Sonntag, 29. November 2015

Mein DIY-Adventskalender nur für mich

oder ...

Vorweihnachtszeitfreude neu entdeckt!

Er hängt, mein Adventskalender, und tatsächlich macht sich bei dem Anblick ein Tränchen auf den Weg, das sich vor dem freien Fall noch eine kleine Weile in den Wimpern verfängt. Was für ein schöner Anblick!
Der Adventskalender, nicht das feuchte Auge mit dem krähenfüßig zerklüfteten Delta am unteren Augenlid, das nicht hübscher wird, wenn es mit Wasser und verflüssigtem Eyeliner gefüllt wird!


Er hängt. Allen Schwarzsehern in meinem Familien-, Freundes- und Bekanntenkreis zum Trotz klappte dieses Projekt via Internet von Merle und Undine reibungslos. (Ich hatte hier darüber berichtet.) 23 gleiche Päckchen hatte ich im Oktober/November gewerkelt, an Merle geschickt und zurück kam ein bunt gemischtes Paket. Jetzt schmücken pünktlich zum 1. Advent 24 liebevoll verpackte Päckchen, mit irgendeiner selbst hergestellten Kleinigkeit von wildfremden Leuten, festlich mein Wohnzimmer!
Woohoo!


Was bin ich gespannt, was sich alles aus den Päckchen auspacken lässt. Ich habe auch nicht gespickelt beim Aufhängen der Päckchen. "Ich schwör!", wie meine Schüler immer sagen. ;-)


Seit keine kleinen Kinder mehr in meinem Haushalt wohnen hat sich die Vorweihnachtszeit sehr verändert. Jedes Jahr verschwindet eine kleine Familientradition nach der anderen mangels Teilnehmern, nicht kompatiblen Terminkalendern und überhaupt. Es macht deutlich mehr Spaß mit Kindern Adventskränze und Weihnachtsbäume zu schmücken, Kekse zu backen und Geschenke herzustellen.
Legendär ist das Adventsgebinde als der Adventskranz schon beim Bestücken so nadelte, dass wir die Kerzen kurzerhand einfach auf ein altes Tablett pappten. Da die vier Kerzen so alleine standen sammelten meine zwei kids alle zu findenden Kerzen in der Wohnung zusammen und pappten sie dazu. Ein tolles Sammelsurium mit der Option für beide jeden Tag mindestens eine neue Kerze anzünden zu können, nicht nur an den Adventssonntagen. Nachteil dieser Anordnung war jedoch, dass sich manche Kerzen durch die Wärmeentwicklung bogen, andere brandgefährliche Kooperationen mit Nachbarn bildeten,  plötzlich an einer Kerze zwei Enden brannten und zum Schluss alles miteineinader verschmolzen war. Allerdings konnte ich die Kerzenreste en bloc am Ende der Weihnachtszeit samt Tablett entsorgen.
Auch sehr hübsch war der Weihnachtsbaum auf dem alle kleinen Plüschtiere gepackt wurden, die in Spielkisten und bei einem schwedischen Möbelhaus zu finden waren, zusammen mit einer gefühlten Tonne Watte.

Bis letztes Jahr schafften wir es im kleinsten Kreis noch den Kekse-Backtag am Wochenende vor dem 1. Advent einzuhalten. Dieses Jahr fiel diese Aktion aus und es gibt eben keine eigenen Weihnachtskekse. Nicht einmal pepparkakor, Pfefferkuchen nach schwedischem Rezept. (Nicht noch eine Träne die ihre Kurven durch die inzwischen durch Müdigkeit vertieften Furchen der Augenlandschaft mäandert!)
Dieses Jahr sieht es sogar so aus, dass es nach fast dreißig Jahren nicht einmal eine selbstgemachte Weihnachtskarte von mir an Familie und Freunde geben wird! Ich bin verflixt spät dran. Keine Idee, wie sie aussehen könnte.
Müde bin ich.

Dafür liegen Wochen an Vorbereitungszeit für die Teilnahme am örtlichen Weihnachtsmarkt mit Schülern meiner Schule hinter meiner Kollegin und mir. Im Vordergrund stand dabei unser Schulgarten und seine Nutzung über den Kochunterricht hinaus. Kräuter ernten, bündeln, trocknen, rebbeln, verarbeiten zu Tees und Kräutersalz. Obst und Gemüse ernten, waschen, putzen, verarbeiten zu Trockenobst, Gelees, Marmeladen und Gemüsebrühe. Daneben entstanden wieder viele gesägte Sterne, Vogel- und Futterhäuser, und vieles mehr.


Es ist immer wieder herrlich die glücklichen Kinder zu sehen wenn sie ihren Stern verkaufen können, wenn mein Schreikind aus der Klasse plötzlich höflich das Kräutersalz zum Riechen anpreist, eine eher schüchterne Schülerin hektisch angelaufen kommt und mir fast mit Schnappatmung verkündet: "Frau. Brinker. Da. hat. einer. 10. . . EURO! . . . in die Spendendose geworfen! Jajajajajaaaaa!" - Zwölf-/ dreizehnjährige Mädels sind ein Abenteuer!
Schöne Momente in der Vorweihnachtszeit.

Pünktlich vor dem 1. Advent verteilte ich noch mit Schülern meiner Klasse aus Ordnern und Kisten heraus die sorgsam aufbewahrten Sterne auf Fenster, Wände und Decken im Schulhaus. Die Sternenketten im Treppenbereich hingen dieses Jahr in Rekordzeit!

Nach fünf Tagen Weihnachtsmarkt reicht es mir eigentlich schon mit Weihnachten. Montag muss noch gesichtet werden was nicht verkauft wurde, alle Marktutensilien müssen einen vernünftigen Platz finden, Werkzeuge, Kisten und Kartons aufgeräumt werden. Ich habe die Hoffnung auf ein paar Tage Schulbetrieb ohne Sonderprogramm.
Müde bin ich.
Doch da liegt noch das Paket, das in dieser Woche ankam. Das Paket mit meinem Adventskalender, (m)ein DIY-Adventskalender nur für mich!!!

 
Ich raffe mich auf um es mir selbst doch auch ein wenig weihnachtlich zu machen. Dazu hole ich meine Advents-Deko-Kiste aus dem Keller und überlege mir auf dem Rückweg, wie ich die Päckchen anordnen könnte. In der Zwischenzeit hatte es sich Katerchen natürlich schon wieder gemütlich gemacht um mir im Anschluss beim Sortieren der Päckchen "zu helfen".



 
Baustrahler sei Dank reichte dann das Licht für einigermaßen ausgeleuchtete Eindrücke des Gebindes. Mein Plan ist die frei werdenden Plätze mit Weihnachtskarten zu bestücken, falls welche kommen. Ansonsten kommen Sterne oder Engelchen an die Schnur.


 


Ich musste 57 Jahre alt werden um wieder einen Adventskalender zu bekommen!
Ich brauchte einen Adventskalender um ein wenig zur Besinnung an diesem 1. Advent zu kommen.
Vielen Dank an Merle und Undine für eure Mühe!!

Eine schöne Adventszeit wünsche ich euch!






Sonntag, 22. November 2015

Adventskranz in the Box

oder ...

DIY-PopUp-Advents-Kleinigkeit für Papierbastelfreunde

Eine Fundsache auf Pinterest hatte mich schon im Sommer fasziniert und nun habe ich sie, passend zur Jahreszeit, ausprobiert - ein in der Box versteckter Adventskalender zum Auffalten nach einer Idee von lovelymade!








Auf der Seite von lovelymade gibt es einen Link zu einer perfekten Anleitung, die als PDF heruntergeladen werden kann.

Für begeisterte Papier-Schnippel-Klebe-Werker mit geeignetem Werkzeug, wie Schneidemesser, Kreisschneider, Falzbein, Stanzen und gutem Kleber, passt die Herstellung von diesem Adventskalender perfekt für einen kreativen Mußeabend an einem grauen November(sonn)tag.

Ansonsten ist dieser Adventskalender einfach ein schönes Mitbringsel in der Vorweihnachtszeit. Ich habe mir überlegt, die Teelichter durch LED-Lichter zu ersetzen, damit sich diese Box auch in Krankenhäusern und Pflegeheimen verschenken lässt.





Samstag, 21. November 2015

Entlang der Costa Brava auf der Carretera Nacional N-II

oder ...

Verirrt in Barcelona!

Sechs Stunden Fahrzeit für rund 160 km sollten von Pals nach Barcelona ausreichen, selbst wenn es gebührenfrei nicht über Autovia oder Autopista gehen soll. Tollstes Wetter versprachen eine angenehme Fahrt entlang der N-II (N2), der alten Nationalstraße, die von der französischen Grenze aus über Barcelona nach Madrid führt.
Noch einmal Routensuche ohne GPS und Navi, wenig unterstützt durch unübersichtliche Straßenbeschilderung, nur mithilfe einer Straßenkarte.
Noch einmal ein Stopp in Tossa de Mar um den Parkscheinautomat zu überlisten! HA! Yes! Geschafft!
Noch einmal durch schmale Straßen stromern, altes Gemäuer bewundern.
Noch einmal Küste und Meer sehen und spüren, bevor es nachhause geht.
Noch ein letztes Gläschen Rosado, gemütlich, in der Sonne mit Blick aufs Meer.
Noch ein Fläschchen Wasser mit einer Tüte Chips, vom Discounter, am Strandweg vor Bardalona.
... und dann ...
Noch geschafft, gerade so, das Auto abzugeben und die Tasche aufzugeben!
Noch ein Glas Becher Wein mit Blick auf die letzten Passagiere vor mir in der Warteschlange kurz vor Boarding-Schluss auf dem Flughafen El Prat.
Ein Abenteuer.

Von Pals über Sant Feliu de Guixols nach Tossa de Mar - total entspannt

Ohne Worte.








Getting lost in Barcelona

Mit Worten.

Im Sachen verlieren und sich verirren bin ich Profi. Meine Kinder können Geschichten darüber erzählen! Häufig komme ich damit ganz gut zurecht, finde immer mein Ziel, nutze dazu Kreativität oder den Sonnenstand und habe auf den Umwegen einige richtig schöne Plätzchen entdeckt.

Getting lost is not a waste of time!

Unvergesslich sind meinen Kindern Irrfahrten in England, vor allem eine in London.
Wir waren unterwegs zu meinem Bruder und seiner Familie, die in dieser Zeit in Streatham, im Südwesten Londons wohnte. Bei der Anreise verfehlte ich auf einer der Umgehungstraßen eine Abfahrt und landete irgendwann spätnachmittags zur Feierabendzeit am Crystal Palace. Das wäre mir nicht passiert, wenn ich die Straßenkarte beim Auto packen in der Garage zuhause nicht von hier nach dort gepackt und zuletzt liegen gelassen hätte. Orientierungslos rief ich meine Schwägerin an, in der Hoffnung sie kann mir erklären wie ich von hier zu ihnen kommen kann.
Ganz so einfach war das jedoch nicht.
Selbst wenn sie ihre zwei kleinen Kinder ins Auto gepackt hätte wäre sie zu dieser Tageszeit eine gefühlte Ewigkeit für unsere Rettung unterwegs gewesen und dummerweise schloss der kleine Kiosk am Bahnhof von Crystal Palace kurz bevor ich auf die Idee kam dort eine neue Stadtkarte für London zu kaufen.
Am Ende eines weiteren Telefonats fragte ich einfach nur: "Wenn jetzt um 17:00 Uhr an meinem Standort die Sonne im Westen steht, wo liegt dann Streatham?" - Antwort: "Im Westen!"
So fuhren wir der Sonne entgegen, bis zum Untergang. Die Kinder hatten die Aufgabe nach bekannten Dingen Ausschau zu halten, was sie auch mit Begeisterung und letztlich erfolgreich taten: "Mutti! Der Park! Der Park!", "Da ist der Spielplatz!", "Der icecream shop! Bekommen wir jetzt ein Eis, weil wir den entdeckt haben?", "Sainsbury's!"! Tolle Navi-Kinder. Den Rest des Wegs fand ich dann alleine ! ;-)

Allerdings kommt an dieser besonderen Art der Stadtrundfahrten nur dann Freude auf, wenn einem kein Zeitdruck im Nacken sitzt, der Tank voll ist, man nicht in einer Sackgasse landet und es draußen noch hell ist!

In Barcelona war alles anders.
Ich war spät dran, die Sonne ging unter, der Tank war fast leer. Einzig die Sackgasse blieb mir erspart. Dafür stehe ich bei dieser Tour unverhofft an der Casa Batlló und hätte so gern einfach das Auto abgestellt und die Gegend erkundet!


Doch dazu war es zu diesem Zeitpunkt einfach zu spät.

Dieses Mal wurde Verirren anstrengend und egal was ich versuchte, es lief richtig blöd!

Es fing an als ich in Bardalona um 16:30 Uhr feststellte, die Straßenkarte mit der geplanten Route durch Barcelona fehlt! In Tossa hatte ich sie noch. Tja.
Richtig nervig wurde es als es langsam dunkel wurde.
Richtig unter Druck stand ich, nachdem ich irgendwann in einem Kreisverkehr die falsche Ausfahrt gewählt hatte, es 17:30 Uhr war, eine halbe Stunde vor Abgabetermin vom Auto am Flughafen, und ich immer noch irgendwo in den Straßenschluchten Barcelonas irgendwie im Verkehrsstrom mitschwamm. Tja.
Einbahnstraßen-Straßendschungel, mehrspurig, spärlichst beschildert und kein Piktogramm für den Flughafen weit und breit zu sehen. Tja.

Es wurde eng, verflixt eng. 

Nach einer Stunde Irrfahrt ohne ein Schild mit einem Flugzeug darauf zu sehen, das zum Flughafen leitete, endlich ein bekannter Name auf einem Verkehrsschild, "Sants", ein Stadtviertel mit einem großen Bahnhof. An einem Bahnhof stehen Taxis. Taxifahrer kennen sich aus. Rettung!
Mein Plan war ein Taxi anzuheuern um mich bis zur nächsten Tankstelle auf direktem Weg zum Flughafen eskortieren zu lassen.
OCH, NEE, Einfahrt verpasst! Ich fluchte alle mir bekannten Flüche in Rekordzeit ab, sah links von meinem Augenwinkel ein Taxi, blieb an der Ampel trotz grünem Licht stehen, ließ das Fahrerfenster runter, lehnte mich raus und signalierte hektisch gestikulierend einem Taxifahrer irgendwelche Zeichen. Irgendwie interpretierte er diese Signale total richtig als "Notstand"  (oder er wollte sich die Vorstellung, wie eine Bekloppte versuchte aus dem Fahrerfenster zu hechten, komplett anschauen), hielt auch an und blockierte damit die andere Spur.
Ich: "Airport?"
Taxifahrer: (es klang wie ...) "Huch!"
Ich: "Which way? (ich zeigte auf den Kreisverkehr) First right, second right, straight, ....?"
Taxifahrer: (es klang wie ...) "Häh?"
Ich: "Please!!! I'm lost! Airport?"
Es hupt um uns herum ohne Ende!
Taxifahrer: "Right, primera (... verstand ich nicht ... ), then bridge."
Ich: "Primera right or left (ich wedelte meine Hände)?"
Taxifahrer deutete auf meine linke Hand.
Das Hupkonzert steigerte sich. Die Ampel wurde rot! Zeit gewonnen! Ich vergewisserte mich noch einmal: Erste rechts, erste links, dann müsste eine Brücke kommen und "then easy!"
Es wurde wieder grün und unsere Wege trennten sich. Aufatmen, bis zum ersten linken Abzweig.
Nee, oder?
Gesperrt!!
Mannomann aber auch. Schnell denken. Nichts war's mit "then easy!". Ich bog die darauffolgende Straße links ab und wünschte mir schon auf den ersten Metern genau DAS nicht getan zu haben. Einspurige Straßenschlucht. Miniaturbürgersteige rechts und links.
An der nächsten Querstraße sah es rechts und links genauso aus. Also geradeaus weiter, bloß nicht abbiegen. Die nächste wieder, die darauffolgende auch, danach noch einmal, noch einmal, noch einmal und eine Ampel. Was tun? Links oder rechts? Von links hatte ich genug und nahm rechts, landete nach kurzer Zeit wieder in einer Einbahnstraße, aber zweispurig. Ein Fortschritt. Der Verkehr geriet ins Stocken. Ein Rückschritt. Aber auch die Chance die Brille herauszuholen um vielleicht ein Internetpaket zu laden, damit ich den Navi aktivieren kann, damit ich Spanien dazubuchen kann, damit ich vielleicht noch mein Flugzeug erreiche. Bloß bei dem miesen Licht nach Sonnenuntergang war diese Aktion mitten im Verkehrsgeschehen extrem schwierig zu bewerkstelligen. Dann doch lieber wieder Passanten ansprechen. Fenster runtergelassen, aus selbigem herausgelehnt und einen jungen Mann angesprochen:
Ich: "Airport?"
Er: (ein déjà-vu, es klang wie ...) "Huch!"
Es war 18:15 Uhr. Eine Viertelstunde nach Auto-Abgabetermin auf dem Flughafen. 50 Minuten vor dem Boarding. Ich war immer noch IN Barcelona!
Ich wiederholte mich: "Airport? Please!"
Der junge Mann lief dann im langsam wieder fließenden Verkehr neben meinem Auto mit, suchte nach englischen Worten, fragte dann andere Passanten, sagte dann, dass er glaubt am nächsten Kreisverkehr zu wissen, wie es weiter geht. Also packte ich den Burschen auf meinen Beifahrersitz für die nächsten 500 m. Am Kreisverkehr ging es eine der vielen Straßen links ab und mein Guide stieg aus:
Er, mit den Händen geradeaus wedelnd: "To the big circle! BIG circle! Sign airport!"
Ich: "You're sure with a sign?"
Er: "Sure. Sign. Circle. BIG!" und er macht Zeichen für einen großen Kreisverkehr. Mit jedem neuen Ansatz mir zu zeigen, wie groß der Kreisverkehr ist, wurde der Kreis größer und größer! Bevor der Kreis noch größer wurde verabschiedete ich mich von dem jungen Mann.
Der Kreisverkehr kam tatsächlich, auch das Schild zum Flughafen. Alles war wirklich groß und unübersichtlich und ich natürlich auf der falschen Spur. Was sonst?
In diesem Moment erinnerte ich mich an die Instruktionen meiner Schwägerin für den Straßenverkehr in der Londoner City: "Keine Unsicherheit zeigen! Abstand zu den anderen Autos nur so viel halten wie unbedingt nötig! Und durch! You understand? Be aggressive!". So ging ich jetzt vor, mit Blick auf das Flughafenschild, Spuren gewechselt und ab auf die Schnellstraße! Woohoo! Es hatte nicht einmal ein Auto gehupt! Licht am Horizont! Wieder ein Schild in Richtung Flughafen und eine Tankstelle.
Es wurde 18:30 Uhr. Voll getankt. Das Auto war bereit zu Abgabe. Alles wird gut, redete ich mir ein und war 18:40 Uhr tatsächlich kurz vor dem Flughafen. Fünf Minuten später hatte ich das Auto abgestellt und wartete auf die Ab- und Übergabe, langsam abatmend, dumdidumdidum, Däumchen drehend in einer Warteschlange, in der es nicht voran ging. Sollte meine Abreise im letzten Moment an der schleichend langsamen Abwicklung von der Rückgabe des Autos scheitern?
18:55 Uhr hatte ich die Reisetasche aufgegeben, ohne Wartezeit! Drei freie Schalter und egal welche Spur ich genommen hätte, ich hatte freie Bahn ein freies Band für meinen Koffer.
19:05 Uhr lagen die Sicherheitskontrollen hinter mir. Während ich mir Gürtel, Stiefel etc. wieder auf den Körper packte und meine elektronischen Utensilien zusamme entdeckte ich, dass der Bursche bei der Fahrzeugübergabe ein Papier nicht abgerissen und meine Kopie nicht abgezeichnet hatte! Puh! Noch einmal zurück? Nö. Jetzt ist's egal. Das Boarding hatte noch nicht begonnen und ich dachte mir:
"Nun ein Glas Wein! In aller Ruhe! Abschied von Spanien mit Stresssymptomen geht gar nicht!"
So beobachtete ich in Ruhe den Beginn vom Boarding meines Flugs, trank mein Weinchen, wartete geduldig den ersten "Last Call" ab, den zweiten ebenso und war trotzdem nicht die Letzte, die ins Flugzeug einstieg.  In der Zwischenzeit nahm ich mir vor, wenn ich schon mit so viel Elektonik-Schischi unterwegs bin:

"Niemals mehr durch Barcelona ohne Navi oder ähnlichem!",

obwohl ich mich kürzlich in der Karlruher Innenstadt gerade wegen der Navi-Anleitung ordentlich verfranst hatte. :D

Freitag, 13. November 2015

Tierische Nebenschauplätze unter Spaniens Sonne

oder ...

Wer guckt denn da?

Vernebelte Dogge



Und gleich noch einmal.


Gekko auf Ausschau



Nachtrag: Gekko-Suchbild (für Ute)


 Frau Möwe, alles unter Kontrolle ...


die Hotelgäste, wie Artgenossen.


Selbst die Katzen parieren auf Kommando, ...


räumen brav das Feld!


Anderer Ort, andere Katze. Keine Gäste? Freut sich die Katz'!


Ob's am Bier liegt, dass die Gäste fehlen? ;)


Schönes Wochenende!


Donnerstag, 12. November 2015

12 von 12 im November 2015

oder ...

Nur noch zwei Wochen bis zum Weihnachtsmarkt!

Das vorletzte Mal in diesem Jahr - zwölf Bilder am zwölften des Monats mit einer kleinen Geschichte zum Tagesablauf.

Guten Morgen.
Radiowecker, Handywecker, Pelzwecker.
Den ersten beiden kann ich widerstehen, aber nicht den 7,3 kg Lebendgewicht auf mir. Meine Kinder zogen mit zunehmenden Alter aus meinem Bett aus. Katerchen lebt das anders herum, je älter er wird umso mehr Überfälle gibt es in meinem Schlafbereich.

"Darf ich dich mit meinen Schnurrhaaren kraulen?"
Schule und Arbeit sind geprägt von den Vorbereitungen zum Weihnachtsmarkt in Böblingen, der dieses Jahr vom 25.11. bis 29.11.2015 stattfindet. Meine Schule wird wieder auf einem Stand vertreten sein.
Seit Wochen wird hergestellt, was das Zeug hält. Die Mengen an Tomaten aus dem Schulgarten wurden zu Tomatengelee und -marmelade verkocht - superlecker! Brombeeren, Trauben, Quitten und Äpfel wurden gespendet und alles landete appetitlich in Gläsern.
Andere Gruppen backen und nähen.
Kräuter und Blüten wurden geerntet, getrocknet, zu Teemischungen und Kräutersalz verarbeitet.
Auch heute waren meine manche Technik- und Schulgartenschüler fleißig. Viele Sterne wurden und werden noch gesägt. Daneben entstehen Apfelhäuschen für die Winterfütterung von Vögeln.








 Abfüllstation für Kräutertee.


Und die Ringelblumen, wie auch der Borretsch blühen noch immer!



Statt Laub zu rechen pflückten die lieben Kleinen lieber Blüten und spielten mit ihnen herum.


Zuhause, in den letzten Sonnenstrahlen, die letzten Tomaten auf meinem Balkon geerntet,
Novembertomaten,


und im Wohnzimmerfenster entdeckt, dass mein Weihnachtskaktus blüht.


Nachgeforscht, ob meine verschickte Adventskalender-Paketsendung angekommen ist. Ist sie!


Oh, wie schön. Das ging eindeutig schneller, als das Päckchen an meinen Sohn. Dieses brauchte drei Wochen nach Island, ohne Umweg über Irland (was wir auch schon hatten).

Apropos Adventskalender.
Über die Oktober-Ausgabe von 12von12 bin ich auf Merles Blog gelandet, in dem sie zu einem DIY-Adventkalender einlud. Was man darunter versteht und wie das funktioniert kann man hier nachlesen. Tolle Sache, dachte ich. Habe einmal darüber geschlafen, mich dann angemeldet, mitgemacht und passenderweise die "12" gezogen. :D





Schlafenzeit oder Zeit für ein wenig Muße und Muse.
Geburtstagsgeschenke genießen!
Ich bin riesig gespannt auf das Islandbuch mit Katze.



Macht's gut und gute Nacht!

12 von 12 ist eine Blogpostreihe, die Caro von "Draußen nur Kännchen" am Leben erhält. Es geht darum am 12. jeden Monats mit 12 Bilder seinen Tag zu schildern. Mehr 12von12-Geschichten im November 2015 gibt es hier.

Und an dieser Stelle ein DANKE an Caro!












Sonntag, 8. November 2015

Hoch zum Castell del Montgri

oder ...

Ein Stück Costa Brava von oben gesehen

Von den Reisfeldern in der Flussmündungsebene des Ter aus fällt das Auge immer wieder auf eine Reihe grauer Hügel, vor allem auf dem höchsten, direkt hinter Torroella. Dort oben thront unübersehbar auf dem Gipfel des Montgris der Inbegriff einer mittelalterlichen Burg - das Castell del Montgri.


Tatsächlich steht hier nur eine Burgmauer. Das Innenleben wurde nie fertiggestellt, seit rund 700 Jahren. Um zur Burg zu gelangen muss gelaufen werden, denn es führt keine Straße nach oben. Es dauert für Fußkranke, wie mich, ungefähr eine Stunde vom Ort bis auf den Berg. Leider hatte ich meine Wanderschuhe zuhause gelassen und das mitgebrachte Schuhwerk war eigentlich nicht für unebenes, steiniges Gelände geeignet. Hmm, es war ein wenig leichtsinnig, so ausgerüstet die Strecke hochzulaufen. Doch im Vergeich zu einem vor mir laufendem Pärchen war ich bestens gerüstet. Meine Stiefel an den Füßen und die Schultertasche quer getragen waren unter Garantie besser, als die Ballerinas und die Handtasche der jungen Frau. Keine Entschuldigung, beides dämlich und riskant.


Der anfangs breite Wanderweg windet sich in Serpentinen den Hang hoch und wird immer schmaler, steiler und steiniger. Irgendwann konnte ich die Burg für eine Weile nicht mehr sehen und überlegte mir lieber wieder umzudrehen und den Rückzug anzutreten.


Berghoch zu kraxeln ist wahrlich nicht so mein Ding. Das Gemsen-Gen ist bei mir rezessiv angelegt und zeigt seine Wirkung erst in der nächsten Generation, bei meinem Sohn - er klettert gerne. Ich finde Bergtouren eigentlich ätzend und genieße den Anblick von Bergformationen am liebsten von der Ebene aus, liebe die Erfindung von Zahnradbahnen und Seilbahnen. Aber nun war ich einmal zu Fuß hier oben und wollte den Rest nun auch noch schaffen. Sch...schuhwerk hin oder her.

Oben angekommen war die wunderbare Aussicht über die Bucht zwischen L'Estartit und Pals eine herrliche Belohnung, wie auch der Blick über die Ebene des Ter mit dem Reisanbaugebiet.









Und dann die Burg selbst!


Wie vorher schon gesagt besteht dieses Castell nur aus einer Mauer und vier Türmen. Der Ausbau wurde vor der Fertigstellung gestoppt. Viele hundert Jahre später, in den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts, wurde ein Turm mit einer Wendeltreppe ausgerüstet und der Wehrgang für Besucher ausgebaut.



Diesen Turm kletterte ich auch hinauf und klebte, oben angekommen, erst einmal an der Wand! Nichts für Karins mit Höhenangst! Auf mein "ups" reagierte der Partner der Ballerina-Handtaschendame: "Do you need help?" und die brauchte ich wirklich, um mich von der Wand wegbewegen zu können. Mit einer Schulter zum Festhalten klappte es mit einem Rundgang um den Wehrgang. Dank an den jungen Mann und auch an seine Freundin, dass sie mir ihren Freund ein paar Minuten ausgeliehen hat.


Der Rückweg zum Auto dauerte knapp 30 Minuten. Doch zuerst noch einmal ein Blick zurück!


Ab jetzt genieße ich wieder den Blick auf das Castell von der Ferne aus, wie hier von Els Masos de Pals aus.