Donnerstag, 6. September 2012

Zurück von der dOCUMENTA 13 #1


Jedes internationale Multi-Kulti-Treffen für Spiel, Sport, Spannung ... Kunst ... braucht in der Regel ein paar Tage zum Teilnehmen und danach ein paar Tage zum "Absetzen". Jede Menge Erinnerungen spulen sich im Kopf hin und her, kreuz und quer. Deshalb gibt es einen Zweiteiler zu meinem Documenta-Besuch in Kassel, der mit der Unterkunft für die letzten drei Nächte beginnt.

Die Elwe

Wer sich für einige Tage auf einen Kunstbesuchsmarathon begibt braucht eine Bleibe. Die Füße müssen mal hochgelegt und der Kopf zum Ruhen gebettet werden. Und dann gibt es noch einige andere körperliche Bedürfnisse zu befriedigen - eine Unterkunft muss her, sauber, zentral gelegen und bezahlbar. Gibt es, bzw. gab es während der Documenta 13 in einem ehemaligen Gefängnis in der Leipziger Straße 11 (elf = elwe in der Umgangssprache), der Elwe, dem Knasthotel.

Das Ankommen war befremdlich, denn wer von uns Otto-Normal-Menschen war schon einmal in einem Gefängnis? An der Rezeption gab es zuerst ein Bündel Bettwäsche zum Bett beziehen, ein Handtuch und ... Schlüssel, einen für die Zelle und einen für den Ausgang. Was für eine Beruhigung!



Erdgeschoss - auf dem Weg zu meiner Zelle


"Zuhause"

Ein Bett, ein Tisch, ein Waschbecken, eine Toilette ...

Hier geht es raus!


Erster Innenhof

Im Freiganghof

Blick in den Freiganghof

Manch einer fand diese Art der Unterkunft beängstigend. Ich schlief die Nächte in der Elwe überraschenderweise richtig gut. Ob das an der vielen Bewegung von einem Ausstellungsort zum anderen lag oder an der guten Luft in den spartanisch eingerichteten Zellen, weiß ich nicht. Zumindest gab es keinen Firlefanz rundherum, in dem eine Milbe oder ähnliches Gefallen zum Bleiben gefunden hätte. Die Gemeinschaftsduschen waren sauber und wer seine Zellentoilette nicht benutzen wollte hatte gepflegte Ausweichmöglichkeiten auf den Fluren. Einziges Manko war die fehlende Gastronomie in der direkten Nachbarschaft.



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