Mittwoch, 30. November 2011

Adventsschmuck

Es ist Advent und ich habe immer noch keinen Adventskranz, weder einen in grün noch ein Alternativmodell, wie ich letztes Jahr einen hatte. Ich könnte natürlich einen meiner von der Decke hängenden Kerzenleuchter adventlich bestücken, aber irgendwie kann ich mich dazu nicht aufraffen. Wenn ich bis zum 2. Advent keine Inspiration habe wird es wohl zum ersten Mal KEINEN Adventskranz bei mir geben - oh oh oh. Ich spare mir meine Kreativität für den Weihnachtsbaum auf :D

Solange schmücke ich mich, wie in alter Tradition selbst. Elf Monate mussten meine Miniweihnachtskugeln im Regal ausharren.


Jetzt folgen sie adventlich wieder ihrer Bestimmung und glänzen an mir am goldenen Ohrring. Welch ein Spaß und, mal gespannt ob es, wie jedes Jahr, fast bis Weihnachten dauert bis jemand die Kugeln an mir entdeckt.

Montag, 28. November 2011

Adventskater

Da hängen sie wieder am Wohnzimmerfenster, meine Sternengirlanden aus Pergamentpapier. Morgens, wenn die Heizung hochfährt und ich den Rollladen öffne bewegen sie sich im warmen Luftstrom. Kater Chewie und Harry lieben diese Momente, ganz besonders mit etwas Morgensonne, wie heute morgen.
Vor dem Fenster in der Tanne tummelten sich zudem die Meisen rund um die Tannenzapfen und futterten sich die kleinen Bäuche voll. Katzenkino vom Feinsten!


Sonntag, 20. November 2011

Strohsterne

oder

Vorbereitungen zum Advent

Eigentlich kein schlechter Zeitpunkt die Herbstdekoration wegzuräumen und die Fenster zu putzen, das letzte Wochenende im Kirchenjahr mit seinem Totensonntag. Ende November bin dann auch ich soweit mich und mein Umfeld auf Weihnachten einzurichten. Ich liebe all diesen Weihnachtsschnickschnack, doch bitte nicht schon im Oktober sondern alles zu seiner Zeit. Dieses Jahr fiel dieser Zeitpunkt glücklicherweise nicht ganz so trüb aus. Der Nebel lichtete sich tagsüber rund um Stuttgart und gab der Sonne die Chance für etwas Wärme und vor allem Licht zu sorgen.
Wie gesagt, das Wochenende vor dem ersten Advent ist für mich das Startwochenende für Weihnachten und dieses Jahr hätte ich das beinahe verschlafen. Der 1. Advent ist ja schon am 27. November!! Also ran an die Fenster und putzen was das Zeug hält. Tausend Dank an Ute! Sie suchte Ideen für einen Zeitungsartikel über Adventskalender und mir fiel unser alter Kalender mit Strohsternen ein. Die Sterne fand ich sofort aber nicht den dazugehörigen Wandbehang. Deshalb verteilte ich die Sterne für ein Foto auf dem Wohnzimmervorhang, hängte dafür die Herbstdeko ab, sah die schmutzigen Fenster, freute mich über den schon vergessen geglaubten Sternenkreis, überlegte mir ihn dieses Jahr wieder zu nutzen und kam dabei ins Rechnen - uups - Weihnachten steht vor der Tür!




Unser Strohsternadventskalender hing ursprünglich nicht an der Wohnzimmergardine, sondern an einem bestickten Wandbehang. In der Woche vor dem ersten Advent räumte ich dafür eine Wand in der Wohnung von Bildern frei. Jede Nacht im Dezember pinnte ich darauf einen Strohstern, dass ein Sternenkreis entstand. Der 23. Stern schloss den Kreis und in der Nacht zu Heiligabend erschien dann der größte Stern im Zentrum. 


Für die Kinder gab es die Geschichte vom Weihnachtsengel, der jede Nacht an unserem Haus vorbeiflog und einen Stern bei uns ließ. Ylva malte dazu etliche Bilder von denen eines erhalten blieb. 


Jan staunte jeden Morgen und war der festen Überzeugung, so viele schöne und unterschiedliche Sterne könnten nur Engel machen. 


Als ich einmal eine Nacht vergaß den nächsten Stern aufzuhängen war ich in echter Erklärungsnot. Zum Glück war es eine neblige Nacht gewesen und ich entschuldigte den Weihnachtsengel mit Orientierungsschwierigkeiten. Die Sicht war so schlecht gewesen, dass er den Weg nicht gefunden hatte.

Dieses Jahr werde ich diesen Adventskalender tatsächlich wieder benutzen und für die weitere Dekoration zusätzliche Strohsterne herstellen. Dazu habe ich mir Strohhalme besorgt - schwierig! Alle Bastelläden um die Ecke existieren nicht mehr. In Stuttgart gibt es nur noch einen mir bekannten "alten" gut sortierten Bastelladen mit zivilen Preisen. Daneben sprießen top durchgestylte Deko-Hype-Geschäfte in bester Lage, die neben Fix-und-Fertig-Bastelpaketen schon noch das eine oder andere echte Rohmaterial einzeln anbieten, allerdings zu Apothekenpreisen. Was bleibt ist das Internet. Aber dort zu stöbern macht nur halb soviel Spaß wie in einem Bastelgeschäft. Dort kann ich anfassen, vergleichen, kaufen, gleich mitnehmen und zuhause sofort ausprobieren. 
Ich bekam glücklicherweise ein Beutelchen Strohhalme im Schreibwarenladen um die Ecke. Sie waren nicht in der Qualität, wie ich sie mir gewünscht habe. Insgesamt waren die Halme zu dünn. Aber egal.

1. Schritt zum Strohstern: Strohhalme in Wasser einweichen.




2. Schritt: Strohhalme (wenn sie weich sind) spalten und aufbügeln.







3. Schritt: Vier Halme mit einem Faden zusammenbinden und den Faden verknoten.




4. Schritt: Zwei solcher Sternenbündel übereinanderlegen und mit einem Faden miteinander verbinden.




5. Schritt: Die Halmenden mit der Schere formen.




Sonntag, 13. November 2011

Ein einfacher Rock

Nähstube eröffnet!


Es ist nicht so, dass ich nicht gerne Shoppen gehe. Gerne würde ich den einen oder anderen Euro in diversen Bekleidungsgeschäften und Boutiquen liegen lassen. Doch es scheint so, als ob die Bekleidungsindustrie ihre Kollektionen fern meiner Figur produziert. Sicher, es ist nicht so einfach Mode für alle herzustellen, doch ich komme meist frustiert aus der Anprobe. Vielleicht suche ich in der verkehrten Modeabteilung, doch im Bereich Mode für große Größen und für die gepflegte ältere Dame fühle ich mich absolut deplatziert.

Ich weiß ich bin in den 50ern.
Ich merke selbst, wie sich meine Figur verändert, wie sich die Rundungen vom Pobereich zum Bauch umverlagern - hinten platt und vorne ausgebeult. Die Taille schwindet und trotz aller Gymnastik mutiert aus Kurven ein zerbeulter Zylinder. Trotzdem ist es mein Körper und ich möchte ihn "ordentlich" eingepackt haben.

Jetzt stand mir der Sinn nach Rock und meinen Ringelstrumpfhosen. Die Strumpfhosen sind zum Glück aus Strickware und passen sich jeder Figur an - ob vorne platt und hinten rund oder umgekehrt, sie passen, noch. :D
Nicht so bei den Röcken. Die sind auf Taille ausgelegt, egal in welcher Größe, und nicht auf zerbeulte Zylinderfigur. Nachdem ich wieder genug Zeit und Frust in Anprobekabüffchen verbracht hatte - wenn der Bund zu schließen war schlackerte das Teil wie ein Sack um mich herum und wenn der Rock um Po und Hüfte passte ging der Knopf am Bund nicht zu - entschied ich mich für "Selbst-ist-die-Frau" und kaufte mir Stoff und Reißverschluss im Stoffgeschäft meines Vertrauens. Auf ein Schnittmuster verzichtete ich, einfach davon ausgehend, dass die Schnittmusterindustrie auch von Konfektionsgrößen jenseits meiner Realität ausgeht.


Ich vertraute auf mein Maßband und meine Erinnerung, wie ich früher Röcke genäht hatte. Vom Bund/Taille bis zur Hüfte 17 cm und dann noch 26 cm Rocklänge dazu. Taille messen, Hüftumfang messen ... vielleicht auf Papier übertragen
zuschneiden ...




Reißverschluss heften ...


Reißverschluss einnähen ...


restliche Nähte schließen ...


Verschluss annähen ...



Fertig!






Als Rockstoff hatte ich mir einen gewalkten Wollstoff ausgesucht, der auch dehnbar ist. Einen solchen Stoff hatte ich bisher noch nicht verarbeitet und er dehnte und dehnt sich mehr, als ich beim Anfühlen erwartet hatte. So folgte Nähte trennen und neu nähen.
Aber jetzt ist der Rock fertig, passt, mit Luft zwar :D, weil ich die Dehnbarkeit des Stoffes einfach falsch eingeschätzt habe, aber er sitzt ohne Schlackern, ist schön warm und voll geeignet für die Gelage der kommenden Weihnachtszeit!!!

Freitag, 11. November 2011

Weihnachtsgeschenke 2011 #2

Trübe Novembertage drücken auf das Gemüt. Allerdings brauche ich mir diese Tage keine Sorgen darüber zu machen in irgendwelche Dauertiefs zu versinken.
Neue Eigentümer in der Wohnung direkt über mir rütteln mich im wahrsten Sinn des Wortes auf und schütteln mich von einem Gemütszustand in den nächsten. Mit schwerem Gerät wird bis in die letzte Ecke grundsaniert, Wände herausgeklopft, Kacheln und Putz abgeschlagen, Böden herausgerissen und Türzargen rausgestemmt. Da bleibt in meinen Schränken kein Glas an seinem Platz. Alle Wände und Möbel vibrieren. Ständig scheppert es irgendwo in meiner Wohnung. Auf meinen offenen Regalen in der Küche schob ich heute in regelmäßigen Abständen Öl- und Essigflaschen wieder zurecht um sie vor dem Absturz zu retten. An das Badezimmer und die Toilette dachte ich nicht. So hüpfte die Seifenschale in das Waschbecken, Parfumfläschchen kippten um und der Schminkspiegel rutschte von der Ablage um in tausend Splitter auf dem Boden zu zerschellen. Prompt ging mir während der Trümmerbeseitigung der Gedanke durch den Kopf: Spiegelscherben bringen sieben Jahre Unglück! Aber was ist wenn ich daran nicht schuld bin? Oje, dieser Aberglaube!!!

Jetzt ist jedoch wieder herrliche Ruhe. Draußen ist es dunkel, trüb, Nebel kommt auf - ein Novemberabend eben.

Trotz oder gerade wegen des Unruhezustands von oben hatte ich keine Chance durch die Novembertristesse vor dem Fernsehgerät zu versumpfen. Telefonieren ging auch nicht. Ich konnte dank elektrischer Meißelhammer mein eigenes Wort nicht verstehen, war zum Schweigen verdammt und blieb zum Schluss surfend am Rechner hängen. Es weihnachtet ja so langsam an und ich hoffte auf ein paar Ideen für Geschenke zum nähen, stricken, basteln, kochen, ... kaufen.

Klar wurde ich fündig :D
Ein Geschenk für meine Lieben kommt jetzt sogar bis aus Korea. In London hätte ich es auch bekommen können, doch da waren die Portokosten dreimal so hoch wie eben aus Korea.
Eine andere Website brachte mich auf eine Idee für meine Weihnachtswerkstatt, die ich sofort umsetzte. Tatsächlich sofort.

  • Gesehen.
  • Schnitt gezeichnet.
  • Autoschlüssel gesucht, gefunden.
  • Ins Stoffgeschäft nach Holzgerlingen gefahren.
  • Stoff gekauft.
  • Heim gefahren.
  • Stoff zugeschnitten.
  • Gesteckt, genäht, ...
Von der gefundenen Idee bis zur Fertigstellung in Serie dauerte es rekordverdächtige drei Tage.


Und mehr kann ich zum jetzigen Zeitpunkt nicht zeigen und verraten, weil es Weihnachtsgeschenke sind!




Was Chewie und Harry von der Lärmattacke von oben halten?




Als echte Briten bringt sie nichts aus der Ruhe. Hauptsache die Futterschüssel wird pünktlich gefüllt.

Samstag, 5. November 2011

Herbst im Haus

Herbstzeit, Erntezeit, Zeit des Sammelns. Herbst beginnt für mich mit den ersten Kastanien. Ich kann nicht wiederstehen mich nach ihnen zu bücken, wenn ich eine auf der Wiese unter den Bäumen liegen sehe. Ehe ich mich versehe sind ruckzuck zuerst die Hände voll und dann noch meine Taschen. Keine Jackentasche ohne Kastanie.



Danach kommen normalerweise die Walnüsse. Mengen davon sind entlang des Sommerrains in Stuttgart beim KEKS-Haus zu finden. Da der Neubau noch nicht fertig ist entfiel das Sammeln dieses Jahr, dafür brachten meine Eltern ihr Sammelgut von ihrem Bodenseeurlaub mit.
Äpfel von Nachbarn, Maronen und Kürbisse vom Bauern, Zapfen aus dem Wald (und einer aus Spanien), Quitten von dem Wiesenstreifen am Altenheim meiner Tante, ein paar Getreidestängel vom Wegrand, der einzige Granatapfel aus meinem Balkongarten (die Zitrone ist noch nicht reif), eigener Lavendel, Dolden voller Sonnenblumenkerne und Hagebuttenzweige - alle diese Herbstrelikte sammelte ich nacheinander in einem Körbchen auf dem Balkon bevor ich sie in die Wohnung holte. Von den Sonnenblumen und Hagebutten musste ich mich jedoch verabschieden. Das Katzennetz verhindert zwar das Ausbüchsen meiner zwei Grauen aber ist kein Hindernis für die Meisen vor unserem Haus. Ganz gezielt fliegen sie das Netz an, klammern sich an einem Querfaden fest, legen die Flügel an und flutschen so durch die Netzöffnungen auf den Balkon. Genauso geht es nach geglücktem Beutezug wieder nach draußen in die Freiheit. Aber es blieb genug für meinen Erntekorb der zum Schluss doch noch ein wenig rote Farbtupfer bekam - statt Hagebutten leuchten ein paar eigene Chilis.

Herbst auf dem Balkon

Jetzt ist der Herbst wirklich da. Hatte es Mitte Oktober noch einmal in meinen Balkonkästen geblüht wie es dies den ganzen Sommer nicht gewollt hat ging den Geranien und den Petunien nun doch "die Luft aus". Die ersten Pflanzen ließen durch die Nächte kurz gefrostet matschig die Blätter hängen. Signalgeber für Balkongärtner wie Gartenbesitzer spätestens jetzt alles bereit für den Winter zu machen, so wie der Rauhreif morgens auf den Autos den Startschuss gibt an die Winterbereifung zu gehen.


Oleander, Zitronenbäumchen und Chilipflanzen sind schon seit mindestens zwei Wochen in ihren Winterquartieren. Sofort sah der Balkon nackt und kahl aus. Da fand ich im Gartenmarkt zwischen den Grabgestecken hübsche kleine Erikabäumchen, wie ich sie noch nicht gesehen habe. Sie gefielen mir so gut, dass ich von den vier Exemplaren zwei mitnahm. Und auch gleich noch ein wenig Efeu und davon ein Pflänzchen und noch eins von dem anderen :D und danach erinnerte ich mich wieder, warum ich eigentlich dorthin gegangen war - Tannenzweige zum Abdecken der Blumenkästen besorgen.

Zwar blühen in meinem Streifen "Garten" vor dem Balkon noch die Rosen, doch alles andere ist mit Tannenreisig, Buchsbaum, Efeu und Erikapflanzen verpackt und bereit für die Weihnachtsbeleuchtung und den Winter.