Sonntag, 29. Januar 2012

Strickwerk 2012 #1 fertiggestellt

Da liegt sie, die erste abgeschlossene Strickerei, die ich vor Wochen angekündigt hier angekündigt hatte:


Und natürlich trage ich den Pullover jetzt beim Schreiben auch, was sonst :D? Leider ist die Bildqualität nicht das, was ich wollte. Die Farbe kommt nicht richtig heraus. Das trübe Licht von draußen reicht nicht für eine gute Ausleuchtung mit meiner einfachen Kamera ohne Schnickschnack und mit Blitzlicht ist alles eine einzige grüne Soße. Am besten kam der Farbton der Wolle auf diesem Detailbild heraus:



Warum ich dafür so viel Zeit benötigt habe ist mir zum Teil ein Rätsel.

Der Grundgedanke einmal etwas nicht selbst auszudenken, zu berechnen und zu planen sollte eigentlich die ganze Herstellung beschleunigen. Anleitung und Material kaufen, hinsetzen, stricken, zusammennähen, ausarbeiten und fertig. Die Rechnung ging nicht ganz auf.
Die Strickanleitung war zwar nicht immer ganz verständlich (für Anfänger nicht geeignet), aber einmal angefangen ließ es sich damit arbeiten. Die einzelnen Strickmuster sind an und für sich einfach zu meistern, doch mit den Zu- und Abnahmen dazwischen kann man schon durcheinander kommen. Überhaupt gab es einiges an Strickmanövern, die ich so noch nicht gemacht habe und ganz sicher nicht wiederholen werde. Hilfreich war hier auf jeden Fall wieder das geniale Stricknadelsystem von Lana Grossa und KnitPro.

Ein Zeitfresser war ganz sicher die Arbeit. Die Zeugnisse stehen vor der Tür. Bei manchen Schülern liegen plötzlich die Nerven blank, denn gute Noten fallen nicht so einfach vom Himmel. Entsprechend anspruchsvoll ist die Schule an diesen Tagen. So lag das Strickzeug an manchen Abenden nur wärmend auf meinen Beinen statt in den Händen weiter zu wachsen.

Und dann genoss ich die wenigen Sonnenstrahlen so oft es möglich war - dem Frühling auf der Spur. In meinem Minigarten zeigen sich neben den Schneeglöckchen schon die ersten Winterlinge. Sogar die ersten Bauernbübchen wagen sich heraus!


Freitag, 13. Januar 2012

Katzen-Origami-Lesezeichen und ein Buch vom Träumen

Eigentlich wollte ich an meinem Strickwerk arbeiten, wenn da nicht das Internet wäre und der eine oder andere Blog, den ich regelmäßig lese - so wie gestern Abend.

Jessica von "How about orange" hatte etwas Neues, etwas zum Falten, Origami, ein Lesezeichen, und zwar ein ganz besonderes, ein KATZEN-Lesezeichen. Die Anleitung dazu hatte sie auf  You Tube gefunden!




Cool, muss ich ausprobieren, dachte ich. Und ich ließ mich, obwohl es schon weit nach 22:00 Uhr war und für brave Lehrer die Bettzeit verflixt nah, auch nicht von dem Satz "A couple of the steps were tricky" abbringen um das sofort auszuprobieren. Zudem mit einem Anleitungs-Video!
It was a hard day's night! Und dabei fing alles so easy und toll an. Falten, drehen, falten, zurückfalten, usw. und das alles mit dem Luxus eines Videos.
Aber dann, ab 3 Minuten und 40 Sekunden blickte ich in keinster Weise mehr durch. Ein altes Videoband hätte ich bei der  Menge an Stops und Rückspulaktionen bruchgefährdet durchgescheuert. Und trotzdem gab ich irgendwann in der Nacht einfach zugunsten einer Runde Schlaf auf, um nicht als Frau der Augenringe am nächsten Morgen vor meinen Schülern stehen zu müssen.

Aber Aufgeben geht nicht! Geht gar nicht!

Es ist geschafft! Nach der 3:40-Hürde folgte der 4:50-Stolperstein und als ich dann noch bei 9:50 dachte: "Häh?", verzichtete ich auf Rückspulen und fummelte einfach drauf los.



Da liegen sie meine Zwischenstationenmuster und ein Endergebnis.

Letzteres steckt in einem Buch, das ich für trübe Momente wärmstens empfehlen möchte:
Der träumende Delphin
von  Sergio Bambaren



 

Auf dem Buchdeckel steht:
Manche Dinge kann man nur mit dem Herzen sehen.
Was du tust, ist wichtig, wichtiger aber ist, wovon du träumst - und das du an deine Träume glaubst.

Samstag, 7. Januar 2012

Christbaumquirle oder wider dem Weihnachten-ist-zu-Ende-Blues

Nun ist er aus dem Haus, mein Weihnachtsbaum. Schade eigentlich und passend zu dieser Stimmung graupelte und pustete es heftig auf unserem letzten gemeinsamen Weg zur Sammelstelle. Ich erinnerte mich dabei an ein Weihnachtsprojekt, dass meine Freundin und ich mit unserer Klasse vor Jahren durchgeführt hatten. In Anlehnung zum Märchen "Der Tannenbaum" von Hans-Christian Andersen sollten sich die Schülerinnen und Schüler in solch einen Tannenbaum hineinversetzen und eigene Tannenbaumgeschichten schreiben. Daraus stellten wir eine Geschichtensammlung her, die die Kinder zu Weihnachten verschenken konnten. Mein Exemplar fand ich mit einem Griff, als ich wieder zuhause war - keine gute Idee in alten Geschichten zu blättern, denn prompt:  I've got the blues, den Weihnachten-ist-zu-Ende-Blues.

Zum Glück lag im Wohnzimmer und auf dem Balkon schon alles bereit zur Pflege einer alten Familientradition. Jeder Weihnachtsbaum lässt ein kleines Stückchen im Haus zurück, "lebt" weiter mit einer neuen Funktion, als Quirl.

Weihnachtsbäume 2007 bis 2010

Meine Oma benutzte diese Art an Quirlen tatsächlich und irgendwie glaube ich mich zu erinnern, dass meine Mutter früher unter anderem Puddingpulver damit in die Milch gerührt hat. Auf jeden Fall war so mein schnitzwütiger Bruder in den letzten Ferientagen beschäftigt um keinen anderen Unfug anzustellen.

Dieses Jahr war meine Entäuschung groß nachdem ich die Astspitze abgeschnitten hatte. Die Zweige gingen unsymmetrisch ab und selbst Kater Chewie beschnüffelte das mickrige Geäst wenig überzeugt. Aber egal, es ist Tradition und es wird ein Quirl daraus geschnitzt. Und zum Glück lagen auf der Sammelstelle geeignetere Objekte, insofern man eine richtige Schere dabei hatte.

 
Während ich auf einer der Sammelstellen nach schönen Baumspitzen suchte und mit meiner Baumschere hantierte wollte ein Mann seinen Baum bei mir abliefern und die 2 Euro zur Entsorgung bezahlen :D 
Er wollte es gar nicht glauben, dass er seinen Baum tatsächlich ohne Bezahlung hier abliefern konnte. Ich auch nicht, denn ich hatte bei meiner Sammelstelle um die Ecke diese 2 Euro bezahlen dürfen, doch an dieser Stelle war weit und breit kein offizieller Einsammler zu sehen.


Nun denn. Zum Schluss hatte ich ein paar bessere "Rohlinge" als das vom eigenen Weihnachtsbaum.

Vor dem Entnadeln und Entrinden schnitt ich die Zweige mit einer Gartenschere auf ungefähr die Länge, die sie zum Schluss haben sollen.


Nun musste die Rinde mit den restlichen Nadeln runter. Am besten eignet sich dazu ein Schnitzmesser. Je nachdem wie frisch der Weihnachtsbaum noch war geht das recht flott. Dabei ist es wichtig auf die eigenen Finger zu achten!



Und da liegt er nun zum Trocknen, vor der Feinarbeit mit Schleifpapier, der Weihnachtsbaum 2011 mit neuer Funktion und seine "Brüder".



Weihnachten ist nun tatsächlich zu Ende. Und der Blues? Den fege ich mit den Arbeitsabfällen zur Tür hinaus :D

Mittwoch, 4. Januar 2012

Strickwerk 2012 #1

Kaum hat das Jahr begonnen konnte ich es nicht lassen - Wolle kaufen :-)



Beim Einkaufen entdeckte ich eine Zeitschrift, die von Lebenslust vor Wochen vorgestellt worden war - Lantliv, ein Blättchen für Freunde Nordeuropas und skandinavischer Lebensart. Neugierig blätterte ich in der neuesten Ausgabe herum, ganz und garnicht mit dem Vorsatz das Heft auch zu kaufen. Da fand ich diese Strickanleitung und jeder Vorsatz war wie weggeblasen. Normalerweise stricke ich meine Jacken und Pullover aus dem Bauch heraus oder nach eigenen Entwürfen. Jetzt bekam ich Lust einmal wieder nach einer Anleitung zu stricken!




Leider stand ich bei "meinem" Wollgeschäft vor verschlossenen Türen, als ich mich an einen Tipp einer guten Bekannten erinnerte. Mitte Dezember erzählte sie mir von einem vorübergehenden Fabrikverkauf von Lana Grossa-Wolle in einer Scheune in einem Nachbarort. Ich konnte es kaum glauben, dass dieser noch geöffnet hatte. Da die in der Anleitung angegebene Wolle nicht in Deutschland zu bekommen ist und nur schwierig per Internet zu bestellen las ich mich durch verschiedene Banderolen um eine vergleichbare Qualität zu finden. Fündig geworden gab es wieder ein Problem: Nicht genügend Wollknäuel vorhanden :-(


Jetzt mache ich wieder Werbung.
Quer durch die Pampa machte ich mich dann auf den Weg zum Stammgeschäft des Scheunenverkaufs. Ohne Navi! Nur mit Landkarte und Brille! Und draußen wurde es dunkel. Auto fahren in der Dunkelheit ist seit Jahren nicht mehr mein Ding, wenn vor mir kein Auto die Spur zeigt. Auto fahren auf schmalen Straßen gehört genauso wenig zu meinen Lieblingsbeschäftigungen. In Kombination mache ich solche Geschichten selten bis gar nicht mehr.
Doch es hatte sich gelohnt!
Wer gerne strickt und gutes Material bevorzugt findet eine Goldgrube in Bondorf, Kreis Böblingen: