehende Schüssel bevor ich mit dem Teig im Topf weiter arbeite. Das reicht als Wartezeit.
Die Teigkugel etwas aufreißen, ein Ei in die entstandene Mulde geben und sofort mit dem Handrührgerät auf höchster Stufe einarbeiten. Im Anschluss auf mittlerer Stufe die anderen drei Eier einkneten bis ein glatter, zäher Teig entstanden ist.

Bei vielen Rezepten wird der Teig mithilfe eines Spritzbeutels auf das Backblech gespritzt. Mir ist das zu viel Sauerei. Ich nehme zwei Espressolöffel. Mit denen forme ich walnussgroße Häufchen, die ich im Abstand von 2 cm auf ein Backblech setze. Das letzte Mal hatte ich ca. 75 Stück. Wer größere Käsewindbeutel haben möchte kann Teelöffel zum Formen verwenden. Dann werden es ungefähr 50 Stück, doch Achtung, der Abstand der Teilchen auf dem Backblech muss etwas größer sein und die Backzeit verlängert sich.

Auf die Häufchen Käse, Mohn und Sesam streuen.

Die Gougères brauchen bei ungefähr 15 bis 20 Minuten im Backofen bis sie schön aufgegangen und goldbraun sind.


Gut auskühlen lassen, sonst fallen sie zusammen. Zuerst lasse ich sie auf dem Backblech liegen, dann dürfen sie noch eine Weile auf einem Gitterrost auskühlen. Vorsicht vor diebischen Fingern!


Erst gut ausgekühlt vertragen es die Gougères in einer Schüssel gestapelt zu werden.


Und so gingen die 75 70 Käse-Windbeutelchen auf die Silvesterfeier und 68 kamen auf den Tisch. Wir müssen einen blinden Passagier im Auto gehabt haben, anders lässt sich der Schwund nicht erklären.

Mal ein kurzer Blick hinein und man weiß warum sie Windbeutel heißen und so fluffig sind - jede Menge Luft inside!



Viel Spaß beim Nachbacken und Guten Appetit!

Ach ja, und noch alles Gute für das neue Jahr wünsche ich allen Mitleserinnen und Mitlesern!


* Nicht in Plastik eingepackt, sondern nur mit einem Tuch abgedeckt, waren die zwei, drei übrig gebliebenen Stücke von der Silvesterfeier noch am Neujahrsmittag nicht schlecht. Jetzt versuche ich es doch noch einmal mit dem Vorbacken.

** Statt geriebenen Käse verwendete ich dieses Mal die Reste vom weihnachtlichen Raclette. Dazu schnitt ich die entrindeten Raclettekäsescheiben in klitzekleine Würfel und gab dann noch den einen oder anderen Rest dazu.

*** Die Petersilie im Blumenkasten war gelb, der Schnittlauch zu weit weg im Schulgarten, keine Tiefkühlkräuter, deshalb kamen getrockneter Thymian und Majoran von der Sommerernte in die Gougères. Geht alles.