Freitag, 31. Oktober 2014

Das Aus für meinen Filzstein-Teppich

oder ...

Ungebetene, verfressene Gäste

Tierfreund hin oder her, bei manchem Getier hört es dann aber wirklich auf! Den Regenwurm rette ich, über die Wespe wird ein Glas gestülpt damit ich sie wieder nach draußen befördern kann, Spinnen liebe ich und finde sie nur toll (die Netze sollen sie aber bitte woanders platzieren :D ), Ameisen und ihre Straßen sind einfach faszinierend, aber bei Fliegen, Mücken, Pferdebremsen hört es dann so langsam auf. Ok, Fliegen kackern eigentlich nur die Fensterscheiben voll, allerdings machen  sie Geräusche und stören den Nachtschlaf. Das ist Frevel genug um in die Klatsch-mich-Liga der stechenden Schwirrer eingeordnet zu werden. An dieser Stelle überspringe ich Silberfischchen & Co. (Yuck!) und komme zu meinem Gruselthema des Tages (Igitt!).

Die Natur hat eine wunderschöne Gattung herausgebracht, die der Schmetterlinge, und die kleine Raupe Nimmersatt war eines der Lieblingsbilderbücher meiner Kinder. Doch wie jede Gattung hat auch die der Schmetterlinge ihre schwarzen Schafe, die Motten! Egal ob in der Küche oder in der Kleidung - sie sind die Pest! Vor Jahren hatte ich mit einer Packung Grieß eine lebensmüde Abart eingeschleppt, die sich über eine Tüte Chilipulver in meiner Küche hermachte, dies überlebte und hoch errötet im Larvenstadium entlang der Küchenwände das Weite suchte!

Doch in meiner Wolle hatte ich über all die Jahre die ich stricke, spinne und nähe NIE einen Besucher der Familie Schmetterling, bis jetzt, und ich habe keine Ahnung wie diese an Lavendel, Sandelholz und anderen Gegnern vorbeigekommen sind. Hier gibt es eigentlich keine Chance für Kleidermotten trotz all der Wolle und der Stoffe um mich herum - taucht eine auf lasse ich alles stehen und liegen und kenne keine Gnade mit ihr. Klatsch und fertig! Dachte ich. Bis heute.

Heute wollte ich beginnen meine über Monate erarbeitete Sammlung an gefilzten Kieselsteinen zu einem Teppich zusammennähen. Und da lag der erste Teil meiner Filzsteine auf meinem Wohnzimmertisch.



Was mich irritierte, waren die vielen kleinen Krümel, die mit den Filzkieseln aus den Sammelbehältern rieselten. Ich ahnte ja schon einiges und setzte mir die etwas schärfere Brille auf. Pfui Teufel, was sich da bei näherem Hinsehen zeigte! Teilweise ähnelten die Filzsteine in der Struktur dem Schweizer Käse oder hatten eine zerklüftete Mondlandschaft als Oberfläche.



Bei allem Ekel setzte sich mein Forscher-Gen und die Neugierde durch. Also holte ich die Kamera heraus um das ganze Desaster zu dokumentieren, als beim fotografieren Bewegung auf den Steinen entstand! Uhh! Nein, solch einen Wurm hatte ich bisher noch nicht in Wolle gesehen!


Das wollte ich mir dann noch etwas näher betrachten und ich erinnerte mich an die DIY-Bastel-Makrolinse für mein iPhone. YES! Und ich fand es auch sofort - ist ja ein ordentlicher Haushalt, bis auf kleine Monster in und auf meiner Wolle. ARGH! Da bewegte sich das Teil schon wieder!


Irgendwie sah mein Forschungsobjekt schon interessant aus, wie ein filziger Fussel, der tatsächlich mit ein wenig Geduld sein Vorne und Hinten zeigt.


Vorne streckt sich die Larve etwas aus dem Fussel heraus, hält sich auf dem Untergrund fest und zieht den Rest dann hinter sich her.



Inzwischen weiß ich mit wem ich es zu tun habe, einer Verwandten der Kleidermotte (Tineola bisselliella), der Pelzmotte (Tinea pellionella). Die Larven der Pelzmotten spinnen sich eine schützende Röhre und tragen diese mit sich herum, das ist typisch für diese Art, was sie wie wandernde Fussel aussehen lässt. 

Ich habe mich nun von allen Naturmaterialien und Werkstücken aus meinem Arbeitseck Filz getrennt und hoffentlich nimmt keiner die Maisstrohmatten, die auch in dem Eck standen und die ich vorsorglich mitentsorgt habe wieder aus dem Müllcontainer! Leider war unter den von den Motten befallenen Rohmaterialien auch mein angefangenes Filzkaterchen und Katzenhaar von meinem verstorbenen Kater Harry.

Für heute habe ich genug vom Dasein als Forscher, Entsorger und Kammerjäger. Morgen geht es weiter. Doch zuerst werde ich wieder Tierfreund sein, also Katerchen füttern und sein "Katzenkino" (das Vogelhaus vor dem Küchenfenster) versorgen ;-) .

Dienstag, 21. Oktober 2014

Rosen im Herbst

oder ...

Herbstlaub anders verwertet


Es ist ja nicht so, dass ich die letzten Wochen wenig kreativ verbracht hätte. Ganz und gar nicht!

Es ist auch nicht so, dass ich in den letzten Wochen nicht fotografiert und Blogposts geschrieben hätte!

Es gab einfach zu vieles was im Entstehen toll aussah doch nach einmal Schlafen mich irgendwie oder überhaupt nicht mehr überzeugte um es online zu stellen.

Zum Glück gibt es Momente, die Prozesse in Gang setzen, Ideen und Gesehenes auf- und wachrufen, bündeln und einen aktiv werden lassen. So bückte ich mich heute morgen und hob einige Blätter aus dem Herbstlaub auf, weil sie mir einfach gefielen.


Ein Blatt drehte ich auf meinem Schulweg zwischen den Fingern, wodurch es etwas verkrumpelte, weiter verdreht eine schrumpelige Kugel bildete und da erinnerte ich mich an ein 'like' einer Freundin auf Facebook mit wunderschönen Bildern von Rosen aus Herbstlaub. Auf dem Weg zum Lehrerzimmer hatte ich dann meine erste Rose zusammengeknubbelt, sie zwei Kolleginnen gezeigt, sie damit begeistert und eine weitere Ereigniskette in Bewegung gebracht.

So saß ich diesen Abend und versuchte mich an Rosen aus Herbstlaub, denn eine der beiden Kolleginnen feiert morgen einen runden Geburtstag.
Zum Glück habe ich noch Kater Chewie zur Qualitätskontrolle ;-)


Jede der Rosen aus Herbstblättern benötigt mindestens drei Herbstblätter. Ich verwendete Ahorn- und eine besondere Art von Eichenblättern.



In die Blütenmitte zog ich einen Blumendraht ein um die einzelnen "Blüten" zu einer Art Stauß bündeln zu können.

Geschenk verpackt und auf diese Art herbstlich geschmückt wird der Blumenstrauß hoffentlich nicht vermisst!







 

Freitag, 3. Oktober 2014

Bohnenernte-Mandala

oder ...

Die letzte Ernte aus dem Schulgarten


Das Gartenjahr im Schulgarten meiner Schule neigt sich dem Ende zu. In der letzten Septemberwoche wurde Unkraut gezupft, gehackt und gejätet um zuguterletzt neue Erde in die Beete einzuarbeiten.
Zum Abschluss des Schulgartenjahres kochten einige Schülerinnen und Schüler aus eigenen Kartoffeln und dem letzten geerntetem Gemüse eine Suppe, während von einer anderen Schülergruppe die letzten Bohnen geerntet wurden.

Und was für Bohnen!

Keine Schnittbohnen sondern vor allem Feuerbohnen. Die dunkelroten Blüten hatten im Sommer alle begeistert. Dagegen verstanden viele nicht, warum im Spätsommer und frühen Herbst die grünen Schoten nicht geerntet wurden.
Als ich nun die erste vertrocknete Bohnenschote öffnete und das Innenleben zeigte war die Verblüffung groß: "PINKfarbene Bohnen!"




Viele geerntete Schoten müssen erst noch nachreifen bevor weitere Bohnenkerne aus ihnen befreit werden können. Und die schon gepalten Bohnenkerne müssen nun trocken. Das geht natürlich auch einfach so auf Zeitungspapier oder auf dem Teller, vor allem wenn es sich um kleine Mengen handelt.

Wenn bei mir jedoch Kleinteile auf dem Wohnzimmertisch liegen, egal ob es sich dabei um Münzen, Murmeln, Steine, Krümel ;-) ... handelt, es findet sich immer jemand der diese bewegt und irgendwann beginnt sie anzuordnen.

Zuerst standen auf meinem Wohnzimmertisch nur zwei Teller mit Bohnenkernen. In einem Korb lagen die Kastanien, die ich auf dem Schulgelände eingesammelt hatte, bevor sie zertreten werden konnten. Daneben hatte ich in einer Schüssel die kleine Ausbeute an Lavendelblüten aus meinem Miniaturgarten.

Alles trocknete zuerst formlos so vor sich hin, bis es nun s/eine Form bekam.