Montag, 31. August 2015

Island - einmal rundherum #3


Islands Norden

Die Westfjorde verabschiedeten sich mit Regen. Am Morgen stand ich vor meinem Auto und hatte keine Chance es trockenen Fußes zu erreichen. Der Parkplatz war eine riesige Pfütze und alle Autos standen mittendrin. Es hatte in der Nacht wieder angefangen zu regnen.

Ab jetzt ging es in Richtung Osten. Kaum lagen die Westfjorde hinter mir hörte tatsächlich der Regen auf, dafür zog Nebel auf. Die Sonne kam nur ab und an als Silberscheibe am einheitsgrauen Himmel hervor. So blieb es dann die nächsten Tage, als meine Route abseits der Ringstraße 1 entlang der nördlichen Fjorde führte. In Richtung Norden entlang der Landzunge ging es bergan und rein in den Nebel. Teilweise sah man gerade einmal den übernächsten Straßenpfosten – was rechts und links der Straße wächst, kreucht und fleucht, Fehlanzeige. Kilometerweit. Richtung Süden, talwärts zur Fjordspitze gab es langsam wieder etwas zu sehen. Nicht immer. Teilweise machte sich auch in Meereshöhe der Nebel breit. So ging es mir in Hvammstangi. Super, endlich Sicht, sogar Sonne. Nettes Plätzchen und, warm eingepackt, eine Tasse Kaffee im Freien!!!, doch kaum aus dem Ort heraus war ich wieder wie in Watte gepackt.

 
Gleicher Ort, andere Stimmung - nördlich von Hvammstangi.
 
Hvítserkur im Nebel





Hvítserkur in der Morgensonne
Suchbild mit zwei Vögeln

Hunafjördur, Skagafjördur, Eyafjördur – immer genauso weiter. Dann doch lieber Regen, damit man wenigstens die Straße sieht? Den hatte ich dann auch ab Akureyri, in allen Varianten: Sprühregen, Nieselregen, Regen eben, und zur Krönung Eisregen bei der gebuchten Tour im Hochland. Askja, echt cool.
Blöd nur, wenn meinereine tags zuvor die Wanderschuhe auf dem Parkplatz vom Dettifoss (Wasserfall) stehen lässt!
Ich hatte mich nach einer kleinen Wanderung von Wasserfall zu Wasserfall – Dettifoss zu Selfoss - am Auto umgezogen. Also Regenkleidung aus und weil ich nicht mit den verdreckten Stiefeln Auto fahren wollte, diese auch gleich gegen Turnschuhe gewechselt. Dabei machte der Himmel wieder seine Schleusen auf, ich ab ins Auto und los zum Quartier – das einzige richtige Hotel auf dieser Reise.

Godafoss




Dettifoss

Selfoss


Der nächste Tag! Die Hochlandtour. Ich fuhr zum Sammelpunkt, packte meinen Rucksack: Kamera, Wechselkleidung, Proviant, warmer Pullover, Schal, Handschuhe (oben auf den Bergen liegt noch Schnee). Jetzt nur noch die Wanderschuhe anziehen, ... der Griff ging ins Leere, die Erkenntnis und das Bild vor meinem inneren Auge war so etwas von glasklar – die Teile stehen einsam und verlassen mitten auf einem Parkplatz, eineinhalb Stunden von diesem Ort!! Argh! Blöd. Blöd. Blöd!!!
Ich machte die Ausfahrt trotzdem mit. Vielleicht nicht die beste Entscheidung für meine Gesundheit und Konstanze (meine Kamera - hat dann einen Tag lang geschmollt), aber dank der Reiseleiterin habe ich doch tatsächlich zwei Tage später meine Schuhe wieder! Sie hatte die Ranger angerufen, die sich nach meinen Angaben auf dem Parkplatz umschauten und sie standen tatsächlich noch Stunden später da, wo ich sie ausgezogen hatte!


Kraterseen Askja (kalt) und Viti (warm)
Pfad zum Askja
Die Isländer meinen, es wäre der kälteste und niederschlagreichste Sommer seit 30 Jahren.

Schade. So bin ich an manchen Zielen tatsächlich vorbeigefahren, weil ich nicht einmal das Schild am Straßenrand gesehen habe.

Trotzdem ist es einfach traumhaft schön, was es an Natur zu sehen und zu erleben gibt. Zu beobachten, wie sich immer wieder die Landschaft verändert. Von West nach Ost wird es immer grüner um einen herum. Die ersten Bäume sieht man wieder und irgendwann in Richtung Akureyri kleinere Baumpflanzungen, die es schwer haben im Wind gerade hoch zu wachsen. Je grüner es wird umso mehr landwirtschaftliche Betriebe und Pferde sieht man rechts und links der Fahrbahn.
Kurz vor dem See Myvatn ändert sich dieses Landschaftsbild fast schlagartig wieder. Die Grünflächen verschwinden, Lavagestein zeigt sich, ab und an ist kaum mehr grüner Bewuchs zu sehen. Weiter nach Osten geht es stetig bergan – mal sehen was der Osten Islands mir bringt.

Akureyri




Hafen von Siglufjördur

Skulpuren am Rauda Kaffi
Muss jeder wissen, ob er hier weiter fährt! War nicht lustig für manchen PKW!



Am Hljoðaklettar - Echofelsen


Abfließender Dettifoss

Myvatn

Myvatn



Geothermie für das Naturbad am Myvatn

Geothermiewerk Krafla

Filmkulisse in "Collateral" 


Diesen Beitrag werde ich noch überarbeiten und genauere Details zur Reiseroute geben.

Dienstag, 25. August 2015

Island - einmal rundherum #2

oder ...


Westfjorde

Einmal „blood, sweat and fears“ bitte, kräftig durchgerüttelt und nichts passiert!
Sechs Tage entlang der unzähligen Fjorde, Landzungen rauf und Fjordspitzen runter gefahren. Kaum im grünen Grasgürtel entlang des Wassers angekommen und auf der Suche nach einem sicheren Platz fürs Auto, um aussteigen und fotografieren zu können, ist man schon wieder hoch oben im schroffen, kargen Hochland.
Für meine Höhenangst und mein Hasenherz waren einige Straßen in diesem nordwestlichsten Ende Islands eine Herausforderung (nicht nur) an mich selbst. Als Belohnung, haha, gönnte ich mir und dem Auto zum Abschluss der Rundfahrt in dieser Gegend noch einmal einen ganzen Tag Rumpelstrecke mit allen Zutaten:
  • Schotter
  • Schlaglöcher
  • schmal und abschüssig
  • unbefestigte Seitenstreifen
  • hohle Gassen
  • Wasserlöcher
  • eine Seite steil hoch, die andere tief nach unten
  • Steigungen bzw. Gefälle
  • Steinschlag
  • Baustellen!! – ja, die gibt es auch auf solchen Strecken!
  • ...
80 km, einfache Strecke, für ein einzigartiges Badeerlebnis „swimming on the edge of nowhere“.

Krossnes

Schwimmbäder gibt es viele in Island, selbst in kleinen Gemeinden. Auf den Westfjorden gibt es sogar das eine oder kleine Schwimmbecken, oder ein Hotpot, direkt an der Straße, gefüllt mit herrlich warmen Wasser, frisch aus der Tiefe. Das erste befindet sich in unmittelbarer Nähe der Anlegestelle von der Fähre aus Stykkisholmur. Tolle Sache bei  Außentemperaturen von unter 10°C, wie ich sie Mitte August erlebt habe.

am Barðaströnd

Tja, das Wetter in Island. Es ist und bleibt eine launische Sache und kann im Laufe des Tages mehrfach wechseln. Kann. Ich hatte allerdings drei Tage (gefühlten) Dauerregen bei 4° bis 8°C und Wind. Eine Sch...kombination, wenn man dazu noch den Openair-Reifenservice beim Bauern um die Ecke braucht und das Auto fast einen Tag lang in die Werkstatt muss. 


Hauptsache die Quartiere stimmen und wenn wenigstens der Wind aufhört, rein ins Regenzeug und nichts wie raus! Pflanzen ändern nicht ihren Standort, Vögel fliegen und futtern den ganzen Tag und für Seehunde muss man einfach ein wenig Glück, wie Geduld haben.




Dann kommen sie wieder, diese herrlichen Momente: eine Galerie in einer stillgelegten Heringsfabrik, ein kleines Café mit frisch gebackenen Waffeln, die Sonne kommt heraus, ein Regenbogen, ...

bei Latrabjarg

Blick in Richtung Patreksfjördur

Blick auf Bolungarvik

Einarshusid

Djupavik, Fotoausstellung

Djupavik, alte Heringsfabrik

Skrudur

Blick vom Dynjandi


Vieles habe ich in den wenigen Tagen nicht gesehen, nicht nur wegen wolkenverhangener Gipfel. Viel zu wenig bin ich zu Fuß unterwegs gewesen - es fehlte ganz einfach die Zeit. Ein paar Gründe mehr noch einmal wieder zu kommen.


Diesen Beitrag werde ich noch überarbeiten und genauere Details zur Reiseroute geben.

Mittwoch, 19. August 2015

Island - einmal rundherum #1

oder ...

Snæfellsnes

Wie es in Island nun einmal so ist - das Wetter macht was es will, spielt sein eigenes Spiel und muss so genommen werden, wie es eben ist. Und so ist es auch mit den Straßen. Ich bin auf jeden Fall froh über ein etwas stabileres Fahrzeug, als bei der letzten Reise. Teilweise stelle ich mir die Frage, wo denn mein Verstand geblieben war, als ich mit dem japanischen Zwergenauto Island erkundet hatte!

Die Halbinsel Snæfellsnes liegt im Westen Islands und ist von Reykjavik aus in wenigen Stunden erreichbar. Leider wurde ich mit Nebel und Regen empfangen. Kein Grund den Kopf in den Sand zu stecken, es wird schon besser werden. Es wird besser, es wird schlechter, es wird besser, ... Island eben. Mütze auf, Schal um, Pullover an, drüber und an die Füße was wasserdichtes und raus in die Natur!



Jetzt aber!
Tag 2 sieht schon viel besser aus! Keine 8°C mehr, sondern zweistellige 10°C. Die Sonne scheint und die Bewölkung wird erst einmal ignoriert!




Die Straße entlang des Gletschers Snæfellsjökull nach Olafsvik ist unpassierbar. Aber man könnte doch einfach mal bis zur Sperrung fahren ...


Kommt da ein unangenehmes Wetterchen?


Eis-Graffiti - leider im Datum geirrt!

Kurz bevor gar nichts mehr ging - Straße tatsächlich nicht mehr existent und der Regen schlägt zu, aber so was von! Ich hänge mich hinter das erste Auto, dass wieder zurück fährt.


Da hilft nur noch der Umweg um die Spitze der Halbinsel rundherum und ein Zwischenstopp in der Kaffeestube des Örtchens Rif, in der es die beste Fischsuppe gibt, die ich je gegessen habe!


Arnarstapi, Búðir und viele der anderen sehenswerten Plätze lasse ich dieses Mal bewusst aus und halte dort, wo es mir und meiner Kamera einfach so gefällt.


Der letzte Stop auf der Halbinsel ist in Stykkisholmur - im blauen Haus!



Seit diesem Jahr gibt es fish & chips am Hafen, wie es sich gehört in Zeitungspapier (mit einer Lage Butterbrotpapier dazwischen.


Zum Schluss noch ein wunderschöner Sonnenuntergang ...



... ein herrlicher Morgen der Abreise mit dem Schiff in Richtung Westfjorde.