Freitag, 21. Oktober 2011

Katze im und auf Karton

Harry liebt Kartons
um darauf zu sitzen
um sich darin zu verstecken
zum reinkuscheln
zum Spielen
und um seine Krallen zu schärfen natürlich auch.
Nichts macht so herrlich Dreck wie Krallen wetzen auf Wellpappe, außer Scharren im Katzenklo natürlich.

Die Größe des Kartons spielt keine große Rolle. Harry akzeptiert alle, wenn er sich nur irgendwie darin aufhalten kann, auch „zusammengefaltet“.

Momentan sind zwei Kartons in Benutzung. Einer mit herrlich raschelndem Papier, das ich regelmäßig wie eine benutzte Bettdecke aufschüttle, weil es vom letzten Schlaf wieder platt gedrückt ist. Aus dem anderen warf Harry alle Utensilien heraus, die ich ihm angeboten hatte. Wahrscheinlich um den knappen Platz in ihm besser ausnutzen zu können.


Kartons geben allerdings auch herrliche Sitzmöbel ab. Nur leider mangelt es ihnen für meine sechs und sieben Kilogramm schweren Katerbrocken an Stabilität. Einmal im Sprung mit Schwung erobert gibt auch ein fester Karton einfach nach und faltet sich zusammen.

Nun gibt es ja so tolle Katzenkratz- und Sitzmöbel, die ich schon ganz gerne meinen beiden Grauen gegönnt hätte. Wenn da nicht der Preis wäre! Da selbst das edelste Designerkratzteil nach Inbetriebnahme nicht mehr ganz so edel aussieht überlegte ich lange, ob sich eine solche Anschaffung lohnt. Ich entschied mich für nein, allerdings erst nachdem ich eine Idee hatte.

In der Altpapierkiste in meiner Schule sammelten sich nach einer großen Bücherbestellung Berge an großen zusammengefalteten Kartons. Die Putzfrau konnte diesen Berg kaum bewältigen um ihn zu entsorgen. Ein Teppichmesser fand sich nicht so schnell, aber es steht neben der Papierkiste die große Schneidemaschine der Schule und ich bot mich an mit ihr die Kartons zu zerschnippeln damit sie besser transportiert werden konnten. Ich schnitt und stapelte die Stücke auf. Wie dann der Stapel in die Höhe wuchs kam mir der Gedanke, alle Stücke gleich groß zu schneiden und ich dachte so bei mir: Das ist es! Das müsste doch aufeinander zukleben sein, zu einem Katzenkratz- und Sitzmöbel.

Gesagt, getan. Et voilà – schon am Nachmittag war mein erster Katzenkratzwürfel fertig, sah gut aus und wurde von beiden Katern sofort angenommen - ja sogar verteidigt, dass ich noch aus kleineren Reststücken einen zweiten Klotz kleben musste.




Ein Dreivierteljahr später sehen die Klötze deutlich benutzt aus. Auf den Sitzflächen haben die Krallen Löcher hinterlassen. 


Die Ecken sind abgerundet und ausgefranst. Lässt die Liebe zu einzelnen Kartons immer nach einiger Zeit nach, bei den Klötzen hält sie ungebrochen - Lieblingsplätze zum Sitzen und Kratzen.


Und in der Schule wächst der Stapel an Rohstoff für neue Würfel.


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