Montag, 24. September 2012

Akten wälzen


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Wochenende, mein Sohn auf Besuch und dann kommt Freitag so eine Email <pling> ins Postfach, die selbst mit zugekniffenen Augen auf den Absender und den Betreff Arbeit verspricht. Arbeit weit weg von jeglichem Spaß und Kreativität. Arbeit, die einen Lohnsteuerjahresausgleich toppt, denn dazu müssen nur die Belege eines Jahres herausgekramt werden. Mein Arbeitgeber möchte einen kompletten beruflichen Werdegang ab Schulabschluss von mir dokumentiert bekommen, inklusive Nachweise in Kopie.
Ich schüttel erst einmal verwundert den Kopf und schiebe diese Anfrage etwas von mir weg, denn es ist Wochenende und, wie gesagt, mein Sohn auf Besuch.

Besuche sind immer ein guter Anlass aufzuräumen, gut zu kochen und weitere Gäste einzuladen. So hatte ich heute zum "Englischen Frühstück" eingeladen, nachzulesen auf dem Blog meiner Tochter: Der Klang von Zuckerwatte.


Aber dann holte mich nach der Verabschiedung meiner Gäste doch diese Anfrage, Aufgabe, Auftrag, Pflicht ein und ich begann Ordner zu suchen, in Schachteln zu kramen, Daten-CDs zu durchforsten. Sauber abgeheftet fand ich meinen ersten Gehaltszettel mit 824,10 DM und Mengen an anderen Papieren, teilweise in einer Qualität (anno 1980 arbeitete man noch mit Durchschlagpapier oder diesen Durchschreibeformularen), an der die Zeit ordentlich genagt hat. Das Zeug riecht oder ist reichlich vergilbt ohne viel Tageslicht gesehen zu haben. Egal, denn ich komme an den Punkt mich zu fragen: Was soll das? Warum mache ich das?

Auf dem Begleitpapier schreibt mein Arbeitgeber, dass diese Erfassung zugunsten der Berechnung meiner Pension ist. Je mehr Nachweise ich bringe desto besser.
Hmm.
Mein Arbeitgeber ist jedoch seit 1978 ein und derselbe.
Seit Erteilung meiner Personalnummer läuft jede Veränderung, ob Einsatzort, Versetzung, Beförderung, Arbeitszeitveränderung, ... über diese Adresse.
Jetzt frage ich mich, ob ich nach 34 Jahren geprüft werde, in wie weit ich fähig bin meine Unterlagen aufzubewahren und chronologisch aufgegliedert abzugeben.
Oder ging bei denen das eine oder andere Dokument verloren?

Morgen gehe ich die Unterlagen kopieren, bin gespannt auf die Portokosten und schütte die Damen oder Herren Sachbearbeiter zur Arbeitsbeschaffung zu. Blöd nur, die bekommen Geld für das Bearbeiten des Papierbergs, ich verlor einen Teil des Wochenendes abgesehen von meiner Vorbereitung auf den Unterricht der nächsten Tage.



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