Sonntag, 13. Juli 2014

Ein kleiner Anzug für Mutters Handy

oder ...

So schnell geht das!


So zwischen Halbzeit und der 70. Minute im Endspiel der WM 2014 passierte zwischen Deutschland und Argentinien nichts. Kein Ball rutschte über eine Torlinie, dafür meine Leserklicks über die 100.000-Marke!!!

Na, sooo langweilig ist das Spiel nun doch nicht, oder?

Ich beschäftigte mich die Tage mit einer klitzekleinen Notwendigkeit, nachdem ich herausfand, wie meine Mutter ihr Mobiltelefon in ihre Tasche verpackt und in die tiefsten Tiefen steckt!

Alles, damit dem kleinen Teil bloß nichts passiert!

ARGH!

Ein einfaches: "Mutti, gib mir mal dein Handy. Ich will schauen, ob meine neue Handynummer eingespeichert ist!" löste eine umfangreiche Suche im Taschendschungel meiner Mutter aus. Irgendwann hatte sie ein Taschentuchbündel in der Hand, das sie mit Bedacht und Vorsicht auswickelte - es könnte ja was kaputt gehen -  und nun wusste ich warum es immer so lange dauert bis sie an ihr Handy geht, wenn man sie unterwegs anruft! (Psst, ihr nicht verraten, ich höre mein Handy meistens ganz und gar nicht! Aber ich weiß dafür, wie man zurückruft!! :D)

Nach dem Nummerncheck verpackte meine liebe Mutter wieder sorgfältig ihr Handy und versenkte es wieder in die tiefen Taschengefilde.
Handlungsbedarf! Optimierung! Stricknadeln aktiviert und dem Handy einen Anzug verpasst, im Stil der Kindle-Schlafsäcke, nur eine gute Nummer kleiner!

Mit 20 Maschen (2 Randmaschen und 18 Maschen 2re 2li) und 46 Reihen hoch entstand das Anzügle für das kleine altengerechte Mobiltelefon meiner Mutter. Sie ist glücklich, ich zufrieden, denn das kleine Teil ist schneller parat.

Kindle-Schlafsäcke im Vergleich mit dem Handy-Anzügeleinchen






Und jetzt könnten noch zwei Tore fallen, denn ich habe 1:1 nach 120 Minuten getippt!



Mittwoch, 9. Juli 2014

Wenn das Kindle schlafen geht #3

oder ...

Anleitung für einen E-Reader-Schlafsack mit "falscher" Strickkante

Eigentlich wollte ich mit der Veröffentlichung der Anleitung im Blog warten bis ich meine fertigen E-Reader-Schlafsäcke auf DaWanda angeboten habe. Aber da ich dabei bin mich als Anbieter von DaWanda zu verabschieden (für'n Appel un' Ei plus Kosten und Frust lohnt nicht) mache ich lieber das, was mir Spaß macht:
Ideen ausprobieren, Dinge entstehen lassen, fotografieren, dokumentieren, schreiben und  berichten. Wenn dabei eine Anleitung rüber kommt, dann kommt sie, umsonst, for free, wie jetzt, ohne Kosten-Nutzenrechnung in der letzten Hirnwindung gemacht zu haben!

Meine E-Reader-Schlafsäcke (ich berichtete hier und hier darüber) werde ich wohl eher nicht verkaufen, schon gar nicht unter Wert.
Lieber verschenke ich sie mit Herz oder tausche sie mit Verstand.

Aber vorher kommt sie ...


Die Anleitung



Material
ca. 40g Wolle Merino Superfein von Lana Grossa
das heißt 30g bis 35g in der Hauptfarbe und 10g in der Kontrastfarbe zum Ausarbeiten der Naht

Werkzeuge
Stricknadeln 3 oder 3,5 mm (ich stricke mit der Nadelstärke 3)
Häkelnadel 3 mm
dicke Sticknadel

Muster (Rippenmuster)
Randmasche, *2 Maschen rechts, 2 Maschen links*, 2 Maschen rechts, Randmasche

Anleitung
Gestrickt werden zwei Teile mit 32 Maschen im Anschlag und 75 Reihen im Rippenmuster.


Diese zwei Teile werden nun mithilfe einer Häkelnadel und einer Sticknadel so verbunden, dass die Kante hinterher wie gestrickt aussieht:

Die falsche Stricknaht


Für diese Naht wird zwischen der Randmasche und der ersten Maschen im Strickwerk eine halbe feste Masche gehäkelt.
Für den Anfang brauchen wir eine Schlaufe auf der Häkelnadel. Dazu wird die Häkelnadel zwischen der Randmasche und der ersten Masche im Strickwerk eingestochen, ein Wollfaden mit der Häkelnadel gegriffen und als Schlaufe auf die Vorderseite gezogen.

An derselben Stelle wieder mit der Häkelnadel einstechen und von der Rückseite zwei Fäden weiter wieder nach vorne führen.


Den Wollfaden mit dem Haken der Häkelnadel greifen und ...


...durch die zwei Fäden auf der Häkelnadel ziehen ...


... und danach auch durch die Schlaufe.


An der Stelle, wo der Häkelfaden aus dem Werkstück kommt wieder zur Rückseite zu einstechen, zwei Fäden weiter wieder nach vorne führen, den Häkelfaden greifen, durch die zwei Fäden und die Schlaufe führen. Und so weiter, ... bis rundherum eine gehäkelte Schlaufenkante auf den Vorderseiten der zwei Teile entstanden ist.

ACHTUNG! Die gehäkelten Schlaufen nicht zu fest ziehen! Der E-Book-Schlafsack muss dehnbar sein!










Sind drei Seiten umhäkelt - die obere Kante hat keine Häkelkante!!! - wird mit der Sticknadel weiter gearbeitet. Ich arbeite gerne mit Teppichnadeln, da sie eine stumpfe Spitze und ein großes Nadelöhr haben.

Die Teppichnadel führe ich nun mit einem Faden unter eine Schlaufe des ersten Teils und von dort aus unter eine des zweiten Teils.


Vom zweiten Teil aus steche ich unter die nächste Schlaufe und dann wieder zurück in die Ausgangsschlaufe des ersten Teils.


Von hier aus geht es eine Schlaufe weiter und von dort aus in die Ausgangsschlaufe des anderen Teils, eine Schlaufe weiter und so weiter ...


Zum Schluss, und wenn alle Fäden vernäht sind, unterscheidet sich die gehäkelte und gestickte Kante nicht von den gestrickten Flächen - eine "falsche" Strickkante eben ;-)



Viel Spaß beim Nacharbeiten!