Freitag, 30. August 2013

Noch einmal Island - Allerlei Getier

oder ...

Begegnungen nicht nur am Straßenrand

Schafe über Schafe habe ich gesehen, rechts, links, ganz nah und weit entfernt, an Berghängen, wie auf flachem Land, am Straßenrand und auf der Straße.










Besonders begeisterte mich dieses Trio, das sich im Kohlfeld des Bauern breit gemacht hatte.


Schafe über Schafe in allen möglichen Schattierungen, weiß, braun, schwarz, gescheckt, zum allergrößten Teil quicklebendig, doch leider sah ich eines sterbend und eines ganz tot.
Das sterbende Schaf bescherte mir die Bekanntschaft mit zwei jungen, spielenden Füchsen. Die Mutter wird wohl mittlerweile mit dem Schaf beschäftigt gewesen sein.


Auf der Halbinsel Snæfellsness beobachtete ich einen Seehund bei seiner Eroberung eines Felsbrockens gegen die ankommenden Wellen kämpfend.


Glück hatte ich auch dabei einige Papageientaucher am Kap Dyrholaey vor die Kamera zu bekommen. Was ich nicht gewusst hatte, sie verlassen ihre Brutgebiete in der Regel Ende August.




Außerhalb der Brutzeit leben die 'puffins' auf dem offenem Meer berichtete ein Kapitän auf einer Bootstour. Kein Vogel mehr weit und breit, bis auf einen. Kommentar des Kapitäns: "Den müssen die anderen wohl vergessen haben!"


Zum Trost für die entgangenen Vögel, es handelte sich ursprünglich um eine Vogelerkundungstour, wurden Jakobsmuscheln gefischt und frisch an Deck serviert.


Ich habe dann mal für 15 Minuten vergessen, dass ich Vegetarierin bin. ;-)


Ach ja, und Pferde gibt es in Island auch so einige, Islandpferde, etwas ganz besonderes. Um dem Genüge zu tun habe ich auch einmal angehalten um ein paar Pferde zu fotografieren. Denn eigentlich sind Pferde nicht so mein Ding.



Dienstag, 27. August 2013

Noch einmal Island - Tag 5

oder ...

Wasserfälle am Stück

... oder auch Wasserfälle am laufenden Meter, ca. 700 m lang und wenn man den direkt daneben liegenden "normalen" Wasserfall dazu zählt sind es 1 km Wasserspektakel satt.

Überwältigend!!

Vereinfacht erklärt: Da ist ein Fluss, hier die Hvita, der sich irgendwann teilt. Ein Teil fließt oberirdisch weiter. Der andere Teil versickert in porösem Lavagestein und sammelt sich auf festerem Basalt. Und an dieser Stelle treffen beide Teile wieder zusammen.

In oberidischer Fließrichtung kommt zuerst der Barnafoss, was übersetzt der Kinderwasserfall bedeutet. Hintergrund für die Namensgebung ist eine alte Sage. Nach dieser sind an dieser Stelle Kinder ertrunken (siehe auch Wikipedia hier).




Nachdem sich das Wasser durch dieses Nadelöhr gespült hat fließt die Hvita als Fluss zuerst ruhig weiter.


Allerdings nicht lange. Nun gibt es reichlich Zufluss. Mitten aus der Felswand heraus kommt der unterirdische Teil als Hraunfossar (bei Wikipediea hier nachzulesen) zutage.







Sonntag, 25. August 2013

Noch einmal Island - Tag 4

oder ...

Von Höhen und Tiefen


Erstes Ziel für heute auf meinem Weg zurück in Richtung Vik war ein Abstecher in die Schlucht Þakgil, eine Empfehlung auf meinem Routenplan. Vor mir lagen 14 km Schotterstrecke, hoch und runter, kurvig, schmale Straßen und eine beeindruckende Umgebung.









Ein beeindruckendes Erlebnis, auch wenn ich auf die letzten 1,5 km verzichtete. Durch die heftigen Regenfälle der letzten Tage war die Schotterstrecke mit undefinierbar tiefen Pfützen übersät und das war mir für mein kleines Auto zu riskant.
Dann passierte es doch ... ich wollte hilfbereit und höflich sein und machte Platz für einen ängstlicheren Autofahrer ... als ich mein Auto zurückrollen ließ, immer im Gedanken: Hinter dir geht es bergab! und es <tschonk> machte. Ich wäre nicht den Hang runtergerutscht, denn dort lag ein Felsbrocken - groß genug zum Stoppen, und niedrig genug um ihn nicht im Seitenspiegel zu sehen.





Neben Kratzern steckt nun noch ein Stück Fels in der Stoßstange fest.
Ärgerlich! Vor allem die Begleitumstände - ich wollte nur gegenüber einem anderen Autofahrer höflich und hilfsbereit sein!

So schnell kommt man von einer Hochstimmung runter auf die Erde.
Ich brauchte eine Weile bis ich mich wieder an meiner Reise freuen konnte und in der Zwischenzeit regneten sich erneut einige Wolken leer.

Wie gestern änderte sich das Wetter im Minutentakt.

Ich hatte in Reynisfjall Halt gemacht um mir dort die Basaltsäulen anzuschauen. Da gerade zwei Busse mit Reisegruppen angekommen waren ging ich in die andere Richtung, zu den Vogelfelsen Dyrholaey. Zwischen beiden Fotos liegen gerade einmal 20 Minuten.

 



Ein ganz anderes Highlight hatte ich am Ende des Tages nachdem ich mir das Saga-Zentrum in Hvolsvöllur angeschaut hatte. In diesem Zentrum geht es vor allem um die Geschichte Njalls, seinem Freund Gunnar und seiner Frau, die nicht nur schön sondern auch sehr rachsüchtig ist.

In einem der Räume des Zentrums haben Anfang dieses Jahres zwei Frauen ein Projekt begonnen. Ihr Ziel ist es diese Saga auf ein Wandbild zu sticken, gestaltet von einer Künstlerin, ausgearbeitet von vielen fleißigen Helfern und nur aus isländischer Wolle.
Wer mag darf mitsticken. Und ich mochte! :D








Die Stickarbeit wird am Ende 90 m lang sein und benötigt noch viele Stickhelfer. Ich war Nr. 1603.
Mehr dazu gibt es leider nur auf isländisch hier anzuschauen.


Freitag, 23. August 2013

Noch einmal Island - Tag 3

oder ...

Gletscher und Eisberge


Viel versprach das Wetter auch heute nicht, es blieb bei Regen und der Wind hatte deutlich zugenommen. Es ging weiter in Richtung Osten entlang der Südküste und weiter durch eine beeindruckende Wüstenlandschaft rechts und links der Straße: schwarze Vulkanasche und Vulkangestein, an manchen Stellen sind große Flächen bewachsen mit Moosen und die Straße scheint immer schnurgerade geradeaus zu gehen.

Blick zur Gletscherregion Skaftafell

Blick zurück nach ...

Das Wetter wechselte im Minutentakt, doch herrschten heute Wind und Regen vor, bei ca. 11°C.



Vom Besucherzentrum Skaftafell aus können Gletschertouren unternommen werden, zu Fuß oder mit riesigen Jeeps oder aber auch in den Bergen gewandert werden. Einer der Wege führt zum Wasserfall Svartifoss, der durch seine Basaltsäulen beeindruckt.

Da ich wenig Vertrauen in das Wetter hatte entschied ich mich für die Wanderung zum Wasserfall. Das klappte sogar mit meinem kranken Fuß. Den packte ich fest in einen Tapeverband und von innen halfen mir kleine weiße Pillen. Es sollte sich lohnen! Zwar brauchte ich deutlich länger als die angegebenen 45 Minuten doch ich kam an :D und die Sonne kam für ein paar wenige Minuten hinter den Wolken hervor!

Svartifoss
Zurück vom Wasserfall hatte sich der Himmel zwar wieder bedeckt und es nieselte wieder, doch ich machte mich trotzdem auf den Weg zum Gletscher - so nah an einem so großen Gletscher zu sein und nicht auf Tuchfühlung gehen, das geht gar nicht.




Immer wieder konnte man es knacken und knistern hören oder richtig knallen. Diese Abbrüche dümpeln dann als Eisberge im nahen Gletschersee, wo sie langsam auftauen.


Mich faszinierte das sich verändernde Farbenspiel der tauenden Blöcke, bis sie tatsächlich nur noch klaren Eis sind.


Von Skaftafell aus fuhr ich ein knappe Stunde weiter nach Osten und musste alle Pläne für Besichtigungen beinahe völlig aufgeben. Es stürmte heftig die ganze Strecke. Es regnete und graupelte ununterbrochen. Wenn nicht an einer Stelle viele Autos geparkt hätten wäre ich am letzten Ziel sogar beinahe vorbei gefahren: Jökulsárlón (klick hier zum Artikel von Wikipedia), einer der größten Gletscherseen Islands.

An ein Aussteigen war nicht zu denken. Der Wind drückte die Autotür zu. Diejenigen, die dem Wind trotzten waren nass bevor sie einen Regenschutz angezogen hatten. Sichtverhältnisse gegen Null. Da sich das Wetter in Island schnell ändern kann, wie ich heute schon erlebt hatte, setzte ich auf Zeit.
Nach 40 Minuten trat eine winzige Verbesserung ein und diese nutzte ich.


Meine ersten großen Eisberge und Seehunde in freier Natur, ohne Kamerajagd per Schiff auf "Watching-Tour".


Somit hatte ich meinen östlichsten Punkt der Reise erreicht und es ging wieder dieselbe Strecke zurück. Dabei traf ich, wie gestern schon, auf einen riesigen Felsbrocken mitten auf dem platten Land: Das isländische Äquivalent zum Uluru (Ayers Rock)?




Vom zweiten Tag meines neuen Islandabenteuers gibt es keinen Blogpost - das Quartier war so weit weg von der Hauptstraße und außerhalb jeglichen Netzes. Eigentlich entsprach der Reiseweg dem vom 3. Tag meiner Märzreise (Link zum Post) mit den großen Wasserfällen und dem Vogelfelsen Dyrholaey.



Donnerstag, 22. August 2013

Noch einmal Island - Tag 1

oder ...

On the road to nowhere

Heute berichte ich rückwärts, denn der Tag endete so wie er begann: Auf der Suche nach dem richtigen Weg!


Zum Glück führt Suchen meist zum Finden und zu Überraschungen und es gibt ab und an passende Musik zum richtigen Zeitpunkt.

Während meiner letzten Suche nach meinem heutigen Quartier steckte ich mitten im Nirgendwo etwas orientierungslos fest (es regnete wie aus Eimern!!!) und schaltete das Radio an:

Nein, es gibt keine Zufälle!! Es lief tatsächlich "On the road to nowhere" von den Talking Heads!!!

Was für ein Tag, unterwegs von Reykjavik rund um den Golden Circle:

Þingvellir, wo sich Europa und Amerika plattentektonisch treffen



Strokkur, ein Geysir



Gulfoss, einer der größten Wasserfälle Islands






Von allen drei Plätzen hatte ich schon im März (klick mich) berichtet. Ohne Eis und Schnee sah nun im August alles ganz anders aus, vor allem grün. Allerdings regnete und stürmte es teilweise heute sehr heftig, dass es an manchen Plätzen einfach zu ungemütlich war sich aufzuhalten..

Doch das schönste Erlebnis hatte ich beim Geysir. Ich traf heute mein Geburtstagskind, meinen Sohn, der seit Monaten ein Praktikum in Island macht, zusammen mit seinen Studienfreunden, die gerade auf Besuch bei ihm sind - OHNE Absprache!!!
Ich sehe ein rotes Auto auf dem Parkplatz, sehe darin eine bekannte rote Mütze, schicke ein SMS ... :D und ich konnte ihn in den Arm nehmen! Das tat gut!