Freitag, 25. Oktober 2013

Häkeltücher und ein Hauch von Orient

oder ...

Eine Dekoration zur Veröffentlichung eines Häkelbuchs

Ok, es ist schon wieder einige Tage her, dass ich in Reykjavik war - sollen es wirklich schon knapp acht Wochen her sein? - doch beinahe jedes Mal, wenn eine meiner Lieblings-Bloggerinnen einen neuen Post veröffentlicht denke ich wieder an einen bestimmten Buchladen dort. Schon an Ostern hatte ich in gerne in diesem Laden gestöbert und mich nicht nur zum Aufwärmen im Buchcafé aufgehalten. So auch wieder im August/September.

Als ich mich beim ersten Betreten des Ladens im Sommer umsah, war mein erster Gedanke: Ohh! Das muss ich Tabata zeigen!


Von der Decke hingen Mengen an farbigen Dreieckstüchern. Von den Angestellten erfuhr ich, dass diese Dekoration anlässlich einer Buchherausgabe entstanden ist, einem Häkelbuch, übersetzt "Maria's Häkelbuch". So erkannte ich beim näheren Hinschauen, die Tücher sind tatsächlich alle gehäkelt und nicht gestrickt, wie Tabatas. Ob gehäkelt oder gestrickt, ich fand diese Anordnung sehr dekorativ und ansprechend.

Wer hinter Tabata und ihrem Blog Tabatawolle steckt? Schaut mal auf ihre Seite. Diese fleißige Bloggerin strickt Tücher schneller als ich blogge ;-) und mit ihrer Tuchsammlung könnte sicherlich eine mindestens ebenso große Fläche abgehängt werden.

Jetzt noch ein paar weitere Eindrücke der mit Tüchern abgehängten Decke, was beinahe orientalisch wirkte und an Tausend-und-eine-Nacht erinnerte.





Wo ich diese Tuch-Dekoration sah?
Im Buchladen Mál og Menning in der Laugavegur, Reykjavik, Island.


Im Übrigen, ich hatte den Leiter der Buchhandlung gefragt, ob ich fotografieren und die Fotos in meinem Blog veröffentlichen darf.

Dienstag, 22. Oktober 2013

Teelichthülle aus Pergament - der Prototyp

oder ...

Die Jahreszeit der Kerzen beginnt


Morgens aus meiner Baustelle geflüchtet hatte ich mich, vor meinem Unterrichtsbeginn, in die Schule gerettet. Als fünf kräftige Handwerker sich den begrenzeten Raum auch noch mit Maschinen und Material zu teilen anfingen war es zum Platzangst bekommen. Nichts wie weg! Und bloß den Leutchen nicht im Weg stehen, sie sollen ja fertig werden! :D

Mit auf dieser Flucht war ein Stapel Pergamentpapier, Reste von meinen Hochzeitskarten (ich bin inzwischen länger geschieden, als ich verheiratet war ;-) ) - ein so tolles Material, dass ich mich über die Jahre davon nicht trennen konnte. Auf der Suche nach ganz was anderem fiel mir dieser Stapel wieder in die Hand und bevor dieser 30 Jahre alt wird wollte ich mich nun endlich auch davon trennen, am besten indem ich etwas daraus entstehen lasse.

So saß ich denn viel zu früh in der Schule. Der Kopierer streikte. Alles andere war schon vorbereitet. Was tun?

Hmm. Tja. Daumen drehen. Schwätzchen hier. Tee trinken. Schwätzchen da. Och, ich könnte ja mal wieder einen Kaffee trinken. Und dann kam die Idee auf dem Weg zur Kaffeemaschine, als ich ein Teelicht auf einem der Lehrertische stehen sah:

Teelichthüllen


Google bemüht nach Anleitungen. Doch ich suchte nach Modellen ohne Schnickschnack, Bändern, Schleifchen, Aufkleber, ... - vergeblich.
Also, selber denken, hirnen, ausprobieren mit normalen Papierresten.
Mein Hauptproblem:
Wie bringe ich einen Papierstreifen so zusammen, dass er, rund zusammengefügt, auch rund stehen bleibt?

Die Urtypen


Die ersten Exemplare testete ich im Schulsekretariat, denn auch da brennen schon (da Nordseite) die ersten Kerzen. Schwupps, die ersten Hüllen drübergestülpt, getestet und diese beiden Exemplare verworfen.
Zuhilfe kam mir dann ein gefundenes 5-Cent-Stück auf dem Schulhof.

Der Prototyp

Material:
  • Pergament 31 cm x 12,5 cm
  • Schneideunterlage
  • Schneidemesser
  • Maßband oder Lineal
  • 5-Cent-Stück





Mein Vorgehen in Bildern:


Auf einer Schmalseite oben und unten zwei Halbrund schneiden

Auf der gegenüberliegenden Schmalseite zwei Schlitze schneiden

Wellen freihand geschnitten



Zum Schluss fehlt nur noch ein Teelicht. Zum Fotografieren stellte ich das Teelicht ohne Glas in die Pergamenthülle.

Für den täglichen Gebrauch empfehle ich allerdings die Verwendung von einem Kerzenglas! Es ist einfach sicherer.














Samstag, 19. Oktober 2013

Das Schlimmste ist vorbei - hoffentlich

oder ...

Badumbau: Bericht 5


Das ultimative Tief einer bewohnten Baustelle liegt hinter mir:

Nach kein Bad - keine Toilette - kein Warmwasser - gar kein Wasser folgte noch keine Küche und für ein paar Stunden kein Strom!

Nun habe ich wieder Strom, eine Küche, Wasser und (was habe ich gejubelt als die Handwerker am Freitag nach getaner Arbeit wieder vor der Tür standen) für dieses Wochenende eine Kloschüssel montiert. Mal sehen ob ich jetzt meine Blasenentzündung kuriert bekomme. Die hatte ich mir kurz vor Baubeginn zugezogen - was für ein unpassender Zeitpunkt!

Die letzten Tage ging es ruckzuck voran mit den neuen Aufbauten des neuen Badezimmers.

Die Rohre für die neue Dusche liegen nun in der ehemaligen Toilette:










Im Badezimmer steht in der Nähe des Abflusses der ehemaligen Badewanne die Toilette. Das Waschbecken behält seinen Platz.









Alle Leitungen verschwinden hinter Gipsplatten und schon sieht dieser Teil gar nicht mehr so schlimm aus.





So können meine Kater und ich die Tage wieder etwas entspannter angehen. Die letzten Tage haben die beiden vor allem hinter dem Sofa gewohnt.








Dienstag, 15. Oktober 2013

Was tropft denn da?

oder ...

Ein neues Bad entsteht - Bericht 4

Nach getaner Arbeit bekomme ich von meinem Bautrupp abends wieder das Wasser angestellt. So auch am Wochenende! Zur Sicherheit fragte ich ein paar Mal nach, ob ich problemlos die Waschmaschine und die Spülmaschine laufen lassen kann. "Alles ok, alles dicht", war die Rückmeldung. Die Handwerker erklärten mir alle Stöpsel und warum hier und dort kein Stöpsel in Rohrenden steckte - alte Abwasserrohre, jetzt ohne Funktion.

Gut.

Wochenende - Haushalt (das Leben geht auch auf einer Baustelle weiter) - die Spülmaschine angestellt und, während die ihre Arbeit machte, schob ich den Staubsauger.
Ich denke noch: "Seltsam!" Meine beiden Kater saßen wie angenagelt vor dem geschlossenen Staubschutzvorhang.

Zum Wochenende gehört auch mein Einkauf auf dem Markt in Sindelfingen - ohne diese Tour fehlt mir etwas. Zurückgekommen ließ ich den Staubschutzvorhang offen und machte mit meinen Haushaltsroutinen weiter. So schüttete ich unter anderem einen Eimer Schmutzwasser vom Putzen in die Spüle.
Das Wasser blieb stehen, wie üblich, es fing an zu gluckern, wie üblich, ...
HALT! Es gluckerte immer im Waschbecken in der Toilette! Das Waschbecken gibt es nicht mehr! Wo gluckert es dann?
Die Richtung zeigten mir meine Kater, die ungebremst zwischen meine Beine durch den neuen Geräuschen nachjagten. Es gluckerte inzwischen nicht nur, es tropfte, laut.


Aus einem der Abwasserrohre tropfte es! Hallo? Wie geht das denn? Und der feuchte Estrich darunter zeigte an, dass schon vorher die Spülmaschine ihre Spuren hinterlassen hatte! Deshalb saßen die Kater beim Staubsaugen so gebannt am Staubschutz! Ihr Gehör ist besser als meines und so hatten sie das Gluckern und Tropfen durch den Lärm des Staubsaugers durch gehört.


Für die Kater - Kino.

Chewie und Harry als Tropfwassermelder

Für mich - och nöö! Wohin jetzt mit dem Abwasser?

Ursachenforschung nach Wochenbeginn. Das Abwasserrohr muss weg. Also wieder mit dem Bohrhammer Nachbarn um ihre Ruhe gebracht.


Die erste Überraschung. Zwischen Rohr und Küche liegen nur 1 cm Putz.

"Blick" von der Baustelle in die Küche

Blick von der Küche in die Baustelle

Dann die zweite Überraschung, die böse hätte enden können und schließlich die Erklärung brachte, warum ich seit Jahren Probleme mit dem Wasserabfluss hatte.


Das Rohrstück, dass direkt an das Hauptrohr zur Abwasserleitung anschloss war zu, voll mit schwarzer Pampe.

Diese Pampe ließ sich aber nicht lösen. Trotz des Einsatzes von allerlei Hilfmitteln, wie der Spirale, das Rohr blieb weiterhin annähernd dicht. Es blieb den Handwerker nur noch ein Weg, auch dieses Rohrstück musste weg.

Und dann kam der Ruf: "Kommen Sie mal! Das müssen Sie sehen und bringen Sie gleich die Kamera mit!"

Das Corpus delicti - Abwasserrohr mit Silikonmembran

Irgendwann, vor einiger Zeit, hatte ein "Cleverle" ein Rohrstück montiert und es mit Silikon abgedichtet. Dabei dichtete das Silikon nicht nur das Rohr von außen ab, sondern auch von innen!!!

Und KEINER der Sanitärfachleute der letzten Jahre hat dieses Problem entdeckt. Der letzte meinte sogar, die Rohre wären völlig frei!





Freitag, 11. Oktober 2013

Weiter geht es mit dem Abbruchhammer




oder ...

Ein neues Bad entsteht - Bericht 3

Die ersten Nächte ohne WC in den eigenen vier Wänden liegen hinter mir und ich weiß nicht wie oft ich, auch nachts, in meine Toiletten-Außenstelle (meine Schule) lief. Es ist ja wirklich nicht weit bis dorthin, aber draußen ist es kalt. Nachts verliert sich die Bettwärme nach kurzer Zeit und der kalte Popo auf dem Rückweg führte dazu, dass ich bei meiner letzten Runde auf halber Strecke zurück gleich wieder umkehrte. Zu Doppeltouren habe ich wirklich keine Lust und so ... das erzähle ich vielleicht ein anderes Mal, denn so komme ich vom Thema ab ;-)


Was weiter auf meiner Baustelle geschah!

Die alten Heizkörper sind abmontiert und warten auf das Ablesen der Zähler!


Der neue Heizkörper wird an einer anderen Stelle liegen als der alte. Für dessen Anschluss ist Platz geschaffen worden.



Die Haupthähne vom Wasseranschluss mit Wasseruhren sind frei gelegt, die neuen Wasseruhren bestellt und innerhalb von 18 Stunden schon geliefert worden!!


Zu- und Abfluss für die Waschmaschine sind gelegt, damit die Waschmaschine endlich aus der Küche kommt!



Die letzten Fliesen sind von den Wänden ...



... bis auf ein Reststück am Rolladen. Auch wenn ich diese nie schön fand habe ich ein Stück für meinen Setzkasten gerettet - als Erinnerungsstück zum Gruseln.


Und zum Schluss wurden die neuen Anschlüsse für Abwasser vorbereitet - oh oh oh, arme Nachbarn! - was war das wieder laut!




Nun, Deckel auf die Löcher, dass die Kater nicht abstürzen können, Feierabend und Wochenende.



Was bin ich müde und es liegt noch ein "Spaziergang" an! Aber es hilft nichts, andere führen ihre Hunde bei Wind und Wetter Gassi - ich eben meine Blase.


Mittwoch, 9. Oktober 2013

Noch mehr Dreck und Lärm

oder ...

Ein neues Bad entsteht - Bericht 2

Als ich morgens das Haus verließ hatte ich zumindest noch eine Toilette und ein kleines Waschbecken - aber nicht mehr am frühen Nachmittag.






Am späten Nachmittag waren dann auch die zwei Wände abgerissen, von denen eine später an einer anderen Stelle neu aufgebaut werden wird.









Die Staubschutztür hielt erstaunlicherweise wirklich den Staub aus der Wohnung fern, bis auf den ganz super feinen, der mich wohl die nächsten Wochen begleiten wird.

Gegen den Lärm half nur Aushalten! Meine Nachbarn hatten einen wirklich harten Tag hinter sich, zumindest die, die tagsüber zuhause waren.

Der Schuttberg, der heute durch den Abbruch der Wände entstanden ist war deutlich größer, als der von gestern. Ohne die Türen, Stahlzargen und der Badewanne wog der Schutt gestern auf der Abnahmestelle ca. 800 kg. Heute werden es deutlich mehr sein!



An die Kabel geht es morgen noch nicht. Es sind noch zwei-adrige Kabel, die ersetzt werden müssen.


Beim nächsten Schritt sind die Heizkörper dran und die neuen Rohre.


Aber die neuen Dimensionen lassen sich so langsam erahnen!



Ach ja, und es kam die Frage auf, wo ich denn die nächsten Tage auf die Toilette gehe oder sonstige notwendigen hygienischen Maßnahmen vornehme. Das ist eine logistische Herausforderung ;-) über die ich vielleicht noch berichten werde. Doch zum Glück ist meine Schule nah, meine Tochter wohnt um die Ecke, meine Eltern nicht weit weg und viele nette Nachbarn haben mir ihr Örtchen schon angeboten. Es wird schon irgendwie funktionieren.


Dienstag, 8. Oktober 2013

Ein neues Bad entsteht - Bericht 1

oder ...

Was für ein Dreck und es ist erst der Anfang!

Die lange Planung kommt in die erste Durchführungsphase, endlich!

Im April 2013 hatte ich von dem Wasserschaden in meiner Toilette berichtet (zum Bericht) und wie ich mittels einer "Begrünung" eine Übergangslösung für den seither frei liegenden Estrich gefunden hatte.

 

So hübsch und ausgefallen diese Wiese auf dem Klo aussieht, als Dauerlösung ist sie zu umständlich zu pflegen. Silberfischchen & Co. fühlen sich zu wohl darunter.

Also plante ich, schaute mich um, fragte Fachleute, Freunde, Bekannte, um mich dann für eine Bad- und Toilettenzusammenführung zu entscheiden. Dazu muss man wissen, meine Wohnung hat nur ein typisches Zwergenbad der 1960er: Wanne, Waschbecken, Fenster, Heizung, Tür auf minimalstem Raum möglichst Platz sparend verteilt - reingehen und am besten rückwärts wieder hinausgehen, da zum Umdrehen kein Platz ist ;-)

Heute ging es mit den Umbauarbeiten los! Ohne mich, denn ich hatte heute um 7.45 Uhr Schule. Was war ich traurig nicht dabei sein zu können. Aber irgendwie hatte ich dann doch selbst aus der Entfernung ein wenig teilhaben können, denn ...
In der zweiten großen Pause meinte ein Kollege zu mir: "Im Haus gegenüber rappelt es ja mächtig! Ist das deine Baustelle?" Es konnte nur meine sein und sie war es auch. Nach Unterrichtsschluss hätte ich per Gehör nach Hause gefunden!

Nun ist das ehemalige Badezimmer leer, ohne Kacheln und einigen Mauerstücken, befreit von allen Installationen. Dafür liegen über 1000 kg Schutt - Schätzung der Handwerker - zum Entsorgen bereit.






Schlimmster Brocken für die Handwerker war die alte Gussbadewanne verklebt mit einer Kunststoffwanne.


Nun sieht man erst richtig wie klein dieses Bad eigentlich ist bzw. war - wie schon gesagt, ein Zwergenbad oder doch eher eine Nasszelle.

 
Hier waren das Waschbecken und der Spiegel

Feierabend


Morgen geht es weiter mit Abrissarbeiten rund um den Auslöser für diese ganze Aktion - der Toilette.



Wie man auf einer Baustelle wohnt

Damit ich nicht im Abrissstaub ersticke, weiter in meiner Wohnung leben kann und meine Kater nicht die Flucht ergreifen können, trennt der Wohn- und Baubereich eine Staubschutztür.


Bisher hält sie was sie verspricht, der Staub bleibt draußen, wenn sie per Zzzzziiippp geschlossen ist.

"Inspektor" Chewbacca, wie üblich, mittendrin