Sonntag, 31. März 2013

Island - Tag 7

oder ...

Raus aus Reykjavik und Wale schauen

Das Wetter so hoch im Norden ist an diesem Ostersonntag prächtig, denn die Sonne scheint! Für diesen Tag habe ich für uns drei Tickets auf einem Whale-Watching-Schiff gebucht und vorher wollten wir uns in der Harpa, dem Konzerthaus Reykjaviks, zu einem zweites Frühstück treffen. Ich kam als erste an und es kam, wie es eigentlich zu erwarten war - die Harpa war geschlossen.
Hmm. Was tun? Zuerst suchte ich nach Windschatten um die Wärme der Sonne spüren zu können. Bei der Suche fand ich hinter einer Mauer in einer Senke einige Fensterelemente der Glasfassade der Harpa. Schon im Kleinen sind die Teile eindrucksvoll, wie sie das Licht spiegeln und brechen.

















Beim Verlassen des Hafenbeckens auf dem Schiff zeigte sich das vielfältig schillernde Farbenspiel der Glasfassade. Nachts werden die Fenster farbig blinkend bestrahlt, was nicht ganz so mein Geschmack ist.


Wir fuhren weit hinaus in die Bucht vor Reykjavik.


Am Ende der Fahrt war die Skyline nicht einmal mehr zu erahnen.

Zuerst wurden Zwergwale gesichtet, später Delphine. Brav schaute ich immer wieder in die angegebene Richtung: "Zwolf Uhr! Jetzt auf 11 Uhr! Achtung auf 3 Uhr!" Ich dachte schon, ich sehe nie etwas. Aber dann! Delphine! Weißschnauzendelphine. Erst einen, dann zwei, dann mehrere in der Ferne. Teilweise sogar springend.






Delphine zu sehen ist schwierig, sie zu fotografieren noch schwieriger. Ich hätte das Schafspiel öfter spielen sollen ;-), das ich vor einiger Zeit hier gepostet hatte. Vielleicht wäre dann meine Reaktionsfähigkeit besser gewesen.

Wale machen es einem echt leichter. Denn tatsächlich gab es Buckelwale zu sehen. Zuerst pusten sie

dann tauchen sie auf.




Es war so beeindruckend, dass ich zu diesem Zeitpunkt die Kamera wegsteckte und nur noch schaute. Das sollte sich lohnen, denn der letzte Wal verschiedete sich beim Abtauchen dann mit einem "Winken" seiner Schwanzflosse!

Island - Tag 6

oder ...

Zu Fuß unterwegs in Reykjavik

Mein Ziel heute war einige Museen zu besuchen um ein wenig über die Geschichte Islands und Reykjaviks zu erfahren. Danach wollte ich über den Wochenend-Flohmarkt laufen und zum Schluss in die Nationalgalerie.
Der Flohmarkt fiel schon einmal aus, denn an dem einzigen Einkaufstag zwischen den zwei Feiertagen vor Karsamstag und den zwei Osterfeiertagen danach haben die Leutchen anderes zu tun, als auf einem Flohmarkt Waren anzubieten.
Am Nachmittag schien immer noch die Sonne und so entschied ich mich an der Bucht entlang zum Skulpturenmuseum zu laufen - eine gute Entscheidung. Allerdings kam ich dort nicht mehr zu den Öffnungszeiten an, denn ich blieb vorher an einer skurrilen Ansammlung rund um ein Haus hängen: The Raven's Nest, Haus und Garten eines Regisseurs aus Island (hier ein Artikel darüber).













Ich hatte schon ein wenig ein blödes Gesfühl so um das Haus herumzuschleichen und zu fotografieren. Aber ich konnte nicht widerstehen am Rand das eine oder andere Foto zu machen. Deshalb stelle ich hier auch nur die Bilder ein, die man ohne das Gelände direkt zu betreten sehen kann. Und, nein, ich bin nicht irgendwo eingestiegen und habe mich nur umgeschaut.
 
Auf dem Rückweg nahm ich mir noch die Zeit die anderen Skulpturen  genauer zu betrachten.


Viel fotografiert wird die Skulptur Sólfar, die Sonnenfahrt,


oder die Skulptur, die die Partnerschaft zwischen Island und den USA symbolisieren soll. Das Gegenstück dazu steht irgendwo an der Küste im Süden Floridas.






Heute hatte man tagsüber das Gefühl, der Frühling kommt so langsam hier im Norden an. Auf dem See Tjörnin, mitten in Reykjaviks Zentrum, tummeln sich Enten und Schwäne, lauthals ihre Frühlingsgefühle herausschreiend und um ihre Partnerinnen balzend.


Manche Zwiebelpflanzen kommen langsam aus der Erde heraus,


und auch schon mal ein Weidenkätzchen ist zu sehen.



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Samstag, 30. März 2013

Island - Tag 5

oder ...

Augen auf, schauen und Bilder im Kopf speichern

... denn ich hatte die Kapazität des Kamera-Akkus unterschätzt.
Schade, schade, schade.
Doch zumindest vom ersten Teil des Tages gibt es Bilder.


Wir machten uns am Morgen auf den Weg Richtung Keflavik um kurz vorher zur Blauen Lagune, der Bláa Lónið, abzubiegen. Schon von weitem sieht man die Dampfschwaden des geothermischen Werks, das mit seinen "Abwassern" die Lagune entstehen ließ und lässt. Kurz vor der Blauen Lagune sieht man schon erste Seen, gefüllt mit dem mineralhaltigem Wasser. Und beim Aussteigen aus dem Auto riecht man den Schwefel, lecker ;-)
Dass der Besuch des Thermalbads ein teures Vergnügen sein wird hatte mir schon meine Lektüre diverser Reiseführer verraten. Es ist wirklich schweine teure Angelegenheit - pro Person 33,- Euro. Handtücher, Badeanzüge und Bademäntel können auch geliehen werden, per Entgelt natürlich. Allerdings gibt es für den Aufenthalt kein Zeitlimit! Und es ist eine Erfahrung wert! Draußen war es empfindlich kalt, in den Becken richtig warm und dazu der Schlamm, den sich selbst gestandene Männer ins Gesicht schmieren. :D
Tatsächlich ging es meiner schuppenflechtenbelasteten Haut schon lange nicht mehr so gut, wie seit gestern - juckfrei und glatt!

Die Kieselsäure, die im Wasser und im Schlamm ist setzt sich über die Zeit an dem Lavagestein des Untergrunds fest. Dieser Überzug fühlt sich wie Porzellanglasur an und versiegelt regelrecht das poröse schwarze Gestein der Umgebung.






Nach vier Stunden fuhren wir weiter nach Süden nach Grindavík und von dort aus über die Küstenstraße ca. 10 bis 15 km nach Osten. Ziel waren die Überreste eines vor Jahren schon verlassenen Fischerdorfes, Selatangar.

Doch bis zu den Ruinen des Dorfes kamen wir nach dem Abstellen des Autos gar nicht. Das was Natur und Landschaft an dieser Stelle boten war so faszinierend. Schwarze Felsen, schwarzer Sand, Treibholz, Brandung vom Feinsten und Steine ohne Ende. Steine mit Löchern. Ein Traum für mich Lochstein-Sammlerin!!!

















Und dann ein <piep> aus der Kamera in dem Moment, als ich endlich am Strand und den tollen Wellen angekommen war:

"Oh!", dachte ich!





Und so fühlte ich mich zuerst - traurig.


Dann dachte ich mir: "Was soll's! Mach die Augen auf und schaue dich um! Was ist die Welt schön!"





Freitag, 29. März 2013

Island - Tag 4

oder ...

All the small things ...

Bei so viel beeindruckender Natur und, vor allem, Landschaft muss man das Auge einfach ab und an auf die kleinen Dinge richten.


Wir waren unterwegs vom Ferienhaus zurück nach Reykjavik und machten einen Abstecher über
Þingvellir, ein geschichtsträchtiger und geologisch interessanter Ort im gleichnamigen Nationalpark. Es lohnt sich schon unterwegs immer wieder anzuhalten und die Augen schweifen zu lassen, in die Ferne und auch vor den Füßen. An vielen Stellen wächst isländisches Moos soweit das Auge reicht, zu dieser Jahreszeit grau-grün und aus der Ferne leicht türkis angehaucht, weich wie ein Teppich.








Was da im einzelnen zwischen dem Moos wächst weiß ich nicht genau. Es sind so viele verschiedene Arten an Heidekraut, die ich nicht kenne. Doch in den ersten Knospen mancher Sträucher zeigt sich schon der nahende Frühling.







Moosbeeren, und das im März









Fundsache, nicht drapiert oder verändert - genauso lag es da


Donnerstag, 28. März 2013

Island - Tag 3

oder ...

Von jedem Wetter etwas

Der Plan:

Es geht heute ca. 175 km entlang der Südküste bis nach Vik i Myrdal. Dabei schauen wir uns zwei beeindruckende Wasserfälle an, halten an einer Info-Station vor dem Eyafjallajökull, besuchen ein Freilichtmuseum und laufen auf schwarzem Steinstrand.

Diesen Plan, der schon Plan B war, denn ursprünglich wollten wir zum Vulkan Hekla (zu gefährlich wegen seismischer Aktivitäten), mussten wir unterwegs immer wieder modifizieren. Das Wetter spielte sein ganz eigenes Spiel: Sonne, Regen, Graupel, Schneeregen, Schneegriesel, Schnee, alles war dabei, in wechselnder Zusammensetzung.

Seljalandsfoss



Skógarfoss






Skógarfoss von oben



Blick vom Skógarfoss zum Meer



Kap Dyrhólaey












Blick aus dem Sommerhaus



Dienstag, 26. März 2013

Island - Tag 2

oder ...

So schön, so viel Stille

Eigentlich hatte ich schon gestern, am Tag der Ankunft, einige Bilder posten wollen. Aber, es gibt zwar WLAN im Hotel, das Handy packte es sofort, aber der Laptop eben nicht. Schade. Dafür klappt es nun am Ende von meinem zweiten Tag auf Island mit einigen Bildern, nach einem ereignisreichem Tag.

Gestern schon schien bei meiner Ankunft die Sonne. So weiß ich, sie hat sich hier versteckt gehabt. Heute morgen schien sie auch noch, als ich nach dem Frühstück ein wenig durch ein paar Straßen in Reykjavics Innenstadt lief. Fast alle Geschäfte waren zu diesem Zeitpunkt noch geschlossen und so fast niemand unterwegs.

Hallgrímskirkja

Denkmal von Leifur Eriksson, vor der Kirche


Später holten mich mein Sohn und seine Freundin ab und wir fuhren für zwei Tage raus aus der Stadt, und rein in die Landschaft Islands.

Schön - beeindruckend - bewegend - und, still.

Kerið





Geysir Strokkur blubbernd




Strokkur bei der Arbeit




rechts und neben Strokkur




Gulfoss



Und diesen Blick werde ich morgen beim Aufstehen haben: