Dienstag, 31. März 2015

Wer frisst denn da am Vogelhaus?

und ...

Platzmacher-Zwischenbilanz Ende März

Heute Morgen glaubte ich meinen Augen nicht trauen zu können, als ich aus dem Fenster schaute. Irgendetwas saß an meinem Vogelhaus, das eindeutig größer als die üblichen Besucher war, und, nach genauem Hinschauen, dort nicht hingehörte. Der Besucher - Herr oder Frau Eichhörnchen - gab sich die Ehre!


"Hey, Purzelchen! Wie bist du denn dorthin gekommen?", ging mir durch den Kopf und denke an den Kollegen, der regelmäßig an die Meisenknödel geht. Der nimmt den kurzen Weg über die Äste, hängt sich kopfüber wie der Kleiber, und futtert sich satt.


Aus Erfahrung weiß ich, dass Eichhörnchen auch mit Meisenknödeln, die an langen Stricken aufgehängt sind, gut umgehen können.

Ich habe zugesehen, wie ein Eichhörnchen vor dem Haus meiner Schiegereltern über ein quer verlaufendes Spannseil bis zu einem daran aufgehängten Meisenknödel lief. Dort balancierte es sich aus, griff die Schnur, an dem der Meisenknödel hing, holte diesen hoch, wie der Fischer sein Netz - zirkusreif - biss den Knödel ab um dann damit auf dem Seil zurückzulaufen!
Einmalige Leistung?
Nee!
Wir machten eine Testreihe daraus. Zum Schluss saß das Eichhörnchen, wenn es uns sah, schon so in den Startlöchern, dass der Meisenknödel längst geerntet war bevor wir von der Terrasse zurück im Haus waren!

Wegen ihrer Geschicklichkeit, Sieger über das Vogelfutter zu bleiben, nannte meine Schwiegermutter, die zur Rettung "ihrer" Vögel im Kampf mit Familie Eichhörnchen lag, diese nur noch "Biester". Der Rest der Familie fand die Tricks der kleinen braunen Pelze so rattenscharf, dass wir sie zu "Baumratten" umbenannten.

Als ich Jahre später mein Futterhaus vor meinen Wohnungsfenstern als "Katzenkino" für meine Kater aufhängte dachte ich nicht an Familie Eichhörnchen.
Mir ging es darum, Nachbarkater Zieschka, der als Freigänger unter anderem auf die Vögel "aufpasst", keine Ausgangsbasis zur Erweiterung seiner Sprungtechnik von unten auf das Vogelhaus zu geben. Deshalb hängt es an einer langen Schnur freischwebend in einem Baum.
Fragt nicht, wie ich die meterlange Schnur um den drei Meter über mir liegenden Ast bekommen habe!! Das ist eine Geschichte voller guter Ideen, die ziemlich oft zu meinen Ungunsten ausging, bis diese verflixte Schnur endlich an Ort und Stelle hing.

Trotz der frei schwebenden Einrichtung übernahm heute ein Eichhörnchen das Revier, wo sich sonst vor allem Meisen in vielen Varianten herumtreiben.


Obwohl alle drei Futterkammern entweder mit Plexiglas oder Drahtgeflecht abgedeckt sind, war wohl, mittels Pfote, genügend Futter aus den Ritzen zu bekommen.


Und ist der ergatterte Brocken etwas größer, geht es, dank Hinterpfotenmuskelkraft, auch Vorderpfoten-freihändig.


Schaukeln Wind und Bewegung das Vogelhaus zu sehr, dann stützt sich Meister Baumratte auf seinen Oberarmen ab.


Aber Vorsicht ...


... bevor die Schwerkraft siegt mal kurz Schwung genommen ...


Hut ab vor so viel Akrobatik!

Beneidenswert. Meinereine fällt einfach mal so und ganz blöd beim Tanken zwischen die Tanksäulen um sich grün und blau zu schlagen.

Aber es geht wieder und vor allem geht meine Aufräumbilanz weiter. Von den Zahlen her ist das Ergebnis nicht so toll wie im  Januar (179) und Februar (173), aber über 130
  • 139 Dinge, die meinen Haushalt verließen
gegenüber
  • 9 Dingen, die dazu kamen
kann man nicht meckern, finde ich.





Mittwoch, 25. März 2015

Spiralen an die Fenster

oder ...

Aus eckig wird rund

"Mir ist langweilig", gibt es nicht in meiner Klasse. Für all diejenigen, die meinen ihre Aufgaben erledigt zu haben, habe ich immer etwas zu sammeln, schneiden und zu falten. Meine Schüler machen das gerne, egal ob in Klasse 7, 8 oder 9. Auch in unerwartete Vertretungsstunden bringe ich meine Arbeitskisten mit. Momentan werden wieder Nautilus-Spiralen aus Transparentpapier gefaltet, eine Aufgabe, die der Labbé-Onlineshop fertig zugeschnitten mit Anleitung und Faltschablone anbietet.


Meine Schüler fasziniert es immer wieder, wie sich aus dem Papierdreieck Schritt für Schritt eine Spirale entwickelt.






Nicht jedes Kind schafft es immer exakt zu falten, aber das ist nicht unbedingt wichtig. Manche Spirale bekommt gerade WEIL sie nicht so genau gearbeitet wurde ihren eigenen Charakter.






Leider hängen diese Gebilde oft nicht lange im Schulhaus und von groben Kinderhänden von den Fenstern gerissen, ist das zarte Transparentpapier schnell zerstört. Deshalb laminiere ich die Spiralen, die an die Fenster im Schulhaus gehängt werden, und lasse sie mit einem schmalen Rand ausschneiden.




Diese Spirale hängt jetzt schon zum dritten Mal am Fenster, inzwischen schon etwas ausgebleicht, doch immer noch schön.
Laminiert verlieren die Spiralen etwas von ihrem leichten Charakter, doch so können sie nach der Saison abgehängt, aufgehoben und im nächsten (übernächsten) Jahr wieder aufgehängt werden. Nicht jedes Jahr ist Zeit und Muße für ansprechende Dekorationen.




Mittwoch, 18. März 2015

Noch mehr Katzenwolle

oder ...

Andere halten sich ein Schaf

Es ist kaum zu glauben wie viel Haar manche Katze (oder Hund) im Laufe ihres Lebens verliert! Was der Staubsauger nicht schafft landet unerfreulicherweise auf der dunklen Hose, dem schwarzen T-Shirt und auch schon einmal auf dem Brötchen. Meine Staubsaugerbürste verweigert seit einigen Tagen gleich ganz den Dienst. Selbst nach dem allmonatlichen Reinigungsritual - aufschrauben, entfusseln, enthaaren, abpinseln und wieder zusammensetzen - dreht sich die Bürste nicht mehr. Wieder ein Gerät, das nicht hält, was es verspricht, zum Devil aber auch! Garantie hin oder her, der Fachverkäufer wird sicher nicht erfreut sein mich wieder zu sehen. Vielleicht aber doch, denn bei der Häufigkeit, die wir uns sehen, kennt man sich ganz gut mittlerweile. Aber Freunde werden wir wohl nicht.

Dabei tu ich doch alles, damit es dem Staubsauger gut geht!

Frei nach dem Motto: 'Wehret den Anfängen!' musste Kater Harry regelmäßig unter dem Ferminator Haare lassen, damit die Staubsaugerbürste geschont werden konnte. Nachbarskater Francis kennt als langhaariger Maine-Coon diese Prozedur auch, mag diese (im Gegensatz zu Harry) ganz und gar nicht, sehr zum Leidwesen seiner Menschen. Trotzdem flockt es munter weiter aus unseren tierischen Freunden und den optimalen Staubsauger, der mich nicht ins Armenhaus bringt, habe ich noch nicht gefunden. Also muss Francis weiter gebürstet werden und was ist der Bursche ergiebig!


Hier liegen knapp 350 g kardierte Maine-Coon-Wolle, die Francis meist nicht freiwillig zur Staubsaugerentlastung und zum Wohlergehen seiner Menschen in den letzten ein bis zwei Jahren lassen musste.


Den Haufen von Hand aufzuarbeiten gab ich bald auf. Um den Nadelbelag meiner Handkarden stand es nicht zum besten und es dauerte ewig bis ein Haarbällchen entknubbelt war. Die Anschaffung einer Trommelkardiermaschine reizte mich, aber diese Geräte sind nicht unbedingt billig zu nennen. Außerdem fürchtete ich, der Kardiermaschine wird es genauso gehen, wie meiner neuen Nähmaschine. Diese wartet seit dem Kauf immer noch auf ihren ersten Einsatz.

Irgendwann kam mir im Baumarkt die Idee: Wenn man teure Maschinen bzw. Werkzeuge leihen kann gibt es diese Möglichkeit vielleicht auch für eine Karde.
Suchanfrage in Google modifiziert und im Internet tatsächlich fündig geworden. Das-Wollschaf.de macht es möglich! Knapp zwei Wochen später stand eine niegel-nagel-neue Trommelkarde bei mir ... bloß ich hatte völlig unverhofft einen zusätzlichen Kübel Arbeit über mich geschüttet bekommen und keine Zeit sie einzusetzen.

Aber jetzt!!

Trotz der Trommelkarde war es nicht einfach das Katzenhaar in Form zu bekommen. Die Maine-Coon-Fasern sind zwar deutlich länger, als die von meinen "Briten", aber sehr fein und weich. Das Zeug flutschte wo es nur konnte auf die vordere Walze und lud sich ständig elektrisch auf.



Zuletzt klappte es dann doch! Haarbällchen nach Haarbällchen landete auf der großen Nadelwalze und dann als kardiertes Vlies zuerst auf den Tisch.




Jedes Vlies ließ ich zwei Mal durch die Kardiermaschine laufen. Bei einem kleinen Teil ließ ich meinen letzten Rest Merinowolle mitlaufen. Das war eine gute Entscheidung. Das Vlies ist deutlich stabiler.


Arbeit erledigt und ich weiß immer noch nicht, was ich aus dem Material machen soll. Deshalb packte ich alle Vliese in Seidenpapier ein. Vielleicht nehme ich sie zum Filzkurs mit, zu dem ich mich im Juni angemeldet habe.


Fachkundige Kontrolle von Kater Chewie, der, zu seinem Glück, nicht so viele Haare verliert und eher selten den Ferminator an sich lassen muss.
 

Noch einmal ein Eindruck von der Menge, die ein Maine-Coon-Kater liefern kann. Die Ausbeute kann sich zeigen lassen.


Morgen wird das Gerät abgebaut, wieder eingepackt und es kann seine Rückreise antreten. Die Ausleihgebühr von 20 € haben sich wirklich gelohnt.

Dienstag, 10. März 2015

Unterwegs zum Federsee

und ...

Vorsätze wahr machen


Es ist nicht immer einfach an seinen Vorsätzen dran zu bleiben um sie wahr werden zu lassen bzw. sie durchzuhalten. So geht es mir gerade. Es gleicht einem Kampf gegen Titanen, dass nicht auch noch das letzte freie Minütchen von Notwendigkeiten gefressen wird.

Mein Jahresprojekt "Mach Platz für Neues" klappt als Selbstläufer erfolgreich einfach nebenher - Schrank auf, brauche ich nicht, weg damit. So lautet die Zahl des Monats Februar 173, denn 197 Teile flogen raus und 24 kamen dazu.

Um Vorsatz 2 steht es nicht so gut. "Tu dir was Gutes, solange du dich noch hast" scheint zu egoistisch und zu hoch gegriffen. Trotzdem ich dieses Vorhaben mit Klauen und Zähnen verteidigt habe, war ich mit dem Ergebnis im Februar nicht zufrieden, überhaupt nicht zufrieden, bis ich am letzten Tag des Monats kurz entschlossen die Notbremse zog. Obwohl ich erst zur Mittagszeit los kam und es eigentlich viel zu spät für einen Tagesausflug war, fuhr ich los, in Richtung Schwäbische Alb, durch Reutlingen und Zwiefalten und immer weiter, mit dem Ziel Federsee bei Bad Buchau.
Die Kamera im Gepäck, die Wanderschuhe im Auto, warm angezogen brauchte ich zweieinhalb Stunden ;-) etwas länger als mir der Routenplaner ausgerechnet hatte. Für mich kein Wunder! Ich habe keinen Navi, verlasse mich auf mein Gedächtnis und fahre ansonsten nach dem Sonnenstand. Das bringt mich oft an unerwartete und nette Orte und deshalb bleibe ich dabei.


Am Federsee angekommen war ich zuerst einmal verblüfft. Im Stuttgarter Raum konnte man den Frühling schon sehen und  spüren, doch hier lag noch Schnee und der See war teilweise noch mit mit Eis bedeckt. Das kümmerte jedoch die Vögel wenig. Ihnen reichten die ersten Sonnenstrahlen für Frühlingsgefühle.

Für den Rundweg von 16 km Länge war ich viel zu spät dran, das Museum ist in den Wintermonaten nur an Sonn- und Feiertagen von 10.00 bis 16.00 Uhr geöffnet und es war inzwischen 15.45 Uhr an einem Samstagnachmittag. Keine so guten Voraussetzungen aber davon ließ ich mich nicht beirren. Mir blieb der Steg zum See, was sich bei herrlichem Sonnenschein wirklich lohnte. Vor allem jetzt, außerhalb der Saison, war es herrlich ruhig und die wenigen Spaziergänger unterwegs verteilten sich.
Endlich entspannte Menschen um mich zu haben tat so gut!
Seele baumeln lassen auf einer der Bänke und Vögel beobachten, mehr brauchte ich erst einmal nicht.


Auf dem Steg zum Federsee

 
 





Auf den Eisflächen hinterlässt der Frühling auf der angetauten Oberfläche interessante Spuren.



In den schon offenen Teilen des Sees tummeln sich Blesshühner, Schwäne und Stockenten.




Auch Rotwild fühlt sich sicher in diesem Naturschutzgebiet. Obwohl sich einige Spaziergänger auf dem Steg bewegten, teilweise mit Hunden, ließ sich eine Gruppe Rehe nicht beim Abendessen stören.

 


Zum Schluss noch ein Eindruck vom Federseemuseum und als Erinnerungshilfe die Tafel am Eingang mit den Öffnungszeiten! Im Winter, von November bis Ende März, ist das Museum nur sonntags und an Feiertagen zu besichtigen.




Ein Ausflug zum Federsee lohnt sich!
Auch wenn es im März mit meinen guten Vorsätzen genau so weitergeht, wie im Februar, mir bleibt ein wunderbarer Nachmittag mit mir und meiner Kamera.