Freitag, 30. Dezember 2011

Strumpfhosen

Zur Abwechslung mache ich heute ein wenig Werbung und gebe Antwort auf die regelmäßige Frage an mich: "Woher hast Du denn diese Strumpfhosen her?"


Es ist Winter und nicht unbedingt meine Jahreszeit - zu nass, zu kalt, zu dunkel. Gegen kalte Füße stecke ich diese in Stiefel und gegen einen kalten Popo helfen tatsächlich warme Röcke und dicke, warme Strumpfhosen. Jahrelang war es verflixt schwierig gut aussehendes wärmendes Strickwerk für die Beine zu bekommen und ich brachte mir vor allem die gestreiften Modelle nach Besuchen bei meinem Bruder aus England mit.




In den hiesigen Geschäften wurde ich nur selten fündig und nach einem guten Angebot von farbigen, gemusterten Strumpfhosen im Winter 2009/10 ist in den Kaufhäusern wieder neutral stumpfsinniger Alltag eingezogen.


Nachdem dann eine Strumpfhose nach der anderen einfach abgetragen, viel gewaschen in morschen Zustand den Weg zum Mülleimer ging intensivierte ich meine Internetrecherchen. In wusste, dass es in Straßburg ein tolles Geschäft mit einer großen Auswahl gibt - leider ohne Online-Versand - und ich wurde tatsächlich fündig!!


Irgendwann kam ich auf eine wirre, chaotische Internetseite, aber mit einer Fülle an Angeboten rund ums "Beinkleid". Ich versuchte es trotzdem, der erste Testkauf klappte und seitdem bin ich treue Kundin von ...







... http://www.funnylegs.de

Donnerstag, 29. Dezember 2011

Ein geniales Stricknadelsystem

Wer gerne und viel strickt wie ich kennt das Problem, es fehlt immer die passende Stricknadel für das neue Strickzeug. Entweder ist sie unauffindbar oder sie steckt noch in etwas Unvollendetem. Der Einfachkeit halber wird neu gekauft und im Laufe der Zeit sammeln sich Berge an Stricknadeln. Die Folge ist ein Sammelsurium wie dieses:


Chaos!!!

Und das ist nur das Ergebnis von EINEM Griff in EINE Schublade mit Stricknadeln. Da ich noch nicht den Überblick über die diversen Strickkörbe in meinem Haushalt verloren habe, weiß ich was sonst noch an Maschen auf diversen Nadeln verteilt ist. Das bedeutet allerdings auch, die Nadeln sind nicht verfügbar. Äußerst unpraktisch.
Ich könnte natürlich das Strickwerk auf Fäden sichern oder auf andere Nadeln umlegen, doch das ist immer eine unangenehme Fummelei. Lieber kaufte ich in der Vergangenheit neue Nadeln als mir diesen Umstand anzutun bis ich Anfang des Jahres 2011 DIE Lösung für Freunde der Rundstricknadel entdeckte!


KnitPro und Lana Grossa bieten Stricknadelspitzen in verschiedenen Stärken und Stricknadelseile in verschiedenen Längen an.



Spitzen und Seile werden miteinander verschraubt und können je nach Strickmuster getauscht oder durch Knöpfe ersetzt werden, um das Strickwerk ruhig zu legen.




Für die Weihnachtstage hatte ich mir neue Wolle für einen "Winterpelz" geschenkt und mein Stricknadelsystem um die Stärke 9 erweitert. Wie üblich strickte ich Vorder- und Rückenteil parallel zu den Ärmeln und es lief hervorragend mit den vier Nadelseilen und dem einen Set an Stricknadelspitzen. Ruckzuck waren sie nach Bedarf ausgetauscht und es ging auch keine Masche beim Wechseln verloren. Es war wirklich genial damit zu arbeiten.

Der Pullover ist fertig.


Er passt, ich liebe ihn und die Kater auch :D.

Montag, 26. Dezember 2011

Barbarazweige

Ich dachte schon, das wird nichts mit dem Glück für das neue Jahr. An den Kirschzweigen, die ich am 4. Dezember geschnitten hatte veränderte sich gar nichts. Doch gestern meinte ich einen Hauch grün an den Knospen zu erkennen. Jetzt, heute abend, wird es richtig deutlich - die Knospen stehen kurz vor dem Aufbrechen!



  

Morgen sieht man hoffentlich mehr! Und noch ist Weihnachtszeit und die Chancen stehen gut für eine blühende Prognose zum neuen Jahr.

Samstag, 24. Dezember 2011

Fröhliche Weihnachten!



Merry Christmas!

Joyeux Noël!

God Jul!
Feliz Navidad!



Nun noch ein paar Grüße für die Fantasy- und Science fiction-Freunde unter uns:

Ná merye i turuhalmeri! auf elvisch

boch QISmaS! und das ist klingonisch :D

Donnerstag, 22. Dezember 2011

Stoffkörbe

oder

Weihnachtsgeschenke 2011 #3


Noch zwei Tage bis Heiligabend. Jetzt steht Weihnachten wirklich ganz dicht vor der Tür. In der Schule wichteln meine Schüler und ich bin dafür noch auf beinahe verzweifelter Suche nach richtig alten, old fashioned, Weckern - solchen, die so richtig Krach machen, analog und echt. Die Klasse hat beschlossen den zwei Dauerverschläferinnen unter ihnen diese "Unterstützung" zu finanzieren. Aber es sollen für die zwei "Damen" richtige Rasselwecker sein. Bis jetzt waren wir alle erfolglos auf der Suche, denn viel kosten soll es ja auch nicht.

Aber mit den Geschenken für die Meinen bin ich fertig, bis auf ein paar Kleinigkeiten, die noch mit der Post kommen, sollen, hoffentlich.

Mit den Socken für alle, der Plan für die Bescherung 2011, hat es ja wie berichtet nicht geklappt. In einem meiner Strickkörbe dümpelt die einsame Socke immer noch vor sich hin und wartet auf das Klonen. Zum Glück muss gerade dieser Korb weichen, wenn der Weihnachtsbaum ins Wohnzimmer zieht. Ich wünsche der Socke alles Gute und ich hoffe, sie sucht nicht wieder Zuflucht in irgend einem anderen Korb um dann im neuen Jahr plötzlich wieder bei mir aufzutauchen!

Doch was konnte ich stattdessen schenken?

Neue Ideen entwickeln sich immer während der Vorbereitung oder Ausarbeitung einer anderen. So ist es zumindest bei mir nach eigener Erfahrung. Das ist mit ein Grund warum ich nie nur EIN Strickzeug herumliegen habe, oder beim Nähen eines Objekts oft schon der Stoff für das nächste bereit liegt.
Nicht anders erging es mir auch jetzt wieder als ich Stoff für die Weihnachtsgeschenke #2 nachkaufen musste. Der Stoffladen war voller Kundinnen und ich vertrieb mir die Zeit mit Stoffen anschauen und befühlen, Musterbücher blättern, ... als ich mich bei einem Stoff an eine Schaufensterauslage erinnerte mit einem Stoffkorb, den ich völlig überteuert fand. Mit diesem Stoff zwischen den Fingern war eine neue Weihnachtsgeschenkidee geboren - ich nähe Stoffkörbe!




Zuerst der Schnitt.
Erster Schritt - Internet. Nichts Brauchbares gefunden, also wieder selbst ist die Frau. Ansonsten, ich bin ja der Mathematik fähig und kann einen Kreisumfang berechnen :-)
Der Schnitt für den Boden lässt sich mithilfe eines Zirkels ruckzuck zeichnen.

Bleiben die Maße der Stoffbahn für die Seiten. Die gewünschte Höhe, d.h. die Breite der Stoffbahn kann frei gewählt werden. Ich entschied mich für 20 cm plus zwei Mal Saumzugabe = 21,5 cm.
Zur Feststellung der Länge brauche ich die Formel für den Kreisumfang:
U=2πr.
Wenn der Stoffkorb einen Bodendurchmesser von 20 cm haben soll rechne ich plus Saum mit einem Radius von 10,75 cm und komme auf einen Umfang von 67,51 cm. Rechne ich noch zwei Mal 0,75 cm für die Nahtzugabe dazu komme ich auf 69 cm.
21,5 cm und 69 cm lassen sich gut mit Maßband und Schneiderkreide direkt auf den Stoff zeichnen und ich verzichtete auf einen Papierschnitt.





Pro Stoffkorb braucht man zwei Böden und zwei Stoffbahnen. Ich verwendete keine Füllwatte zum Polstern oder Vlieseline zur Stabilisierung der Körbe, damit die Körbe besser zu Waschen sind. Aber ich verwendete fest gewebten Baumwollköper als Material, vergleichbar mit Jeansstoff, der meines Erachtens nach genügend Stabilität gibt um Obst oder Brötchen am Wegkullern zu hindern.






Und sie halten noch viel mehr aus. Was es sonst noch an Kleinigkeiten gibt packte ich gleich in die Körbe mit hinein. Wie viele Stoffkörbe ich genäht habe? Viele :D



Sonntag, 18. Dezember 2011

4. Advent

oder

Mutter Annas - Tag


Der größte Teil unserer am 1. Advent gebackenen Weihnachtskekse ist in der Regel schon vor Heiligabend vertilgt wenn ich mich kurz vor dem Fest noch an Annas butterzarte Schokomandelwürfel wage. Jetzt ist die Bauchregion schon genug in die Breite geweitet, dass dieser sündhafte Genuss auch nichts mehr ausmacht.
Warum wir diese Leckerei Mutter Annas nennen weiß keiner mehr so richtig, genauso unklar ist die Herkunft des Rezepts. Ich bekam es von einer Freundin weiter gereicht, die es selbst schon von jemandem hatte und diejenige von jemanden anderen, die es von noch jemand anderen irgendwoher herauskopiert bekommen hat.  Entsprechend sieht die Kopie der Kopie der Kopie auch aus. Gerade noch lesbar mit zum Alien mutierten Lebkuchenmann.



Hauptbestandteile sind, wie der Originalname verspricht: Schokolade und Mandeln, Zucker, viel Butter und Eier, aber nur ganz wenig Mehl.

Ganz genau:
500 g grob gemahlene oder gehackte Mandeln
2 Tafeln zartbittere, geraspelte Schokolade
135 g Zucker
135 g Butter
35 g Mehl
1 Päckchen Vanillzucker
5 mittelgroße Eier
3 Esslöffel Rum, optional
2 Packungen Kuvertüre

Die Mandeln kaufe ich gestiftelt, das ist dann nur noch die halbe Arbeit sie mit dem Messer zu hacken.


Die Schokolade zu reiben artet leicht in eine Schmiererei aus, weshalb ich lieber mit kleinen Stücken arbeite und die Reste dann wieder mit dem Messer hacke.


Alle Zutaten ...



 ... gut vermischen.


Die Masse auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech ungefähr 1 cm hoch verteilen und im vorgeheizten Backofen ca. 18 Minuten bei 175°C backen.

Gut auskühlen lassen.

UND

Vor gierigen Katern schützen!




Chewie liebt Schokolade und findet selbst den kleinsten Krümel. Zur Not holte er sich das Schokoladenpapier aus dem Mülleimer. Ewig hungriger Harry leistete bisher immer gute Vorarbeit und brachte jeden noch so verkeilten Mülleimerdeckel auf um an Wurst-, Käse- und Butterpapier zu kommen, oder an die leeren Katzenfuttertüten. Das was er nicht verwenden wollte, wie Schokoladenpapiere überließ er gnädig seinem Bruder. Allerdings ist für die beiden seit einer Woche diese Spielwiese geschlossen. Der neue Mülleimer schließt deutlich besser und Harry kam bisher nicht hinter den Schließmechanismus. Ich traue es ihm jedoch zu dieses Problem zu lösen.

Zurück zu Mutter Annas. Nachdem das Gebäck ausgekühlt ist wird die Oberfläche mit geschmolzener Kuvertüre bestrichen.


Ist die Schokolade ausgehärtet werden kleine Würfel geschnitten. Spätestens jetzt ist es Zeit für eine erste Kostprobe - und da muss es nicht unbedingt ein Randstück sein :D



Damit nicht alles im Magen und danach auf den eigenen Hüften landet sollten die Würfel so schnell wie möglich in Blechdosen zum Verschenken verpackt werden.


Nicht vergessen, eine Dose bleibt im Haus :D!!

Freitag, 16. Dezember 2011

Resteverwertung

Hurra!

Sie ist unterwegs, meine Weihnachtspost!
Gestern schob ich den Stapel Briefe in den gelben Kasten, die eine weitere Reise vor sich haben und heute schickte ich die auf den Weg, die im "Ländle" bleiben. Ein paar Weihnachtskarten hoffe ich selbst noch vorbeibringen zu können. Zu Weihnachten gehört auch der eine oder andere aufgefrischte Kontakt dazu.

Nach dem großen Schnippeln, Schneiden, Kleben meiner Weihnachtskarten folgte nun das Aufräumen all der Papierreste, die teilweise von meinen Katern in alle möglichen Ecken der Wohnung verschleppt worden waren. Zu ihren Favoriten zählten die Papierstreifen aus denen ich die Kugeln (Bömbchen) herausgeschnitten hatte. Was sich sonst noch an Resten und Schnippeln fand schob ich erst einmal auf dem Tisch zusammen, um es dann in den Papierkorb zu schieben. Irgendein Gedanke, Impuls ließ mich dabei jedoch noch einmal inne halten.

Hmm. Ich schaute mir das Sammelsurium an.


Hmm? Ich sortierte den Haufen etwas um.



Hmm! Idee - da geht doch was!



Und da ist sie wie Phönix aus der Asche - die letzte Weihnachtskarte, auferstanden aus der Resteverwertung.

Montag, 12. Dezember 2011

Weihnachtskarten 2011

Jetzt ist sie wirklich fertig, meine persönliche Kartenedition Weihnachten 2011.


So war es auch schon vor mehr als einer Woche. Nach zwei nächtlichen Bastelmarathons lagen die Karten vor mir. Voller Stolz und Euphorie meldete ich dies schon einmal auf Facebook, packte noch ein Foto dazu und dann kam die Ernüchterung als ich mir hinterher den Post anschaute. Erst einmal holte ich tief Luft um dann heftig den Kopf zu schütteln und gleichzeitig kategorisch die spontane Idee zu verwerfen, dieses Jahr statt "Fröhliche Weihnachten" ein "Bombiges Fest" zu wünschen. 

 
Die stilisierte Christbaumkugel, die soviel Aufwand bei der Herstellung gemacht hatte wirkte neben Weihnachtsbaum und Weihnachtsstern eher wie eine Bombe. Das geht nun mal gar nicht. Weihnachten soll das Fest des Friedens sein und die Vorweihnachtszeit eine Zeit der Besinnung, selbst wenn mein Umfeld mich seit Wochen eher auf die Palme bringt. Statt "süßer die Glocken nie klingen" gibt's "Hör mal wer da hämmert"! Meine Gutmütigkeit ist weich geklopft und vielleicht war es Intuition, eine Art Therapie, dass statt stilisierten Weihnachtskugeln Bömbchen entstanden.




Mir war es jedoch ein Bedürfnis sie etwas zu entschärfen und so bekam jedes noch ein Sternchen als Highlicht - nicht als Zünder! :D

Sonntag, 4. Dezember 2011

2. Advent #2

oder Weihnachtsfreude

Meins :D



Mittwoch, 30. November, gegen 20:00 Uhr
Mein Blick fällt auf den Post-it am Bildschirm: "Tu Dir was Gutes, solange Du Dich noch hast!"
Ich stelle fest: "Blödsinn. Gut gemeint dahergesagt. Dämlicher Allgemeinplatz. ..."
Zweiter Gedanke: "Das Ding schmeiß ich jetzt weg."
Dritter Gedanke: "Halt! Nachdenken."

Mittwoch, 30. November, gegen 20:30 Uhr
O2 gecheckt
Vodaphone gecheckt
Telekom gecheckt
... überlegen
Bankkonto gecheckt
... rechnen

Mittwoch, 30 November, gegen 20:35 Uhr
Die Waschmaschine quietscht und ächzt sich mal wieder wie kurz vor Exitus aus. Ein Zeichen?
... überlegen
Telekom gecheckt, einen anderen Tarif entdeckt und mit dem auf der Startseite verglichen.
... rechnen
Zum Ergebnis gekommen, dass ich niemals nie 748 SMS in zwei Jahren verschicken werde und 100 Euro mit einem Tarif sparen kann.
... überlegen

Mittwoch, 30. November. gegen 20:40 Uhr
Ich starte Vergleichsrechnungen. Was könnte ich von dem Geld sonst noch machen? Schuhe vielleicht? Au, ja!! Wolle für einen neuen Pullover wäre auch toll. Quatsch - ich kaufe mir mal wieder einen von der Stange. Dazu vielleicht noch einen neuen Schal. Urlaub, wegfahren.

Tschupp - und da tönt plötzlich ein Stimmchen von einer Schulter:
Karin, Karin, Karin, denk doch an die Waschmaschine und Deinen maroden Herd. Dein Auto ist neun Jahre alt, da kann jetzt auch so das eine oder andere kommen. Und überhaupt, Deine Kinder, die Wohnung, die Kater, ...

Tschupp - und noch eine Stimme, allerdings von der anderen Seite:
Komm, lass Dich nicht verrückt machen. Sei nicht so knickerig. Pack Deinen Optimisten aus. Der Herd wird noch eine Weile funktionieren, die Waschmaschine sich weiterdrehen, die Kater sind gesund, Deine Kinder groß, das Auto läuft und steht gut da. Also, was soll's?

... überlegen

Mittwoch, 30. November, gegen 20:50 Uhr
Auf meinen Schultern sitzen immer noch Engelchen und Teufelchen und geben sich einen Schlagabtausch. Inzwischen denke ich, die zwei arbeiten mit vertauschten Rollen oder wissen selbst nicht so recht welche Rolle sie eigentlich spielen.

Engelchen: Wozu brauchst Du denn sowas? Du hast doch ein Handy.
Teufelchen: Hör nicht auf die Zicke. Dein Handy ist alt.
Engelchen: Schau mal, es funktioniert doch, selbst der Akku. Und das nach soo vielen Jahren.
Teufelchen: Tss, Akku. Denk an das kleine unbeleuchtete Sichtfeld und Deine Schwierigkeiten beim Lesen der SMS.
Engelchen: Du kannst doch Deine Brille aufsetzen um die Uhrzeit und Deine SMS lesen zu können.
Teufelchen: Schau mal, dann hast Du auch eine Kamera.
Engelchen: Du hast doch eine Digi-Kamera.
Teufelchen: ... und Internet.
Engelchen: Internet hast Du am Computer.
Teufelchen: Denk an Deinen iPod, auf den Du nicht verzichten magst und der nicht mehr so richtig will. Du könntest dann ...
Engelchen: Denk lieber daran, was das alles zusätzlich kostet ...
Teufelchen: Du könntest dann Deine Musik und Hörbücher auch damit hören.
Engelchen: Du brauchst Dein Geld doch für Wichtigeres, sei vernünftig.
Teufelchen: ..., komm mach, los, Du hast das Geld doch verdient.
Ich: RUHE!

Mittwoch, 30 November, gegen 20:55 Uhr
Starren Blickes am Bildschirm sitzend denke ich, dass Engelchen auch was verflixt teuflisches an sich hat.
Mein iPod spinnt schon wieder. Was kostet eigentlich ein neuer iPod?

Mittwoch, 30. November, gegen 21:00 Uhr
Ich beschließe keine Stunden mehr in die Entscheidung pro und contra Smartphone/iPhone zu investieren.
Seit Anfang des Jahres mache ich daran herum. Immer wieder siegte die Vernunft und ich ärgerte mich hinterher. Dann hieß es: "Warten! Das neue iPhone kommt!". Also wartete ich. Dann war es nicht DAS iPhone was sich alle versprochen hatten.
Engelchen, wie Teufelchen von den Schultern schiebend klicke ich auf der geöffneten Telekom-Seite auf "Kaufen".

Mittwoch. 30. November, gegen 21:02 Uhr
Das Telefon klingelt. Es sind meine Eltern. Schwupps sind Engelchen und Teufelchen wieder an ihrem Platz, jedes auf Verstärkung hoffend. Ich klicke trotzdem weiter, tippsel meine Daten in den Rechner, telefoniere, erkläre womit ich gerade beschäftigt bin und bekomme dann auch noch Besuch von Kater Chewie auf der Tastatur!

Mittwoch, 30. November, gegen 21:10 Uhr
Endlich sind alle Daten eingegeben, Chewies "Fehleingaben" korrigiert und ich stehe vor meinem letzten Klick vor der Bestellung - den Telefonhörer, mit Mutter am Ende der Leitung, immer noch am Ohr.
Engelchen: Du wirst doch nicht!
Teufelchen: Tu es!
Mutter: Schlaf noch mal drüber!
KLICK

Donnerstag, 1. Dezember
Warten.

Freitag, 2. Dezember
Warten.
Die 24 Stunden angekündigte Lieferzeit sind längst vorbei. Die Telekom meldet: Auslieferung in der nächsten Woche.
:(

Samstag, 3. Dezember, 9:30 Uhr
Email von der Telekom - die Lieferung ist unterwegs.
Ich rechne wieder.
Ich überlege wieder.
Als gewünschte Lieferzeit hatte ich abends zwischen 17:00 und 22:00 Uhr von Montag bis Freitag angegeben. Demzufolge wird die Lieferung wohl am Montag sein und AARGH ich genau an diesem Montagabend mal nicht zuhause. Schulkonferenz. Blöd, Blöd. Blöd.
... nachdenken
Nur nicht blockieren lassen und erst mal zur Tagesordnung zurückkehren. Anziehen und einkaufen gehen.

Samstag. 3. Dezember, 10:27 Uhr
Es klingelt an der Tür. Post!!!
Aufregung, Anspannung.
Ein Blatt unterschreiben. Noch ein Blatt unterschreiben. Und noch einmal auf dem Display des Postlers eine Unterschrift abgeben und das Päckcken in den Arm gedrückt bekommen.

Meins!

Samstag, 3. Dezember, 10:32 Uhr
Päckchen in die Küche gebracht, SWR 3 spielt von Falco "Egoist" - cool - und ich singe mit.
Frage:
Auspacken oder einkaufen gehen?

Samstag, 3. Dezember, gegen 16:30 Uhr
Endlich ist fertig eingekauft, der Haushalt einigermaßen im Schuss, die Staubsaugerdüse hat den Geist aufgegeben, sollte aufgeschraubt und repariert werden. Aber was soll's. Jetzt wird ausgepackt.

Meins!



Das soll alles sein? Großes Paket, fast nichts drin. 


Kein Handbuch. Ich nehme zum ersten Mal mein iPhone in die Hand. Lese mir die T-Mobile-Papierchen durch, bin irritiert, beschließe mich lieber noch eine Weile einfach so zu freuen und packe mein iPhone wieder ein.
Zum Glück entdecke ich beim Einpacken das "Schlüsselchen" zum Öffnen des Sim-Kartenschachts und Jan ruft an.
Etwas mutiger und dank Google schaffe ich es dann mit der Sim-Karte.

Aber dann?

Die eine Anleitung sagt Sim-Karte rein, Pin eingeben und los.
Die andere teilt mit, dass die Sim-Karte automatisch nach 24 Stunden entsperrt ist und das Gerät ausgeschaltet bleiben muss.

Na toll. Ich fühle mich wie ein Kind an Weihnachten. Spielzeug ok, aber die Batterien fehlen.

Sonntag, 4. Dezember, gegen 19:00 Uhr
Immer noch kein Netz, Sim-Karte gesperrt, Spieltrieb ausgebremst.
... überlegen
Morgen vormittags und nachmittags Schule, dann noch Schulkonferenz. Es ist wie es ist und wie Herbert Grönemeyer in "Unfassbarer Grund" singt:
Die Welt ist forsch und auch gemein,
das Leben könnt nicht besser sein.

Morgen dann :D

2. Advent #1

und Barbaratag ...


Auf dem Tisch steht endlich doch noch ein Adventskranz, allerdings mit noch etwas sparsamer Bestückung. Den Katern gefällt es trotzdem und sie räumen in Regelmäßigkeit die Strohsterne ab. An der Wohnungstür mussten sich die Eulen verabschieden und zum Überwintern ins Kellerexil ausweichen. Nach Weihnachten dürfen sie dann wieder ans Licht. Für sie hängt jetzt ein Türkranz aus Reisig am Eingang, geschmückt mit kleinen Holzfiguren aus dem Erzgebirge, die aus den tiefsten Tiefen meiner Weihnachtskiste aufgetaucht waren. Jedes Stück mit Erinnerungswert und einer Geschichte. Am liebsten hätte ich alle Figürchen dran gehängt, aber so viele Zweige mit Aufhängekapazität und -stabilität gab der Kranz als Kränzle nicht her.



Beinahe war ich zu spät dran mit meiner Entscheidung doch noch die Adventszeit mit Kränzen zu verbringen, denn in den Gartenmärkten rüsteten sie letzte Woche auf Weihnachtsbaumverkauf um. Kränze gab es nur noch in äußerst übersichtlicher Anzahl und Qualität - Resteverkauf auf einem Krabbeltisch. Egal, es ist wie bei Weihnachtsbäumen: Angeputzt sind sie alle schön. Trotzdem fand ich es befremdlich schon an einem 3. Dezember, 21 Tage vor Weihnachten nur noch vor spärlichen Restbeständen an Weihnachtsartikeln zu stehen. Ähnlich ging es mir dieses Jahr mit der Sommerbepflanzung meiner Balkonkästen. Anfang Mai war es zu kühl und nass zum Pflanzen und Ende Mai gab es keine Geranien mehr, aber schon die ersten Astern <großes Kopfschütteln>.

Nass und kühl war es auch heute morgen, als ich mich auf den Weg machte Kirschzweige für den Barbaratag zu schneiden. Eigentlich kann jede Art von Obstbaumzweigen oder anderen blühenden Sträuchern geschnitten und ins Wasser gestellt werden. Wenn sie an Weihnachten blühen, soll es Glück für das kommende Jahr verheißen. Aberglaube lass grüßen, wir können nächstes Jahr einen Happen davon gebrauchen und so wollte ich dieses Jahr dann auch wirklich Zweige von einem Kirschbaum haben. Wenn schon Aberglaube dann richtig, oder? Ich erinnerte mich an ein altes knorriges Exemplar hinter einem der Nebengebäude meiner Schule. Vor dem Baum angekommen musste ich zu meiner Enttäuschung feststellen, auch andere hatten den Weg zu ihm gefunden. Keinen einzigen brauchbaren Zweig mit Knospenansätzen gab es mehr in Greif- und Schnittweite eines menschlichen Armes, dafür jede Menge frischer Schnittflächen zu sehen. Da stand ich nun mit meiner kleinen Rebschere und überlegte wer in meinem Bekanntenkreis eine Baumschere mit Teleskopstange besitzt, ärgerte mich meine Maler-Teleskopstange mit dem zweckentfremdeten Lackierrollerhaken (gemeinsam gibt das Gebinde ein hervorragendes Werkzeug zu Dekorationszwecken in großen Höhen ab) unerreichbar in der Schule stehen zu haben, denn ohne solche Geräte kam ich nicht an die herrlichen Zweige weit über meinem Kopf heran. Aber aufgeben geht nicht. Ich wagte mich in das umliegende Gebüsch hinein um den Kirschbaum besser von der anderen Seite begutachten zu können. Der Weg durch Dornen und Gestrüpp sollte sich lohnen. Mittendrin lag ein abgebrochener Ast auf den wohl ein anderer Ästedieb zum Schutz seiner Schuhe und Kleidung lieber verzichtet hat. Mein Glück :D