Mittwoch, 18. Februar 2015

Filzen mit Tierhaaren #7 - Heidekätzchen und Schwabenkater #2

oder

Preserve your memories


Noch immer denke ich jeden Morgen, dass Kater Harry um die Ecke kommt. Doch er wird es nicht mehr kommen, wie ich im September berichtet hatte. Was bisher blieb sind die Kratzspuren auf der Futterschublade und einiges an Tierhaaren, die er so großzügig von sich gab.
Großzügig mit seinen Haaren ist auch Nachbarkater Francis. Als er krank wurde probierte ich mich zum ersten Mal an einer gefilzten Katze, meinem ersten Schwabenkater, um seine Frau Dosenöffner zu trösten.

Eigentlich lag es nahe Harrys letzte Haare in einem Filz-Katerchen zu verewigen. Doch das konnte ich bisher nicht. Ich brauchte noch ein wenig Abstand und einen Anreiz. Den hatte ich, als ich das letzte Katzenhaar von Katzendame Joey, die 22 Jahre alt werden durfte, vor mir hatte um daraus etwas zur Erinnerung herzustellen.

Ihr Haar unterschied sich sehr von dem Haar der Kater, die ich bisher verarbeitet hatte. Harrys Fell war sehr dicht und das ausgekämmte Haar verfilzte oft schon beim Kämmen in meiner Hand. Allerdings fielen aus diesem Filz, wie von selbst, einzelne widerspenstige Haare heraus, oder machten aus gefilzten Perlen kleine Igel. Wie kleine Stacheln standen dort diese Haare heraus.

Bei dem Haar eines anderen Katers ließ sich vor allem der dunkle Teil nur filzen, wenn ich etwas Schafwolle dazu gab.

Francis' Wolle lässt sich prima filzen, doch sie verliert dabei völlig den weichen, fluffigen Charakter.

Und nun kam Joeys Wolle, die wieder ganz anders war - superweich und so vielfarbig. Leider ließen sich vor allem die Farben beim Vorbereiten des Katzenhaars nicht so retten, wie ich es mir gewünscht hatte. Zudem kämpfte ich im seifigen heißen Wasser mit dem weichen Material. Es flutschte herrlich, nur nicht so wie ich es wollte. Bis der erste Bursche sein erstes Spülbad nehmen konnte, brauchte es seine Zeit ...


... und hinterher musste noch kräftig mit der Filznadel nachgearbeitet werden, die die Körperteile an Ort und Stelle blieben.

Deshalb fing ich noch einmal an und filzte zuerst einen Korpus aus Schafwolle um darauf Joeys Haare aufzufilzen. Das gefiel den rötlichen Haaren gar nicht. Sie hielten nur wenn etwas von den grauen dazu kamen, wodurch nochmehr von der Farbigkeit des ursprünglichen Fells verloren ging. Schade.

Trotzdem, als sich die beiden dann zum Trocknen zusammenfanden, hatte ich meine Freude und meinen Spaß an ihnen.


So holte ich Harrys Wolle hervor und fing mit dem nächsten Katzentier an, der sich Stunden später zu den beiden anderen gesellte.


Die beiden Katzendamen sind inzwischen unterwegs in die Heide und der Schwabenkater trocknet am Bild des Haargebers noch in Ruhe vor sich hin.

So schlank wie Filz-Harry auf dem Foto aussieht ist er jedoch nicht. Wie am Original hängt ihm ein Bäuchlein an ;-) - kleiner Kopf, schmale Schultern, dicker Bauch, Harry eben.















Sonntag, 15. Februar 2015

Türkranz aus Samenkapseln der Herbstanemone

oder ...

Eine Metamorphose, die sich Zeit gelassen hat!




Im frühen Herbst hatte ich die Idee zu diesem Türkranz, als ich die blühenden Herbstanemonen in meinem Minigarten stehen sah. Mitte Oktober schnitt ich zur Realisation, und zur Verhinderung weiteren Wucherns dieses "Unkraut" für kleine Gärten, die verblühende Pracht.

Ich liebe Herbstanemonen und ganz besonders liebe ich die Samenkapseln.


Nach dem ersten Frost platzen diese auf und bilden hübsche, wollige Wattepuschel auf denen die kleinen Samenkörnchen sitzen. Ich dachte immer schon, daraus muss (s)ich doch was machen (lassen), so dekorativ wie diese Gebilde aussehen.


Ein Türkranz sollte es wieder werden, damit ich den Herbstkranz der letzten Jahre nicht mehr abstauben und anschauen muss.



Dazu schnitt ich von den geernteten Herbstanemonenstengeln die Samenkapseln in ca. 5 cm Länge ab.







Da ich meinen Bindedraht für Schülerversuche in der Schule hatte (wir wickelten Chromosomenmodelle) und die Munition der Heißklebepistole nicht aufzufinden war, mobilisierte ich zum befestigen der Samenkapseln meinen Möbeltacker. Das lief so ruckzuck mit dem Gerät, dass ich es nicht mehr so weit wegräumen werde.
Auf einen Strohkranz setzte ich Gruppen von zwei bis drei Samenkapseln - nicht zu dicht, denn es sollte noch Platz sein für die aufgepoppten Puschel.


So sah Ende Oktober der fertige Kranz aus, bevor ich ihn an die Tür hängte (oder nachdem ich ihn zwei Tage später wieder abgehängt hatte)!



Im schon winterlich dunklen Hausflur gefiel mir dieser Kranz schon nach kurzer Zeit ganz und gar nicht. Das Grün der Kapseln kam bei dem geringen Lichteinfall nicht richtig zur Wirkung. Es fehlte der Kontrast durch das wollige Weiß der der aufgeplatzten Samenkapseln. Ohne ein wenig frostige Kälte würde sich dieser Effekt aber nicht in einem normalen Hausflur einstellen. Deshalb schickte ich den Türkranz für einige Tage ins Tiefkühl-Sibirien.
Leider war dieser Versuch nicht so erfolgreich, wie erhofft.






Die Kapseln waren nach diesem erzwungenem Ausflug nur im Ansatz aufgeplatzt und ich war ziemlich enttäuscht. Trotzdem trennte ich mich nicht von diesem Kranz und hängte ihn auf den Balkon.

Jetzt, Mitte Februar, zeigt sich nach einigen heftigen Frosttagen, mit den ersten kräftigeren Sonnenstrahlen endlich doch der Effekt, den ich mir für diesen Türkranz erhofft hatte! Plopp!!







Manchmal lohnt sich Geduld. Gut Ding will Weile haben.

Montag, 9. Februar 2015

Herzig gepixelte Popup-Karte nicht nur zum Valentinstag

oder ...

Ein Kartengruß mit Herz, der 365 Tage im Jahr passt!

Eigentlich suchte ich nach einer Idee, wie ich meine kranken Kolleginnen mit einer Grußkarte aufmuntern kann. Gar nicht so einfach. Anfang Februar ist Karnevals- und Faschingssaison mit "Helau", "Alaaf" und "Narri-Narro". Das ist nicht jedermanns Sache und man muss damit aufgewachsen sein, um den Spaß der Sache freudig erleben zu können oder um den Ernst dahinter zu verstehen.
Im Zweifelsfall ist eine fröhliche Karnevalskarte keine gute Idee für Genesungswünsche.

Als Alternative wird in diesen Tagen DER Tag der Tage für den Süßwaren-, Geschenk- und Blumenhandel mit viel rosa und Herz angeboten:

Valentinstag.

Hmm. Ich persönlich fange wenig mit diesem Tag an. Aber ich erinnere mich an das Entsetzen einer meiner Neffen, als ich ihm erklärte noch nie eine Valentinskarte bekommen zu haben. "Auntie, never? Really never? Never?" Er war unglücklich, weil auf seinem Regal deutlich weniger Karten gestanden hatten, als bei seinem jüngeren Bruder. Ein großes Drama zwischen den damals sechs und acht Jahre alten Burschen! Ich versuchte zu vermitteln und zu trösten. Irgendwie bekam der jüngere Bruder das Gespräch mit und wollte mich auf seine stille Art trösten. Dazu schnitt und bemalte er kleine Blumen, die er mir nachts als Überraschung an meine neuen Schuhe klebte. Mir kommen immer noch die Tränen wenn ich daran denke, wie die Geschichte ausging - überhaupt nicht in meinem Interesse und schon gar nicht für little J.!

Nach Abwägen meiner persönlichen Befindlichkeiten entschied ich mich für meine Grußkarten für meine Kolleginnen für die Richtung Herz und Valentinskarte, unter Ausschluss von ROSA, obwohl ich weiß, dass eine der beiden betroffenen diese Farbe liebt. ROSA scheint in den Papiergeschäften gerade ausverkauft zu sein, <pff> und Stirn gewischt. KnallePINK war leider auch nicht im Angebot. Das hätte ich zwar genommen, doch das rote Papier finde ich nach wie vor als gute Wahl.

Im Internet recherchiert, mit Suchwort "Herz" und meinen Treffer in Bonbonfarben, inklusive ROSA, gefunden, eine Popup-Karte mit Herz.

Ausprobiert und umgesetzt zuerst in weiß ...


... in rot und weiß ...


... in rot-weiß-rot ... um dann in Wikipedia zu lesen:



"In Südafrika wird der (Valtentins)Tag auch als öffentliches Fest gefeiert. Es ist dort Brauch, Kleidung in den Farben weiß und rot für die Reinheit und Liebe zu tragen."

Prima.
Da habe ich mit der Farbwahl schon einmal keinen Fehlgriff getan. ;-)


Zudem kann ein paar Tipps weitergeben, die bei der Herstellung der Popup-Karten mit Herz hilfreich sind.

Die Anleitung von Mini eco ist auf Englisch, hübsch, mit Schneideplan als 'template', doch knapp beschrieben. Über Gamergirls gibt es eine deutsche Anleitung mit einem Schneideplan als 'gif', den ich nach Download verwendet habe.

Meine Tipps zur Herstellung

Man braucht
  • Schneidematte
  • Pergamentpapier
  • Papier mit mindestens 120 g/m2
  • Schneidemesser oder besser ein Skalpell
  • Stecknadel
  • Falzbein
  • Tesafilm oder besser Maskingtape

Zum Vorgehen
Zuerst die Schneidevorlage auf das Pergamentpapier ausdrucken.
Das Pergamentpapier mit der ausgedruckten Schneidevorlage auf das zu schneidende Papier legen und mit Maskingtape auf einer Schneideunterlage fixieren.


Die Eckpunkte der Linien werden nun mit einer Stecknadel, oder einem anderen spitzen Gegenstand, durch das Transparentpapier in das später zu schneidende Papier durchgedrückt.


Sind alle Eckpunkte durchgestochen wird das Transparentpapier entfernt. Es sind dann nur noch die Eckpunkte zu sehen.





Jetzt heißt es aufpassen, welche Verbindungen zwischen den Punkten mit dem Messer geschnitten und welche mit dem Falzbein zum falten geprägt werden!!!

Wenn alles geschnitten und geprägt ist muss vorsichtig alles in Form geschoben, gedrückt, gebogen, gefalzt werden. Das braucht Muße und ich denke, dass da jeder seine eigene Technik entwickeln muss.

Ich beginne mit dem Kartenfalz, rechts und links vom Herz. Danach falte ich die zwei oberen Herzbögen um dann langsam die Karte zusammenzufalten. Mithilfe einer Stricknadel (die lag dort gerade herum) oder einem Stift können die schmalen Streifen in die richtige Richtung dirigiert werden. Zum Schluss liegt meine Karte dann so platt da.


Die Karten für meine Kolleginnen kaschierte ich auf der Rückseite mit einem Bogen Druckerpapier und schnitt sie auf Briefumschlaggröße zu.

Als ich wieder zuhause war dachte ich mit, ich hätte die Karten einfach so lassen sollen. denn hier standen die ersten Versuchskarten noch auf meinem Arbeitstisch als Stillleben.





Und ganz zum Schluss erinnerte ich mich, dass es Zeiten gab, in denen ich als Kind Fasching und Karneval geliebt habe. Gemeinsam saßen wir am Fernseher und sahen die Übertragungen aus Mainz, Köln und Düsseldorf. Und bei einem dieser Anlässe hörte ich Ende der 1960er zum ersten Mal DAS Heilerlied von mit Ernst Neger neu interpretiert, was inzwischen Kulturgut ist:



Wer hat seinem Kind noch nicht Heile, heile Gänschen vorgesungen?
Ich schon!!
Karneval kann doch zur Gesundheit beitragen!


Sonntag, 8. Februar 2015

"Tu dir was Gutes" hat seine Arbeit aufgenommen

oder ...

Zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen

Nun hängt einer meiner Vorsätze für 2015 als nicht zu übersehende Gedankenstütze an der Eingangstür meiner Wohnung. Bleibt zu hoffen, dass ich mich daran halte.
Zumindest habe ich mich in den letzten Tagen daran gehalten, als ich mit diesem Bild beschäftigt war:
  • Ich hatte mir die Zeit zum Zeichnen genommen!
  • Spaß dabei gehabt!
  • Ins große Heulen gekommen. Viele meiner Fineliner waren eingetrocknet und von den Tuschefüllern war nur noch einer zu retten. :(
  • Einen Grund gefunden neue Farbstifte zu kaufen! :D




Erste Erkenntnisse nach dem Aufhängen:
  • Motto: nicht zu übersehen
  • Übersicht: kurz verloren, denn durch das Bild war der Türspion verdeckt. Keine gute Idee!


Mit dem Kreisschneider eine Öffnung in den unteren Teil des Bildes geschnitten und nun klappt es wieder mit der Möglichkeit zu "I spy".


Das übrige Papierstück fixierte ich erst einmal mit etwas Tape zu einer Klappe über dem Türspion um mir Zeit zu lassen zu entscheiden, ob ich die Öffnung mit der Übersicht nach draußen überhaupt abgedeckt haben möchte.




Es wurde nichts aus dem Test der Haftdauer vom Maskingtape ;-). Das Klebestück gefiel mir schon nach einer Stunde nicht mehr.

Alternative:
Mit Klebegummi kann das Papierstück fast unsichtbar auf dem Türspion befestigt werden.








Mal sehen ob dieser Reminder in der nächsten Woche Wirkung zeigt. So wie die Aussichten laut Terminkalender sind, sieht es nach Härtetest aus.



Dienstag, 3. Februar 2015

Doch ein paar Vorsätze für 2015

oder ...

Ich tu mir was Gutes!

Das Jahr hat inzwischen schon den ersten Monat hinter sich und die meisten, typischen Vorsätze zum Jahreswechsel sind wahrscheinlich Schnee von gestern. In den Fitness-Studios ist man wieder unter sich und das Verhältnis von Joggern und Hunden auf den Feldwegen stabilisiert sich zurück zu 1:2, dem Vorjahresstand.

Ich hatte mir zum Jahreswechsel für 2015 nichts vorgenommen, doch mit den ersten Tagen des neuen Jahres entwickelte sich der

Vorsatz 1:

 

Ich wiederhole mein Jahresprojekt 2012:

Mach Platz für Neues!


Ein einfaches Prinzip mit großer Wirkung und am Jahresende war meine Wohnung, der Keller und die Garage deutlich geleert und aufgeräumt.
Die Aufgabe ist, jeden Tag muss ein Stück aus dem Haushalt raus, das länger als zwei Jahre ungenutzt im Schrank liegt, die Regale verstopft oder zwecklos Kisten füllt. Von über 1000 kleinen und großen Teilen hatte ich mich 2012 getrennt. Viele Dinge verschenkte und spendete ich, manches konnte ich verkaufen. Der Mülleimer oder der Wertstoffhof waren die letzte Alternative. Bei einigen Dingen kamen mir auf dem Weg zum Mülleimer Bedenken ("Das ist doch viel zu schade!") oder Ideen zum neu verwerten.


Die erste Zahl der Neuauflage dieses Projekts ist 179!
182 Teile "zogen" im Januar aus, drei Teile zogen ein - alles dokumentiert und so komme ich zu meinem nächsten Vorsatz,


Vorsatz 2:

Tu dir was Gutes, solange du dich noch hast!


Diesen Spruch hörte ich vor Jahren von einer ehemalige Nachbarin. Ich fand ihn lohnenswert zu notieren und platzierte ihn, gut sichtbar, am Bildschirm meines Rechners, bis ich ihn verlor, ohne die Aussage umgesetzt zu haben. Nun fand ich das Post-it auf der Suche nach dem Entsorgungsstück des Tages zwischen meinen Mal- und Zeichenutensilien und wertete es als ein Zeichen!
Mein Ziel ist jeden Tag etwas kreatives für mich zu unternehmen:
  • zeichnen
  • malen
  • schneiden
  • falten
  • kleben
  • eine Ausstellung oder Galerie besuchen
Unterrichtsvorbereitung für den Kunstunterricht zählt nicht!
Stricken und Häkeln zählt auch nicht!
Nähen zählt auch nicht! Oder vielleicht doch? Ich glaube, diesen Punkt muss ich noch überdenken, vor allem weil ich meine im Sommer gekaufte Overlock-Maschine immer noch nicht ausprobiert habe! Was für eine Schande!!

Damit ich diesen Vorsatz nicht gleich wieder verwerfe und vergesse fing ich auch gleich damit an ihn zu gestalten, so groß, dass er gut sichtbar ist und nicht wieder so einfach verloren gehen kann. ;-)

Der Entwurf

Das Riesen-Post-it in Arbeit

Außerdem habe ich mir wieder eine Bahncard zugelegt und werde sie benutzen. Es gibt noch so viele Plätze, die ich gerne sehen möchte.

Die nächste große Reise kommt bestimmt.