Mittwoch, 18. April 2012

Staatsgalerie Stuttgart

oder

Kunst-Tipp

Turner Monet Twombly - Later Paintings
Hingehen, anschauen, es ist für jeden Geschmack etwas dabei, meiner Meinung nach, aber über Kunst lässt sich ja so herrlich streiten.

Es ist Wochen her, als ich zum ersten Mal das Ausstellungsplakat sah.


Ausstellungsplakat

Ich liebe die Bilder von Monet und Turner, bin zu diversen Ausstellungen teilweise weit gereist und dachte mir: Super, tolle Sache für die Osterferien. Und die Ergüsse von Twombly werde ich auch verkraften. Das waren meine Gedanken, wobei die Betonung auf "waren" liegt.

Nun war und ist es allerdings so, dass mich seit Wochen ein Infekt plagt und ausschaltet. Selbst die zwei Wochen Osterferien reichten nicht zum gesund werden. Aber zwei Sachen unternahm ich dann doch, denn schöne Erlebnisse sollen den Heilungsprozess ja bekanntlich unterstützen:
Zum einen war ich nach Motivationsüberreden meines Sohnes (Mutti, ich glaube das interessiert dich und wird dir gut tun) in der Kykladen-Austellung in Karlsruhe (geht noch bis zum 22. April 2012) und zum anderen in der Staatsgalerie in Stuttgart: Monet und Turner als therapeutische Eigenverordnung zur Seelenpflege, dachte ich.

Hmm, Luft holen, durchatmen. An dieser Stelle ist für mich ein doppelter Absatz nötig, denn diese Bilder in ihrer Gruppierung und Gegenüberstellung sind bewegend und haben etliches in mir verrückt.

Es ist wohl so wie mit dem Weingeschmack. Er passt sich im Laufe eines Lebens dem Älterwerden an. Mochte ich ganz früher auch einmal ein liebliches Tröpfchen bevorzugte ich über Jahre einen trockenen Weißwein. In den letzten Jahren fand ich immer mehr Gefallen an Rotwein. Nicht, dass ich Rotwein bisher ablehnte, aber vor die Wahl gestellt war mir ein Gläschen Aligoté lieber als ein Cabernet Sauvignon.
Ähnlich ging es mir in der Kunst. Früher mochte ich Monet mit seinen lieblichen Farben und fand immer mehr Gefallen an den Werken Turners. Daneben bin ich als treue Documenta-Besucherin offen, Kunst in seiner breiten Vielfalt erleben zu wollen. Trotzdem fehlte mir zu Twombly immer eine Synapse zum Zugang.

Dann kam diese Ausstellung.
Erste Irritation schon auf dem Weg, denn die Ausstellungsräume liegen nicht im neuen Teil der Staatsgalerie, sondern im alten - Suchlauf, Warteschlange an der Kasse, 12 Euro und endlich drin.

Erster Raum, erste Enttäuschung.
Links, mein Lieblings-Monet ist schlecht ausgeleuchtet und spiegelt.
Rechts, ein Turner, der durch die zwei Twomblys geradeaus erschlagen wird.

Soll ich mir das antun?
Ja, denn in der Ferne, viele Räume weiter, sehe ich das Seerosenbild hängen.

Bis ich dort angekommen bin weiß ich, ...

... genug Seerosenbilder und Sonnenuntergänge - die Bilder sind schön, aber ich muss sie mir nicht mehr in neuen Ausstellungen ansehen. Doch in dieser Ausstellung, in ihrer Nachbarschaft zu Twomblys abstrakten Bildern, wurde das fehlende Türchen zum Verstehen dieser Bilder geöffnet - sperrangelweit!

Jetzt muss ich ganz schnell wieder auf die Beine kommen, denn ich muss sie noch einmal sehen!

Neugierig geworden?



Ganz viel zum Einlesen zur Ausstellung gibt es auf dem Kulturfinder BW




und im Webmuseum stehen einige aufschlussreiche Bilder aus der Ausstellung zur Ansicht.




Mein Favorit ist leider nicht mit dabei, aber was soll's :D

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