Sonntag, 1. April 2012

Filz aus eigener Herstellung

... aus 100 % reiner Britisch-Kurzhaar-Katerwolle

und etwas, das man brauchen kann: (schon wieder) Untersetzer :D



Es ist Frühling und für meine zwei Katermitbewohner liegt selbst als reine Wohnungskatzen der Fellwechsel an. Sie lassen ihre Haare fallen wo sie gehen, stehen und liegen. Der Grauschleier legt sich flockend auf Teppich, Sofa, Sessel und überall dort, wo sie sich aufhalten. Ich könnte täglich Staub saugen und den Staubsaugerfilter ständig leeren. Katzenhaare überall.

Letztes Jahr hatte ich die Idee den Berg an Katzenhaaren, den ich aus dem Fell von Chewie und Harry gebürstet hatte zu verspinnen (ich berichtete darüber im Oktober 2011). Das war mir jetzt zu aufwendig. Ich wollte ein schnelles Ergebnis.
Das Spinnen an und für sich ist nicht das zeitfressende Problem. Die kurzfaserige Katerwolle verfilzt relativ schnell, teilweise schon gleich nach dem Bürsten beim Sammeln in der Hand, weshalb sie vor dem Spinnen zusätzlich kardiert werden muss.

Filzen schien mir die nahe liegende Lösung, allerdings erschließt sich mir diese Technik nur langsam. Die Reihe der glücklosen Versuche zu filzen ist lückenlos und lang. Das es dieses Mal geklappt hat muss an meinen zwei kleinen "Helfern" gelegen haben.

Am Anfang steht die "Ernte". Schon beim Anblick des Striegels flitzten beide Kater, kräftig flockend jeder in eine andere Richtung. Die Ausbeute bei Chewbacca war dürftig, doch bei Harry lohnte sich jeder Strich durch das Fell.



Zusammen mit der Wolle in meinem Spinnkorb gab es ein lohnenswertes Häufchen, das ich in Portionen von 5 Gramm abwog. Übrig blieb ein Rest von 2,8 g den ich später auch noch verarbeitet bekam.



Ab jetzt lasse ich die Bilder sprechen.














An dieser Stelle angekommen hieß es warten, warten, warten ... und ich kümmerte mich um den kläglichen Rest der Katerrohwolle. Zustande kam ein kleiner Filzball, den ich eventuell zu einer Filzperle umfunktionieren werde.



Inzwischen waren die gefilzten Platten lange genug in der Presse und sie konnten raus in die Sonne zum Trocknen, bevor es ans Schneiden ging.






Sechs Untersetzer aus 30 g Katerrohwolle - das hat Spaß gemacht!

Kommentare:

  1. Moin,

    ich habe hier eine Maine Coon und würde ihr Haar gern zum Filzen nehmen. Wie ich Filze, das habe ich inzwischen herausgefunden. Eine Frage bleibt: Wasche ich das Haar vorher? Falls ja, wie?
    Ich hoffe, Sie können mir weiterhelfen...

    Viele Grüsse,
    Kathi
    (tskathi-bei-gmx.de)

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    1. Hallo Kathi,
      ich wasche das Katzenhaar nicht vor dem Filzen. Die Fasern sind so fein, dass ich alles vermeide, dass zu einem vorzeitigem Verfilzen führen könnte. Allerdings ziehe ich das Katzenhaar vor dem Filzen durch Handkarden, um die Fasern in eine Richtung zu bringen.
      Beim Nassfilzen erübrigt sich das vorherige Waschen sowieso. Die Fasern kommen dann mit genug Seife und warmen Wasser in Berührung.
      Ich hoffe, dass ich helfen konnte.
      Mit vielen Grüßen,
      Karin

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