Sonntag, 29. April 2012

Babyquilt

Das Baby für das ich diesen Quilt im Februar 2012 nähte ist endlich auf der Welt und ich nehme niemandem mehr die Überraschung, wenn ich dieses Nähwerk nun vorstelle!


Nicht zu übersehen ist die vorherrschende Farbe und was schließt man daraus bezüglich des Geschlechts des neuen Babys? Es ist tatsächlich ein kleiner Junge!

Das geübte Auge erkennt vielleicht den Künstler von dem ich mich bei der Herstellung inspirieren ließ. Ja, es ist wirklich ein Muster von Kaffe Fassett!
Was war ich begeistert, als ich sein erstes Buch, Glorious Knitting, kurz nach der Geburt meiner Tochter in die Hand bekam. Ach ja, viele Jahre her! Trotzdem, schon 1985 begeisterten mich beim Öffnen des Buches die Bilder, wie die Strickmuster aus Arrangements die der Alltag bietet entwickelt und gegenübergestellt wurden. Pate dafür standen  Blüten, Knöpfe, Teller, Tassen, Obst und vieles mehr. Damals sensationell neu, heute immer noch strahlend, fröhlich, motivierend.

aus "Glorious Knitting", Seiten 130/131

Und eines Tages sehe ich das erste Quiltbuch von ihm - haben will! - MEINS - und reihe es in meine Inspirationsbücherecke ein. Dort stehen neben Kunstbüchern auch Bilderbücher, Fotobände, einfach jede Menge hübscher Dinge zum Blättern, Schmökern, Seele baumeln lassen und "Futter" für diese, damit die kreative Quelle nicht versiegt.

In einem dieser "Auftank-Pausen" sprach mich ein Quiltmuster in einem der Bücher Kaffe Fassetts an, Economy Blue Patch:



Alle Maßangaben in seinen Patchwork-Büchern sind in Zoll bzw. inch angegeben, weshalb ich in solchen Fällen nicht mit dem Zentimeterband arbeite, sondern mit einem Zollband. Das brachte ich mir irgendwann einmal aus England mit, damit ich mir das Umrechnen sparen kann. Eigentlich müsste uns dieses leichter fallen, denn selbst in den Zentimeter-Meter-Ländern ist Zoll als Maßeinheit gang und gäbe. Wer es nicht glaubt, einfach mal bei Wikipedia reinschauen, ein wenig nach unten scrollen und ... aah! Na, wie ist das mit der Schriftgröße beim PC, den Jeansgrößen?

Zurück zum Quilt.
Das Prinzip für einen Economy Blue Patch-Quilt ist einfach, doch beinhaltet es eine Menge an Vorarbeit. Zum Glück ging es bei mir dieses Mal nur um einen kleinen Quilt. Schnell auf einen Zettel die kleinen und großen Blöcke verteilt, durchgezählt,
  • eine Liste geschrieben,
  • Schablonen geschitten,
  • Stoff zugeschnitten,
  • Blöcke zusammengenäht,
  • alle Blöcke auf dem Tisch verteilt und <ups> da fehlt ja was.
Nach einem Kontroll-Blick auf die Skizze konnte ich nur noch den Kopf schütteln.
Ist das der absichtlich eingebaute Fehler in einem Quilt oder gehört das in die Kategorie: blond blöd? Das hätte mir doch auffallen müssen! Schaut selbst!

Peinlich!

Wenn mir meine Schüler einen Entwurf in dieser Art und Weise vorgelegt hätten ...! :D

Nun ist der Quilt trotzdem fertig geworden und ich quiltete ausnahmsweise mal wieder nicht mit der Hand sondern mit der Maschine.


Bei der vorherrschenden Farbe und bei so vielen Punkten war der Quiltname dieses Mal leicht zu finden: Blaupunkt


Neben gepunkteten Stoffen verwendete ich noch Reste mit Batikmustern, die vom Quilt für meinen Sohn übrig geblieben waren.


Und hier noch ein Blick auf die Rückseite, auf der das Quiltmuster deutlicher zu erkennen ist.






Sonntag, 22. April 2012

Ostern ist zu Ende #1

oder ...

Der Untergang der Osterhasen - extended version

Da stehen sie wieder, die Schokoladenosterhasen des Jahres, geliebt und ungegessen.


Sie stehen da, wie die Weihnachtsmänner des Jahres 2011, viel zu schade zum Auspacken aus diesen glänzenden Kostümen und überhaupt viel zu hübsch für ein Massaker! Osterhasen und Weihnachtsmänner einfach so aufessen? Geht nicht! Das grenzt an Kannibalismus!

So blieben einige Jahre lang vor allem unsere Weihnachtsmänner erhalten und wir konnten dabei den Zeitgeist mit seinen Stilveränderungen beobachten. Weihnachtsmänner scheinen auch modisch angepasst zu werden. Die Osterhasen kamen meistens in den "Notfutter-Korb" bei mir in der Schule (Oh, über diesen könnte ich auch einmal posten!) und fanden ein schnelles Ende.

Als dann ein Pärchen Lebensmittelmotten die Weihnachtsmann-Sammlung trotz abgelaufenem Verfallsdatum doch noch lecker fand und ihre Familie darin gründete kam es zu einem schnellen Abschied:
Tonne auf, Weihnachtsmänner rein, Deckel zu.

Schade, schade, schade.

Weihnachten ist vorbei, jetzt war Ostern und die Zeit der Schoko-Osterhasen. Wie die Kollegen mit der roten Mütze erleiden sie traditionsgemäß in unserer Familie das gleiche Schicksal. Nach dem ersten "Oh sehen die niedlich aus", ist jeglicher Appetit auf diese vergangen.
Zur Erklärung, wir hatten über Jahre ein Kaninchen als Haustier, Sunny, und alles was irgendwie an Kaninchen erinnerte wurde in der Zeit vom Speiseplan gestrichen. Selbst Katze Butzele, als Feriengast, bekam kein Futter mit Kaninchen, um ja keinen Appetit auf das schwarz-weiße Fellmonster auf unserem Balkon zu bekommen. Diese Vorsichtsmaßnahme erwies sich als völlig unnötig. Sunny zeigte Butzele, als echte Kampfhäsin, wer hier der Chef im Haus ist und Butzele akzeptierte Sunnys Revier schon nach der ersten Attacke ohne weitere Annäherungsversuche.

Die Lösungsansätze:

  • Wenn schon Abschied, dann muss dieser schnell sein (siehe Mottenattacke).
  • Schnell auspacken, abbeißen und schlucken geht nicht. 

Vor Ostern ist nach Ostern
  • Wenn schon Weihnachtsmänner und Osterhasen essen, dann darf es nicht mehr an diese erinnern.
  • Eine Formveränderung muss her!
  • Zerhacken = Sauerei.
  • Schokolade schmilzt (Wer hatte noch nie eine Schokoladentafel im Handschuhfach des Autos vergessen?).
  • Geschmolzene warme Schokolade ist "äh, bäh!"
  • Geschmolzene warme Schokolade, die dann abkühlt ist noch mehr "bäh!"
  • Aber Sahne in der Schokolade schmilzt ... hmmm ... da gibt es ein Rezept von Wolfram Siebeck, zeitlos lecker, immer gut: Schnelle Mousse au chocolat!!!
"Weihnachtsmänner und Osterhasen, zieht euch warm an, ähm, eher aus!"
Es geht ...

Ab in den Topf! 

Der Topf!

Sahnebad für neugierige Hasen - 400 g!

Cleopatra ging auch in Milch und Sahne baden!

Achtung, flüchtende Hasen!

Ausziehen, erster Versuch!

Ausziehen perfekt.

Ab ins Sahnebad unter den Augen Cleopatras - 4 Hasen oder 200 g.

Es tut sich was ...

Es schmilzt ...



... und schmilzt ...

... einmal umrühren und ab in den Kühlschrank!

Die Glöckchen für das geplante Katzenspielzeug weggeräumt und die "Kostüme" in die Wertstofftonne.

Jetzt heißt es warten.
24 Stunden Sibirien im Kühlschrank für die Hasenschmelze in Sahne und es kommt zum nächsten Schritt.

Frisch aus dem Kühlschrank ...

... schnell steif schlagen und ...

in Gläser abfüllen.

Osterhasen - Mousse au chocolat, ohne Ei, Wasserbad und andere Kniffligkeiten.

Lecker!








      Ostern ist zu Ende #2

      oder ...

      Der Untergang der Osterhasen - Kurzversion

      oder ...

      Das Rezept für Mousse au chocolat
      nach Wolfram Siebeck (aus Festmenü Teil 4 von 1994) x-fach veröffentlicht im Internet, z. B. unter dieser Adresse oder dieser, aber ihr könnt auch mich fragen, um das ...



      aus dem



      zu bekommen:

      200 g Schokolade oder 4 Osterhasen
      400 g Sahne

      Alles zusammen schmelzen lassen und ab in den Kühlschrank für 24 Stunden.
      Die abgekühlte Masse wie Sahne steif schlagen und in Portionen, Gläser, Schüsseln abfüllen und servieren.

      Das war es - kurz, knapp, köstlich - lecker!

      Mittwoch, 18. April 2012

      Staatsgalerie Stuttgart

      oder

      Kunst-Tipp

      Turner Monet Twombly - Later Paintings
      Hingehen, anschauen, es ist für jeden Geschmack etwas dabei, meiner Meinung nach, aber über Kunst lässt sich ja so herrlich streiten.

      Es ist Wochen her, als ich zum ersten Mal das Ausstellungsplakat sah.


      Ausstellungsplakat

      Ich liebe die Bilder von Monet und Turner, bin zu diversen Ausstellungen teilweise weit gereist und dachte mir: Super, tolle Sache für die Osterferien. Und die Ergüsse von Twombly werde ich auch verkraften. Das waren meine Gedanken, wobei die Betonung auf "waren" liegt.

      Nun war und ist es allerdings so, dass mich seit Wochen ein Infekt plagt und ausschaltet. Selbst die zwei Wochen Osterferien reichten nicht zum gesund werden. Aber zwei Sachen unternahm ich dann doch, denn schöne Erlebnisse sollen den Heilungsprozess ja bekanntlich unterstützen:
      Zum einen war ich nach Motivationsüberreden meines Sohnes (Mutti, ich glaube das interessiert dich und wird dir gut tun) in der Kykladen-Austellung in Karlsruhe (geht noch bis zum 22. April 2012) und zum anderen in der Staatsgalerie in Stuttgart: Monet und Turner als therapeutische Eigenverordnung zur Seelenpflege, dachte ich.

      Hmm, Luft holen, durchatmen. An dieser Stelle ist für mich ein doppelter Absatz nötig, denn diese Bilder in ihrer Gruppierung und Gegenüberstellung sind bewegend und haben etliches in mir verrückt.

      Es ist wohl so wie mit dem Weingeschmack. Er passt sich im Laufe eines Lebens dem Älterwerden an. Mochte ich ganz früher auch einmal ein liebliches Tröpfchen bevorzugte ich über Jahre einen trockenen Weißwein. In den letzten Jahren fand ich immer mehr Gefallen an Rotwein. Nicht, dass ich Rotwein bisher ablehnte, aber vor die Wahl gestellt war mir ein Gläschen Aligoté lieber als ein Cabernet Sauvignon.
      Ähnlich ging es mir in der Kunst. Früher mochte ich Monet mit seinen lieblichen Farben und fand immer mehr Gefallen an den Werken Turners. Daneben bin ich als treue Documenta-Besucherin offen, Kunst in seiner breiten Vielfalt erleben zu wollen. Trotzdem fehlte mir zu Twombly immer eine Synapse zum Zugang.

      Dann kam diese Ausstellung.
      Erste Irritation schon auf dem Weg, denn die Ausstellungsräume liegen nicht im neuen Teil der Staatsgalerie, sondern im alten - Suchlauf, Warteschlange an der Kasse, 12 Euro und endlich drin.

      Erster Raum, erste Enttäuschung.
      Links, mein Lieblings-Monet ist schlecht ausgeleuchtet und spiegelt.
      Rechts, ein Turner, der durch die zwei Twomblys geradeaus erschlagen wird.

      Soll ich mir das antun?
      Ja, denn in der Ferne, viele Räume weiter, sehe ich das Seerosenbild hängen.

      Bis ich dort angekommen bin weiß ich, ...

      ... genug Seerosenbilder und Sonnenuntergänge - die Bilder sind schön, aber ich muss sie mir nicht mehr in neuen Ausstellungen ansehen. Doch in dieser Ausstellung, in ihrer Nachbarschaft zu Twomblys abstrakten Bildern, wurde das fehlende Türchen zum Verstehen dieser Bilder geöffnet - sperrangelweit!

      Jetzt muss ich ganz schnell wieder auf die Beine kommen, denn ich muss sie noch einmal sehen!

      Neugierig geworden?



      Ganz viel zum Einlesen zur Ausstellung gibt es auf dem Kulturfinder BW




      und im Webmuseum stehen einige aufschlussreiche Bilder aus der Ausstellung zur Ansicht.




      Mein Favorit ist leider nicht mit dabei, aber was soll's :D

      Freitag, 13. April 2012

      Strickwerk, Faden- und Farbenspiel

      Es ist verflixt viele Jahre her, als wir vor einem Problem standen:
      • Heizung abmontiert
      • Küche renoviert
      • alles dran und drin
      • aber ...
      Alles hätte so schön sein können, wenn da nicht die übriggebliebenen Halterungen der Heizung hässlich aus der Wand geragt hätten.
      Während der Rest der Familie noch sich beratend vor Ort befand hatte ich ruckzuck kleine Handschuhe in den Farben der neuen Küche für die zwei sichtbaren Streben gestrickt.
      Meine Idee:
      Was man nicht ändern, wegreißen oder verstecken kann muss gehübscht und nett verpackt werden. Vielleicht erinnerte ich mich an meinen ersten Documenta-Besuch in Kassel, als ich Christo und seine Verpackungsideen kennen gelernt hatte. (Oh Gott, das war die Documenta 6, 1977)

      Die Idee kam super an, wurde an anderen Stellen wiederholt und jetzt hielt ich tatsächlich ein Buch in der Hand, staunend - das was ich vor 30 Jahren schon machte, heute noch praktiziere hat einen Namen:

      Urban Knits

      Zuhause angekommen begann ich zu googeln und fand noch mehr tolle Bilder, was künstlerisch bestrickt und behäkelt werden kann.
      Grundsätzlich geht es bei Urban Knits darum etwas gehäkelt oder gestrickt zu umhüllen, das eigentlich keiner Hülle bedarf. Das bestrickte Objekt soll dadurch betont, aufgewertet oder verändert werden.


      Bestrickter Baum im Strickkostüm
      Das Bild des bestrickten Baums finde ich bestrickend schön, obwohl ich nach genauerem Hinsehen doch meine, da wurde gehäkelt! Auf jeden Fall fand ich das Bild in einer Fotoserie auf dieser Seite.

      Hübsch fand ich auch die Pflanztaschen aus dem Blog Offbeat Home.

      Pflanztaschen
      Was noch so alles geht zeigt der Blog von Caroline Allen zum Thema Urban Knit.

      Bestrickte Straßenschilder

      So etwas macht mir Spaß!
      Es muss nicht immer nützlich sein, Hauptsache es gefällt!

      Doch, halt! Ich vergaß ein "Frühwerk" meinerseits. Es handelt sich um ein Objekt aus dem Handarbeitsunterricht der 2. Klasse. Das Original besitze ich tatsächlich noch, hängt im Kleiderschrank so vor sich hin und wird NICHT benutzt. Die ursprüngliche Aufgabe damals war Holzbügel umhäkelnd mit einer Schutzhülle zu versehen. Die Aufgabe fand ich an und für sich schön, denn ich häkelte gerne. Aber ich stellte mir die Frage: "Wozu ein Muster häkeln, wenn hinterher ein Kleidungsstück darüberhängend das Muster versteckt?"
      Deshalb fristet dieser Bügel ohne etwas drumherum noch IMMER unbehängt und unbedeckt sein Dasein - Urban Knits in seiner Frühzeit.

      Urban "Knits" aus Schultagen
      Wer gerne in Büchern zu diesem Thema blättert wird schnell auf Amazon und anderen Anbietern fündig. Meist sind es reine Kunstbildbände ohne Anleitungen, wobei ich letztere überhaupt nicht vermisse. Die eigene Kreativität braucht Raum, aber zur Inspiration brauche ich Bilder.

      Auf der Suche nach Büchern unter Urban Knits oder Urban Knitting gibt es Titel, wie Yarn Bombing, Strick Graffiti, Knit the City, bis hin zu Anleitungsbüchern zur Herstellung von gestrickten Weihnachtskugeln.

      Und auf Youtube gibt es Videos. Zum Beispiel ein Kurzvideo zu einem bestricktem Baum in Mainz:



      oder der eingepackten Hafenreling in Neuseeland:


      Urban Knitting, das neue Graffiti?
      Ganz ehrlich, anbetracht all der Baustellenabzäunungen bei uns in der Stadt würde ein wenig Strick- und Häkelwerk an ihnen äußerst angenehm auffallen.

      Urban (Guerilla) Knitting in Böblingen- das wäre eine coole Sache!
      Packen wir die Bauzäune ein!

      Frei nach dem Motto:
      Böblingen, bestrickend schön!

      Sonntag, 8. April 2012

      Filzen mit Tierhaaren #3

      es geht weiter ...

      ... jetzt mit mehr System.

      Inzwischen weiß wie groß ungefähr eine gefilzte Perle ausfällt wenn ich eine bestimmte Menge "Wolle" abwiege. Ungefähre Größe und keine genauen Durchmesser deshalb, weil noch andere Faktoren, als die Materialmenge, die Ausmaße bestimmen. An der Genauigkeit arbeite ich noch.

      Heute ging es mir allerdings hauptsächlich darum, wie ich das Durchbohren der Filzkugeln zur Perle optimieren kann. Tatsächlich fand ich ein paar Tricks heraus, ohne zu googeln, und es klappt immer besser die Löcher ohne großes Verformen der Perle zu bewerkstelligen.

      So entstanden wieder ein paar Schmuckstücke:







      Hier meine Übersicht was in einer Katzenfilzperle bei welcher Größe an Material steckt.






      Donnerstag, 5. April 2012

      Das Filzen mit Tierhaaren geht in die zweite Runde

      oder

      Kaum zu glauben, dass Katzenhaare tatsächlich schmücken können!

      Nachdem meine Kater ihre liegengelassenen und ausgekämmten Haare in Untersetzer und Kugeln verwandelt sahen, musste jetzt der Nachbarkater seine Haare "opfern". Nun weiß ich, Katzenhaar ist von Rasse zu Rasse nicht nur unterschiedlich weich und lang, sondern auch ganz verschieden zu verarbeiten.

      Die "Wolle" meiner zwei Britisch Kurzhaar-Kater lässt sich nur schwer verspinnen, da sie weich und kurzfaserig ist. Jetzt hatte ich einen Beutel mit Haaren eines äußerst hübschen Maine Coon-Katers, braun wie ein Löwe, weich wie eine Wolke, dazu mit langen Fasern - Material, dass eigentlich zum Spinnen verführt. Doch momentan filze ich und das ziehe ich durch. Ein Ende ist nicht in Sicht, denn den nächsten Beutel mit Katzenhaaren brachte mir meine Tochter.

      Doch zuerst ging es ans Werk: Maine Coon-Wolle abwiegen und zurechtzupfen.


      Die weiteren Schritte liefen ab, wie in meinem letzten Blog bebildert. Einziger Unterschied, zum Walken holte ich mir ein altes Waschbrett (so etwas habe ich tatsächlich noch) aus dem Keller. Der Einsatz lohnte sich, denn dieser Filz wurde deutlich fester, als der den ich zuletzt aus Katzenhaaren hergestellt habe. Dafür fielen die Maine Coon-Untersetzer farblich doch deutlich unterschiedlicher aus, als die von den Haare meiner Britisch Kurzhaar-Kater. Meine zwei Burschen haben einfach eine gleichmäßigere Fellfarbe.

      Untersetzer aus Maine Coon-Katzenhaar

      Natürlich rubbelte ich noch einige Filzkugeln aus den Resten zusammen und was lag näher, als diese Filzkügelchen als Perlen und Schmuckzubehör zu verwenden.


      Die ersten Ohrringe aus diesen Filzkugeln sind fertig und so kann man seinen Liebling am Ohr immer dabei haben. Vielleicht etwas verrückt, aber wie sagt der Schwabe:
      No nix verkomme lasse!

      Ohrringe mit Maine Coon-Filzperlen

      Sonntag, 1. April 2012

      Filz aus eigener Herstellung

      ... aus 100 % reiner Britisch-Kurzhaar-Katerwolle

      und etwas, das man brauchen kann: (schon wieder) Untersetzer :D



      Es ist Frühling und für meine zwei Katermitbewohner liegt selbst als reine Wohnungskatzen der Fellwechsel an. Sie lassen ihre Haare fallen wo sie gehen, stehen und liegen. Der Grauschleier legt sich flockend auf Teppich, Sofa, Sessel und überall dort, wo sie sich aufhalten. Ich könnte täglich Staub saugen und den Staubsaugerfilter ständig leeren. Katzenhaare überall.

      Letztes Jahr hatte ich die Idee den Berg an Katzenhaaren, den ich aus dem Fell von Chewie und Harry gebürstet hatte zu verspinnen (ich berichtete darüber im Oktober 2011). Das war mir jetzt zu aufwendig. Ich wollte ein schnelles Ergebnis.
      Das Spinnen an und für sich ist nicht das zeitfressende Problem. Die kurzfaserige Katerwolle verfilzt relativ schnell, teilweise schon gleich nach dem Bürsten beim Sammeln in der Hand, weshalb sie vor dem Spinnen zusätzlich kardiert werden muss.

      Filzen schien mir die nahe liegende Lösung, allerdings erschließt sich mir diese Technik nur langsam. Die Reihe der glücklosen Versuche zu filzen ist lückenlos und lang. Das es dieses Mal geklappt hat muss an meinen zwei kleinen "Helfern" gelegen haben.

      Am Anfang steht die "Ernte". Schon beim Anblick des Striegels flitzten beide Kater, kräftig flockend jeder in eine andere Richtung. Die Ausbeute bei Chewbacca war dürftig, doch bei Harry lohnte sich jeder Strich durch das Fell.



      Zusammen mit der Wolle in meinem Spinnkorb gab es ein lohnenswertes Häufchen, das ich in Portionen von 5 Gramm abwog. Übrig blieb ein Rest von 2,8 g den ich später auch noch verarbeitet bekam.



      Ab jetzt lasse ich die Bilder sprechen.














      An dieser Stelle angekommen hieß es warten, warten, warten ... und ich kümmerte mich um den kläglichen Rest der Katerrohwolle. Zustande kam ein kleiner Filzball, den ich eventuell zu einer Filzperle umfunktionieren werde.



      Inzwischen waren die gefilzten Platten lange genug in der Presse und sie konnten raus in die Sonne zum Trocknen, bevor es ans Schneiden ging.






      Sechs Untersetzer aus 30 g Katerrohwolle - das hat Spaß gemacht!