Samstag, 29. Juni 2013

Es soll mal eine Decke werden und nicht im Eimer landen

oder ...

Restehäkelrosettennichtverzweifelnrettungsprojekt zum graue Haare kriegen

Der Häkelrosettenpullover ist fertig - juhu - und er trägt sich super!
Inzwischen arbeite ich daran die Anleitung zu dem Pullover weitergeben zu können. Sie ist zwar aus dem Jahr 2002, aber da ist das Copyright für dies und das und überhaupt. Ich bin mit dem Verlag im Kontakt und riesig gespannt, was aus dieser Neuveröffentlichung wird.

Daneben machte ich mich daran zu überlegen was ich aus den ursprünglichen 85 ersten Rosetten zusammensetzen kann. Diese Rosetten hatte ich aus einem Baumwollgarn, Schachenmayr Catania in der Farbe 0242 stein, gehäkelt. Als ich merkte, dass die Rosetten größer ausfielen, als in der Anleitung gefordert, kaufte ich kein neues Material nach und ließ diese für den Pullover unbrauchbare Häkelarbeit monatelang liegen.


Nun wollte ich ein Tuch oder eine Decke aus diesen Teilen zusammensetzen. Sie reichten für ein Dreieckstuch. Um eine quadratische oder rechteckige Decke zu fertigen benötigte ich zusätzlich einige halbe Rosetten. Deshalb recherchierte ich im Internet, ob es nicht doch noch irgendwo ein paar Knäuel Catania stein aufzutreiben sind. Ich wurde tatsächlich fündig, am anderen Ende von Baden Württemberg. Glücklich bestellte ich ein paar wenige Knäuel, zahlte brav in Vorkasse, erhielt freundliche Emails über Bestellstatus und Zahlungseingang, um zehn Tage später den Anruf zu bekommen: "Sorry! Wir können das Material nicht mehr beschaffen!"



Hätte ich bloß nicht in der Wartezeit auf das Material die vorhandenen Rosetten zusammengenäht!!!


Nach dem Anruf fühlte ich mich wie das HB-Männchen (wer erinnert sich noch daran? - Werbekult aus den 60er Jahren) und war dabei an die Decke zu gehen. Am liebsten hätte ich das halbfertige Deckenwerk an die Lady des Wollgeschäfts geschickt, damit sie die Teile wieder sauber auftrennen!!

Eine neue Lösung zum Fertigstellen der Decke musste her.

Idee 1:

Ich trenne die Rosetten wieder auseinander, häkle neue bunte Rosetten dazu und setze alles neu zusammen.



Idee 2:

Ich suche noch einmal nach ähnlichem Material.



Diese Idee kam mir mithilfe einer sehr betagten Inhaberin eines der ältesten Wollgeschäfte, das ich kenne, in Sindelfingen.
Wir suchten sämtliche Catania-Tüten im Laden durch und sicherlich wäre sie mit etwas mehr Zeit, um in den tiefsten Tiefen ihres Lagers zu suchen, auf den einen oder anderen Knäuel gestoßen, aber es kam neue Kundschaft in den Laden und wir brachen die Suche ab. Als ich schon die Ladentür in der Hand hatte rief sie mich zurück, denn sie meinte ein ähnliches Material in greifbarer Nähe zu haben.
Mit über 80 kletterte sie daraufhin über ein ausziehbares Regalbrett ihr Wollregal hoch, eine echte wagemutige Angelegenheit zwischen Uraltverkaufstisch und dem beinahe antiken Wollregal mit Glasschiebetüren ab halber Höhe. Von ganz weit oben zauberte sie dann drei Knäuel Baumwolle von Wollservice Geisenfeld in einem Grauton hervor, der nur einen Ticken dunkler ist als besagte Catania. Doch ich glaube ich hätte nach diesem waghalsigem Abenteuer beinahe alles von ihr abgekauft!
Was war ich froh, als die alte Dame wieder wohlbehalten auf festem Boden stand!!!


Der etwas andere Farbton stört überhaupt nicht, denn durch die lange "Lagerung" der Rosetten waren die oberen aus den Stapeln ausgebleicht und deutlich heller. Deshalb werde ich die eine und andere Rosette aus der Mitte der Decke heraustrennen und durch eine dunklere ersetzen, bevor ich halbe Rosetten für den Rand herstelle.


Hauptsache es geht voran, wie mit dem Wetter!

Nach dem letzten Regenguss rettete ich aus meinem Minigarten ein paar Rosen und Pfingstrosen als Stimmungsaufheller für das Wohnzimmer.



Montag, 17. Juni 2013

Häkelwerk 2013 #2.5 - Ein Häkelpullover aus Rosetten

oder ...

Häkelarbeit für Puzzlefreunde mit viel Geduld


Es ist geschafft!!!
Der Häkelpullover aus dem Handarbeitsheft Lena 7/2002 (ich berichtete hier darüber) ist auf dem vierten Anlauf endlich fertig geworden. Und ich möchte nicht wissen, wie viele halbfertige Modelle von dieser Anleitung bzw. diesem Modell in diversen Handarbeitskörben liegen geblieben oder inzwischen im Eimer gelandet sind.
Die Häkelanleitungen sind problemlos nachzuarbeiten, aber beim Zusammennähen wird man ziemlich alleine gelassen. Ich berichtete über mein Problem, die zwei geforderten Dreiecke eingepasst zu bekommen, im letzten Post. Nach dem Aufwand 135 Rosetten zu häkeln (ich rechne mal die paar anderen Teile nicht dazu), zusammenzunähen und zu vernähen, möchte man doch endlich zum Ende und einem Ergebnis kommen! Oder?

Ich probierte hin und her, trennte, schob, zog, nähte, trennte, ... - das Dreieck, so wie es war, passte NICHT.


Irgendwann druckte ich die Schemazeichnung aus um sie auszuschneiden und durch falten eine Idee zu bekommen.






Dadurch kam mir auch nicht die Erleuchtung. So, wie dieses gefaltete Muster vor mir lag, ließ sich das Dreieck nicht vernünftig einnähen, nur die Position war klar. Doch dann, beim zehnten, zwölften Versuch, als das x-fach herausgetrennte Dreieck schon durch die Beanspruchung zerfledderte, hatte die Kniffelei ein Ende.

Das Dreieck war zu breit! Mit ein paar Maschen rechts und links weniger konnte ich für den Keil endlich einen Platz finden. Allerdings, trotzdem ich den Dreh herausgefunden hatte, brauchte ich beim zweiten Ärmel noch einmal vier Anläufe, bis alles passte.



Endlich konnte ich zum ersten Mal den Pullover anprobieren! Er passte!!! Jubel! Erleichterung!

Die Folge:


  • ein Motivationsschub zu später Stunde
  • ein Blick ins Fernsehprogramm
  • völliges Ignorieren der Uhrzeit
  • Häkeln bis die Fingerknöchel knacken


Und hier ist er - mein Häkelwerk #2 in diesem Jahr, ein Pullover aus gehäkelten Rosetten






Fazit:

Von dem verwendeten Material, Secondo von Lana Grossa, benötigte ich fast 750 g. So ist der Pullover ein echtes Schwergewicht. Durch den Seidenanteil liegt er trotzdem angenehm glatt auf der Haut.
Ich stehe eigentlich überhaupt nicht auf gehäkelte Kleidungsstücke, aber ich lasse mich immer wieder von ausgefallenen Mustern und Materialien verführen. Unvergessen ist mir ein Seidenpullover in tunesischer Häkelei, der bei der Fertigstellung auch ein echtes Schwergewicht war und trotzdem ein Lieblingspullover wurde.

Ob ich diese Häkelarbeit noch einmal machen würde?

JA!
Warum?

Patchwork und Handquilten ist ähnlich arbeitsintensiv und ich liebe es!


Ich habe den Verlag angeschrieben, ob ich die Anleitung mit meinen Verbesserungen veröffentlichen darf. Auf diesem Post ist der Link zur frei gegebenen Anleitung!


Was bleibt?

Die Wollbaustelle 9! Der Häkelpullover ist zwar fertig, aber was mache ich aus den vielen angefangenen Rosetten aus dem letzten Material, das ich nicht mehr nachgekauft bekam?


Samstag, 15. Juni 2013

Häkelwerk 2013 #2.4 - Zusammengenäht!

oder ...

Langsam sieht es nach einem Pullover aus

denn alle gehäkelten Teile habe ich nach Anleitung zusammengenäht: 135 Rosetten, 4 Halbrosetten und 8 ovale Rosetten.



Alle Teile?
Nein!
Übrig bleiben zwei Keile, deren Position in der Anleitung zwar gezeigt wurde, aber nicht erklärt wie sie eingenäht gehören.



Kater Chewie schaute sich dann auch noch die Sache an, zupfte mal hier und dort, und fand keine Lösung.



Doch ich musste nach Chewies Turnübung auf dem halbfertigen Pullover eine Lösung finden, denn, nach Anleitung sollte der Pullover nun gespannt, mit Wasser besprüht und danach getrocknet werden.

In meiner Wohnung ohne Teppichboden und vielen offenen Türen gibt es für solch ein Großprojekt eigentlich keinen Platz wenn Tiere zum Haushalt gehören. Deshalb ging ich das Risiko ein und dämpfte den Pullover mit dem Bügeleisen. Laut Banderole des Materials hält das Baumwoll-, Acryl-, Seidengemisch einen Punkt beim Bügeln aus. Das musste reichen.

Ich gebe zu, ein wenig Bauchweh hatte ich bei der Aktion schon, denn es wäre nicht das erste Mal, dass ich beim Dämpfen viel Arbeit von jetzt auf nachher vernichte. Doch meist klappt es und so auch bei diesem Pullover (was war ich nervös!).

Zum Dämpfen stellte ich das Bügeleisen einen kleinen Strich über einen Punkt ein. Während es aufheizte besprühte ich das Häkelwerk von der linken Seite, der Rückseite, mit Wasser. Dem Wasser ließ ich etwas Zeit um in das Material einzuziehen, damit sich die Feuchtigkeit gleichmäßig verteilt. Danach überbügelte ich die Fläche mit wenig Druck.


Durch das Dämpfen glättet sich die unebene Oberfläche der aus gehäkelten Rosetten zusammengenähten Oberfläche.




Jetzt müssen die Seitennähte des Pullovers geschlossen werden und ich bin gespannt, wo die zwei übrig gebliebenen Keile ihren Platz finden.













Montag, 10. Juni 2013

Fundsache = Glückssache

oder ...

Meine Kleeblättersammlung 2013 wächst

Den Kopf hängen zu lassen bringt nichts, doch manchmal lohnt es sich. Letzte Woche fand ich auf diese Art und Weise die ersten zwei vierblättrigen Kleeblätter in diesem Jahr. Eins verschenkte ich sogleich an meine Lieblingsnachbarin, die momentan ein wenig Glück brauchen kann. Meins kam erst einmal in die Blumenpresse.


Heute, eine Woche später, an der gleichen Stelle, bückte ich mich wieder und freute mich: Uih! Noch eins!
Allgemeine Verblüffung herrschte im Kollegium, als ich meine neue Beute zeigte, denn wir alle zählten: Eins, zwei, drei, vier, ... was ist DAS denn?

Zunächst einmal legte ich das Kleeblatt ins Wasser und in der nächsten Pause traute ich meinen Augen kaum: Eins, zwei, drei, vier, ... oohhhh! Das letzte klitzekleine Blättchen hatte sich durch das Bad erst richtig entfaltet!



Ganz ehrlich, die Fotos sind unbearbeitet und mit meinem iphone gemacht worden (deshalb auch die Qualität). Da wurde nichts geklebt! Einzig das Stengelchen vom ersten Kleeblatt löste sich nach dem Pressen von den Blättern. Doch diese vier hängen noch fest aneinander.






Freitag, 7. Juni 2013

Häkelwerk 2013 #2.3 - Trennen beim Häkelpullover

oder ...

ARGGHH


Nach 80 zusammengenähten Rosetten passte auf einmal gar nichts mehr. Hmm, rätselte ich! Dann fing ich an zu zählen:

Fünf Finger hat eine Hand, sechs "Blätter" eine Häkelrosette. Das ist doch zählbar! Doch diese eine, gemeine hat ...
FÜNF!!!


Hätte ich das nicht früher merken können und NICHT erst nach 80 Teilen!

Um das Zusammennähen handlicher zu machen hatte ich zuerst kleine Gruppen miteinander verbunden. Aus diesen Flecken eine größere Gruppe, um zuletzt, von Handgelenk zu Handgelenk eine lange Reihe zu bilden.

Nur ließ sich diese Reihe auf Teufel komm raus nicht schließen - ich hatte von rechts und links gearbeitet, damit die Ärmellänge übereinstimmt! Denn plötzlich kam da dieser Blindgänger mit fünf Blättern statt den vorschriftsmäßigen sechs, den ich wohl irgendwann mitten einer Nacht mit Streichhölzern zum Aufhalten der Augen zusammengepfuscht habe um fertig zu werden.

Da ging auch nichts mehr mit mauscheln. Es musste getrennt werden.


Jetzt hat das Vorderteil mit dem halben Ärmel ein Loch! Blöd - blöd - blöd - grrrrr - BLÖD!

Samstag, 1. Juni 2013

Häkelwerk 2013 #2.2 - Fortschritt beim Häkelpullover

oder ...

Was habe ich mir damit angetan?

Die ersten 39 Rosetten von 135 sind zusammengenäht und die Fäden vernäht.


Es geht nur langsam voran. Jeder Fortschritt macht mich glücklich und die Besorgnis wächst:

Wird mir der Pullover hinterher auch passen?
Und wird er mir an mir auch gefallen?