Mittwoch, 27. Juni 2012

Balkonien ...

und ...

einfach nur schauen und nichts tun

Schuljahresende, in der Schule brummt der Bär durch Prüfungen, letzte Arbeiten, Zeugnisvorbereitungen, erste Aufräumarbeiten und Schüler bei der Stange halten. Von wegen: in den letzten Schultagen passiert nichts mehr. Ich will nicht jammern, auch wenn ich gerne ein wenig Muße haben möchte um all die Ideen in meinem Kopf zu realisieren, und lasse meine Hände ruhen.





Heute genieße ich erst einmal meinen Balkon mit seinen neu bezogenen Gartenmöbeln, die ich im Mai genäht hatte, der neuen Bepflanzung und all den anderen Pflanzen aus der Wohnung. Die hatte ich in den ersten warmen Tagen vor Kater Chewie retten müssen, denn mit dem Frühling kamen die ersten Fliegen und Katerchens Jagdtrieb erwachte. Von jedem Fensterbrett schepperte es und vor allem meine Kakteen litten schwer. Ich weiß in einen Katzenhaushalt gehören keine Kakteen, doch die standen sicher in einem großen Glasgefäß. Dieses gibt es nicht mehr, es hatte auf der Jagd Platz machen müssen, doch eine umfangreiche "Nachzucht" aus den ganzen abgebrochenen Kaktustrieben.


Was ich mit den vielen Kakteen machen werde weiß ich noch nicht, aber ich freue mich über jeden neuen Trieb.

Eine ähnliche Geschichte hat dieser Gummibaum hinter sich. Er ist der letzte von fünf abgebrochenen Zweigen einer großen Pflanze, die bei einer Erkundung durch Chewie übrig geblieben waren. Die vier anderen angewachsenen Ableger fanden dankbare Abnehmer in meiner Schule.



In vielen meiner Blumenkästen und -töpfe hat sich ein dekoratives Unkraut breit gemacht, dass ich mir vor vielen Jahren aus Südfrankreich eingeschleppt habe.



Die zwei Pflanzen haben selbst den Weg in die Blumenkästen gefunden.




Besonders stolz bin ich auf meine Passionsblume. Vor vier Jahren säte ich ein winziges Samenkorn und seit einigen Wochen scheint sich die Pflanze endlich richtig weiterzuentwickeln. Vielleicht kommt dieses Jahr die erste Blüte.


Mindestens so stolz bin ich auf das Zitronenbäumchen. Letztes Jahr rettete ich es verrupft aus der Abfalltonne eines Pflanzenmarktes. Es tat sich schwer über den Winter. Einige Zweige vertrockneten, Schildläuse machten sich über die wenigen verbliebenen Blätter her und nun zeigen sich die ersten frischen Triebe.


Ein anderes selbstgezogenes Pflänzchen beschert mir seit sechs Jahren über den ganzen Sommer hinweg Erdbeeren. Die erste Beere 2012 ist reif!


Jedes Jahr bin ich verblüfft, wie viel Pflanzen auf meinem kleinen Balkon Platz finden und Mensch, wie Tier noch Platz lassen. Dieses Jahr zog sogar eine Mini-Seerose noch mit ein!


Sommer ist so eine schöne Jahreszeit. Fehlt jetzt nur noch die Sonne und ein wenig mehr Wärme.

Montag, 18. Juni 2012

Filzen mit Tierhaaren #4 ...

... oder ein Schlüsselanhänger zum 2. Geburtstag mit ein paar Tipps dazu


Am 28. Mai wurden meine zwei Kater, ein Kater meiner Tochter und natürlich noch die anderen Geschwister unserer drei zwei Jahre alt. Aus diesem Anlass stellte ich aus den Katzenhaaren von Sam, Chewie und Harry jeweils eine Kugel her, um sie in einem Schlüsselanhänger vereint den Züchtern zu schenken.

Und es geht weiter in der Produktion von Filzperlen.

Letzte Woche und am Wochenende entstanden wieder einige Perlen, ein paar davon für einen Auftrag!

Wie jedes Mal bin ich verblüfft, wie sich beim Filzen aus der weichen gekämmten Tierwolle vorher unsichtbare Deckhaare herausarbeiten.




Reste auf den Händen nach dem Filzvorgang

Diese Deckhaare "rasiere" ich nach dem Trocken der gefilzten Kugeln mit einer sehr scharfen Schere. Stumpfe Scheren klemmen die Haare ein statt sie abzuschneiden und rupfen auf der Kugeloberfläche Unebenheiten heraus. Zum Rasieren führe ich die Schere dicht über die Oberfläche, schneide die überstehenden Haare ab und drehe gleichzeitig mit der anderen Hand die Kugel regelmäßig zwischen den Fingern.

Rasierte Kugeln mit Abschnitten

Im nächsten Schritt wird die Kugel zur Perle - die Kugel erhält ein Loch.

Ich beginne immer mit einer Filznadel zum Trockenfilzen. Deren Spitzen sind schön scharf, schmal und dünn. Damit gelingt das erste Loch ganz einfach, vor allem da sich diese Nadel zum Ende ganz langsam verdickt. Nachdem das erste Loch gestochen ist drehe ich die Nadel einige Male in dem Loch bevor ich sie herausziehe und das Gleiche von der anderen Seite der Perle wiederhole. Achtung, das Perlenloch in dieser Phase immer gut im Auge behalten, es ist winzig klein.

Ist das Loch nun besser sichtbar vergrößere ich mit unterschiedlich starken Stricknadeln aus den Nadelspielen zum Sockenstricken langsam die Löcher. Immer abwechselnd von beiden Seiten der Perle die Löcher stechen, sonst verformt sich die Perle zu stark.

Perlen in verschiedenen Lochstadien

Fertige Filzperlen zum Aufbewahren

Ist die gewünschte Lochgröße erreicht und ich verwende die Perlen noch nicht lagere ich sie "aufgefädelt" auf einer alten Stricknadel:
1. die passenden Perlen bleiben zusammen
2. die Löcher schließen sich nicht durch Reibeung mit den anderen Filzperlen

Samstag ist Markttag

Jedes Wochenende zieht es mich am Wochenende in den Nachbarort Sindelfingen, zum Markt. Ich liebe es Obst und Gemüse frisch vor Ort zu kaufen, der Saison nach, vom Stand weg in den Korb gepackt und ohne große Anfahrtswege. Für mich wichtig sind die zwei Marktstände, die biologisch angebaute Produkte anbieten.  Letzten Samstag war der Besuch nicht ganz so beschaulich, da alle Stände ihren angestammten Platz auf dem Marktplatz für das internationale Straßenfest räumen mussten.

Da die Sonne so schön schien machte ich auf dem Rückweg Halt in einem Örtchen in der Nachbarschaft, Darmsheim, um dort über den 31. Töpfermarkt zu schlendern. Es kam, wie es kommen musste. Obwohl ich mir nichts kaufen wollte, wirklich gar nichts, konnte ich einem kleinen, grün glasiertem Väschen nicht widerstehen. Später kam dann noch eine grüne Schwimmkugel dazu und, hmm, tja, da stand dann diese große Schale beinahe mitten auf meinem Weg! Drei Mal bin ich ihr ausgewichen :D. Als ich dann wieder an ihr drumherum gehen "musste" kaufte ich sie dann lieber, damit ich auch mal heim kam.

Beim Ausladen meines Autos folgte der Blick in meinen grünen Einkaufkorb und es leuchteten mir alle Käufe im gleichen Farbton entgegen - wie das nur passieren konnte (ganz unschuldig gezwinkert).


Und kaum, dass etwas auf Chewies Balkontisch steht muss er zur Kontrolle erscheinen.

Montag, 11. Juni 2012

Zurück aus dem Urlaub

oder ...

Kontraste

Da bin ich wieder nach zwei Wochen Sonne, Sand, Meer mit jeder Menge Ausspannen, Lesen und Schnorcheln. Arg viel mehr Angebot gab es nicht rund um unsere Hotelanlage und der angeschlossenen Tauchbasis an der Küste des Sinai, 160 km nördlich von Sharm el Sheikh. Es fehlen die Touristen aus Europa und Israel. Was bleibt ist eine handvoll Gäste für die sich der Aufwand für ein Animationsprogramm nicht lohnt. Über das Fehlen von Letzterem war ich nicht unglücklich, jedoch über die vielen leerstehenden Räume, hochgeklappte Liegestühle, die keiner nutzt, wie verwaiste Sport- und Spielanlagen, Grünanlagen, in die langsam wieder die Wüste übergreift, viele Menschen ohne Arbeit.