Montag, 24. Oktober 2011

Handstulpen ...


... oder halbe Handschuhe, Pulswärmer oder wie sie sonst noch heißen sind für mich als Stadtmensch die beste Lösung meine Hände im Winter warm zu halten. Bieten sie doch gleichzeitig die Chance von absoluter Bewegungsfreiheit der Finger und sie müssen nicht ständig aus- oder angezogen werden. Das schützt vor Verlust von Handschuhen.

Sicher, wenn es knackig kalt draußen ist und es für einen Spaziergang raus in den Wald geht, inklusive Schnee anfassen <igitt>, müssen andere Handschuhe her. Doch für den normalen Alltag benutze ich seit vielen Jahren fingerlose Modelle.

Mein Urmodell strickte ich mir nach einer Anleitung aus einer Frauenzeitschrift, ich glaube es war die Für Sie, Mitte bis Ende der 1970er Jahre. Zu der Zeit studierte ich noch und ich fand die Idee von fingerlosen Handschuhen, die mit einer Klappe versehen zu Fausthandschuhen umfunktioniert werden konnten, genial.

 
Bei den Folgemodellen verzichtete ich jedoch auf die Fäustlings-Klappen. In Benutzung wärmten sie zwar, doch aufgeklappt waren mir zu oft im Weg. An Variationen versuchte ich viele. Mal mit angesetzten Fingern, mal ohne. Das andere Paar mit langen Stulpen bis knapp zu den Ellenbogen oder nur kurz bis über das Handgelenk. Auch die Daumenöffnung lässt sich variieren, entweder wird sie wie ein unvollendetes Daumenloch gestrickt, oder es wird einfach ein Schlitz gearbeitet, senkrecht oder waagrecht.


Nachdem ich jahrelang mit meinen „bestulpten“ Händen und Handgelenken beschmunzelt wurde, beobachtete ich eine Art Renaissance der Stulpen in den letzten Jahren. Inzwischen strickte ich wärmendes für Hand und Handgelenke auf Wunsch wieder für andere und eins meiner Modelle reiste sogar bis an die Küste der Antarktis.

Beim letzten Modell änderte ich jetzt das Grundmuster beim Stricken. Ich probierte ein Zopfmuster, wie ich es auf einer Internetseite gesehen hatte.

 
Noch ein Weihnachtsgeschenk ;-).

Sonntag, 23. Oktober 2011

Stiefelhalter

Als begeisterte und überzeugte Stiefelträgerin stehen etliche Paare in Reih und Glied in der Schuhecke. Problem, je höher der Schaft umso kippfreudiger sind diese und es stellt sich ein Dominoeffekt ein. Das sieht dann immer gleich so unaufgeräumt aus.
Abhilfe schaffen Stiefelspanner, klar. Die sind nicht billig und sehen nicht gut aus. Aus diesem Grund steckte ich lieber eine gerollte Zeitung in den Stiefelschaft. Das verhinderte das Umfallen genauso gut. Und vom Preis-, Leistungsverhältnis sah es vielleicht einen Tick besser aus ;-)
Da fiel mir beim Suchen nach etwas ganz anderem in meinen Bastelschubladen ein Rest Pappmaché in die Hand ...


Eine Truppe Katzenkopfkegel übernimmt seither die Stabilität der Stiefelschäfte ...


... und schaut sich aus ihnen heraus um.


Freitag, 21. Oktober 2011

Katze im und auf Karton

Harry liebt Kartons
um darauf zu sitzen
um sich darin zu verstecken
zum reinkuscheln
zum Spielen
und um seine Krallen zu schärfen natürlich auch.
Nichts macht so herrlich Dreck wie Krallen wetzen auf Wellpappe, außer Scharren im Katzenklo natürlich.

Die Größe des Kartons spielt keine große Rolle. Harry akzeptiert alle, wenn er sich nur irgendwie darin aufhalten kann, auch „zusammengefaltet“.

Momentan sind zwei Kartons in Benutzung. Einer mit herrlich raschelndem Papier, das ich regelmäßig wie eine benutzte Bettdecke aufschüttle, weil es vom letzten Schlaf wieder platt gedrückt ist. Aus dem anderen warf Harry alle Utensilien heraus, die ich ihm angeboten hatte. Wahrscheinlich um den knappen Platz in ihm besser ausnutzen zu können.


Kartons geben allerdings auch herrliche Sitzmöbel ab. Nur leider mangelt es ihnen für meine sechs und sieben Kilogramm schweren Katerbrocken an Stabilität. Einmal im Sprung mit Schwung erobert gibt auch ein fester Karton einfach nach und faltet sich zusammen.

Nun gibt es ja so tolle Katzenkratz- und Sitzmöbel, die ich schon ganz gerne meinen beiden Grauen gegönnt hätte. Wenn da nicht der Preis wäre! Da selbst das edelste Designerkratzteil nach Inbetriebnahme nicht mehr ganz so edel aussieht überlegte ich lange, ob sich eine solche Anschaffung lohnt. Ich entschied mich für nein, allerdings erst nachdem ich eine Idee hatte.

In der Altpapierkiste in meiner Schule sammelten sich nach einer großen Bücherbestellung Berge an großen zusammengefalteten Kartons. Die Putzfrau konnte diesen Berg kaum bewältigen um ihn zu entsorgen. Ein Teppichmesser fand sich nicht so schnell, aber es steht neben der Papierkiste die große Schneidemaschine der Schule und ich bot mich an mit ihr die Kartons zu zerschnippeln damit sie besser transportiert werden konnten. Ich schnitt und stapelte die Stücke auf. Wie dann der Stapel in die Höhe wuchs kam mir der Gedanke, alle Stücke gleich groß zu schneiden und ich dachte so bei mir: Das ist es! Das müsste doch aufeinander zukleben sein, zu einem Katzenkratz- und Sitzmöbel.

Gesagt, getan. Et voilà – schon am Nachmittag war mein erster Katzenkratzwürfel fertig, sah gut aus und wurde von beiden Katern sofort angenommen - ja sogar verteidigt, dass ich noch aus kleineren Reststücken einen zweiten Klotz kleben musste.




Ein Dreivierteljahr später sehen die Klötze deutlich benutzt aus. Auf den Sitzflächen haben die Krallen Löcher hinterlassen. 


Die Ecken sind abgerundet und ausgefranst. Lässt die Liebe zu einzelnen Kartons immer nach einiger Zeit nach, bei den Klötzen hält sie ungebrochen - Lieblingsplätze zum Sitzen und Kratzen.


Und in der Schule wächst der Stapel an Rohstoff für neue Würfel.


Dienstag, 18. Oktober 2011

Weihnachtsgeschenke 2011 #1

oder:

Die einsame Socke


Mein Weihnachten sieht vor, dass wenn geschenkt und beschenkt wird die Geschenke mindestens zu 50 % aus der eigenen Werkstatt stammen müssen. Zielwert sind die 100 %, doch da Weihnachten und die Adventszeit eine Zeit der Muße, Besinnung und Ruhe sein sollen will ich mich nicht unter Stress setzen und bleibe bei einer Vorgabe, die zu schaffen ist und meist überboten wird. Das führt zu einem positiven Gefühl :-) - mein persönliches Nikolausgeschenk. Weil es einfach dazu gehört stürze ich mich natürlich auch den einen oder anderen Tag in Kaufhäuser, Läden und Weihnachtsmärkte. Doch mit mir lässt sich kein Weihnachtsgeschäft ankurbeln und Umsatz machen.

Es ist Mitte Oktober. Längst kann man sich in den Supermärkten mit Dominosteinen, Stollen und Lebkuchen eindecken. Erste Weihnachtsmänner grinsen einen an. Und ich weiß von Menschen, die jetzt schon ihre Geschenke für den Gabentisch komplett haben. Weihnachten beginnt für viele schon im frühen Herbst.

Doch ich begann dieses Jahr schon viel früher.
Meine Weihnachtsvorbereitungen begannen im Januar! Ich hatte Großes vor nach dem strengen Winter 2010/11. Das Ziel war: Stricksocken für alle! Pro Monat ein Paar schien problemlos machbar in Rückbesinnung auf meine Silvester-Neujahrssocken, die ich früher fabrizierte – einen Socken im alten Jahr und den anderen an Neujahr. Die Idee fand auch in der Familie Anklang, also begann ich wie gesagt im Januar.

Mitte Januar fragte mich meine Mutter ob ich nicht ein Paar Socken außer der Reihe schon jetzt für ihre Schwester stricken könnte. Sie klagte über kalte Füße und ihre gestrickten Socken, die sie gerne im Bett anzieht hätten schon einmal bessere Tage gesehen. So versuchte ich das angefangene Paar Strümpfe durch festeres Stricken und dünnere Stricknadeln im Fußbereich an die schmalen kleinen Füße meiner Tante anzupassen. Das klappte natürlich nicht und ich hatte ein seltsam geformtes, nicht verschenkbares Sockenpaar produziert. Meine Tochter nahm es dann mit. Ihr passte es gerade mal so und zuhause oder im Stiefel sieht ja keiner die Ungebilde. Hauptsache es wärmt.

Zweiter Anlauf.
Die erste Socke war ruckzuck fertig. Von Anfang an mit weniger Maschen gestrickt klappte es auch mit den Proportionen von Bein- und Fußteil. Alles perfekt.
Die zweite Socke zog sich zwar etwas – man hat ja auch noch anderes zu tun, als Socken stricken und es war Zeugniszeit – doch sie wurde noch im Februar fertig. Grundsätzlich war das Ziel erreicht: Ein Paar Socken in einem Monat.
Beim Vernähen der Fäden kam mir jedoch etwas seltsam vor. Der Schaft bzw. das Beinteil von einem Socken sah deutlich schmaler aus als beim anderen. Beim genaueren Hinsehen hatte ich meine vorgezogene Bescherung! Ich hatte bei einem Socken ein anderes Strickmuster verwendet und so kein Sockenpaar sondern zwei unterschiedliche Socken.

Mir war nach Fluchen, Schimpfen, Tassen zertöppern. So blond kann doch selbst die blondeste Blondine nicht sein! Ich war es aber.

Mit Todesverachtung strickte ich einen passenden weiteren Socken in einem der Muster. Sämtlicher Spaß war mir vergangen. Ich strickte nur weiter um dieses eine Paar zum Ende zu bringen. Mitte März war es dann pünktlich zu Tantes Geburtstag fertig. Ob sie ihre Socken anzieht weiß ich nicht. Auf meine Sockenkiste legte ich vorerst einen Deckel und schob sie in eine Ecke, wo ich sie jetzt wegräumen muss um Platz für einige Balkonpflanzen zum Überwintern zu machen.

Socken für alle wird es dieses Weihnachten nicht geben.
Es bleibt eine einsame übrig gebliebene Socke aus den Anfangstagen und eine eigentlich gute Idee.


Montag, 17. Oktober 2011

Eulen vor die Tür tragen

Herbst ist es draußen vor der Tür und an ihr selbst hing außen lange noch das Sommergebinde zur Dekoration. Das musste geändert werden, doch wie?
Schon für den Sommer hatte ich keine Idee – da lag es wahrscheinlich daran, dass der Sommer keiner war und wurde. So holte ich die Mohnblumen im Korb vom letzten Jahr noch einmal aus dem Keller hervor. Nach einem halben Jahr aus den Augen gefiel es mir wieder und den Gästen an der Tür auch. Zumindest ließ keiner einen Ton verlauten, der irgendwie auf die Wiederholungstat hinwies - weder positiv noch negativ – was mir dann doch zum Denken gab.
Im Herbst musste was Neues her! Doch was? Womit?
Bei jedem Spaziergang durch die Herbstsonne ging mein Blick über Felder, Büsche und Gräser. Im Wald knirschten die Eicheln unter meinen Füßen. Ich hätte sie händeweise mit einmal Bücken aufsammeln können, doch was mit ihnen tun? Nichts inspirierte mich wirklich. Deshalb probierte ich es mit pünktlich Schlafen gehen. Zum einen leide ich eher unter Herbst- als unter Frühjahrsmüdigkeit und bin der Jahreszeit entsprechend müde. Zum anderen kommen mir die besten Ideen im Schlaf. Im Ernst! So oft bin ich schon nachts aufgestanden um die Lösung eines Problems auszuprobieren oder aufzuschreiben, wie ich sie gerade geträumt hatte. Nicht immer verstehe ich das Gekritzel am nächsten Morgen J aber häufig ist es lohnenswert. Dieses Mal lohnte es sich nicht. Was tun?
Ich kümmerte mich erst einmal um die Herbstdekoration für die Schule. Dort habe ich kein Problem damit, die des letzten Jahres zu verwenden. Die Schüler freuen sich sogar, wenn sie ihr Bastelwerk vom Vorjahr wieder aufhängen dürfen und sehen das als Wertschätzung ihrer Arbeit.

Ablenkung tut gut, etwas ganz anderes zu tun ist noch besser. Ich suchte im Internet nach Material für das Thema „Leben im Luftmeer“ und landete irgendwann nach Stunden über die Bildersuche in ganz andere Welten und auf ein Bild und darüber auf einen weiteren Link. Das war es!

Nachdem ich lange genug mit der Maus geklickt hatte machte es zur Abwechslung auch einmal in meinem Kopf „klick“. ‚Das probierst du aus’, war mein Gedanke, und hatte zuerst die Idee damit eine leere Ecke in der Schule zu dekorieren.
Eigentlich wollte ich NIE wieder etwas mit Klopapierrollen in der Schule oder sonst wo machen und nun sammelte ich sie aus dem Altpapierkorb heraus, holte Farbe aus der Schublade und suchte nach den schwarzen Filzschreibern. In einer knappen Stunde hatte ich sechs Rollen gefaltet, teilweise farbig mit Acrylfarbe bemalt und ihnen mit schwarzen Filzschreibern Gesichter gegeben. Sechs Eulen mit Charakter standen vor mir, die ich lieber selber behalten, als in die Schule schicken wollte. Mit der Heißklebepistole auf einen alten Rosenast geklebt, von dem ich mich bisher nicht trennen konnte, sitzen die Eulen nun als Herbst-Wächter vor meiner Tür.


Und meine Eulen wurden bemerkt, beschmunzelt und Favoriten aus ihnen gewählt. Den bisherigen Champion verrate ich nicht. Noch dürfen Stimmen abgegeben werden welche Eule am besten blinzelt.

Mittwoch, 12. Oktober 2011

Obst ans Fenster hängen

Am Wohnzimmerfenster hängt inzwischen die Herbstdekoration, dieses Jahr aus getrockneten Quitten, die ich auf Nylonfäden aufgefädelt habe.

Dazu hobelte ich die Quitten in feine Scheiben, legte sie auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech und trocknete diese bei ca. 100°C ungefähr 1 1/2  Stunden im Backofen. Abgekühlt und auf Fäden aufgezogen hängen sie nun am Fenster und scheinen zu leuchten wenn die Sonne durch sie hindurch scheint.



Letztes Jahr trocknete ich Birnen- und Apfelscheiben um sie ins Fenster zu hängen. Dabei gefiel mir die runde Form der Apfelscheiben besser als das unregelmäßige Halboval der Birnen. Aber die Wirkung im Sonnenlicht war bei dne Birnenscheiben deutlich schöner. Getrocknete Apfelscheiben sind lecker, ohne Frage, aber selbst im grellsten Scheinwerferlicht lichtundurchlässig. Durch getrocknete Birnen dagegen fällt Licht wie durch Pergament, wenn sie dünn genug geschnitten worden sind. Eine mühsame Geschichte und 50 % Ausschuss garantiert.




Dieses Jahr dachte ich, Quitten sind nicht ganz so oval wie Birnen, sind runder, beinahe wie Äpfel, aber von der Konsistenz vielversprechend. Quitten schrumpfen jedoch enorm beim Trocknen und verlieren stark ihre Form und ihre wunderschöne Struktur nach dem Schneiden. Wenn mir für nächstes Jahr nichts Neues einfällt werde ich wieder Birnen trocknen.







Freitag, 7. Oktober 2011

Spinnerei oder einfach nur echte Katerwolle

Menschen verlieren Haare, Tiere auch, ganz besonders Haustiere! Wir erlebten das schon bei unserem heißgeliebten Kaninchen Sunny. Da es das ganze Jahr auf dem Balkon lebte - als Kampfkaninchen brauchte es ein eigenes Territorium - hatte es im Frühjahr und Herbst einen ordentlichen Fellwechsel. Entsprechend flockte es zu diesen Zeiten um sich herum, dass ich mir irgendwann einmal diese Haarbüschel genauer anschaute und sie zwischen meinen Fingern zu verzwirbeln versuchte. Das gelang prima mit einem Faden als Ergebnis. Wir begannen die Fellflocken zu sammeln um sie dann, so war zumindest der Plan, irgendwann in ferner Zukunft zu Garn für einen wärmenden Pullover spinnen zu können. Kaninchen haben keine hohe Lebenserwartung und Sunny wurde sogar sieben Jahre alt, aber zu mehr als zwei Meter Sunnywolle kam es letztlich nicht.

Sommer 2010 - zwei Kater zogen bei mir ein, Chewbacca (genannt Chewie) und Harry (eigentlich Harrison nach Harrison Ford), ein unzertrennliches Team wie ihre Namensgeber aus Star Wars. Auch sonst passen die Namen, Chewie der Tapsigere und unverständlich "Gesprächige", daneben Harry der Draufgänger. Aber abgesehen davon sind es Haustiger, die dort wo sie sich bewegen oder abliegen Berge an Haare fallen lassen. Um dem entgegenzuwirken bürste ich fleißig Fell und jeder Strich durch dieses holt ganze Büschel aus dem Unterfell heraus. Und dann liegt es da, die Ausbeute einer Bürstaktion.



Bis jetzt bin ich noch nie auf den Gedanken gekommen die Haare aus meiner Haarbürste oder dem Kamm zu sammeln und weiterzuverarbeiten. Aber nachdem ich meine Kater zum ersten Mal gebürstet hatte erinnerten mich die Büschel sehr an die unseres Kaninchens und vor allem Chewies Haare an Cashmere, Kaschmirwolle die ich vor vielen Jahren einmal gesponnen hatte. Statt in den Eimer wanderte nun jede Portion herausgebürsteter Katerhaare in eine Tüte bis eine zum Spinnen lohnende Menge erreicht war. Das Frühjahr war erwartungsgemäß ergiebig. Fast zu ergiebig oder die Sammeltüte zu klein, denn das gesammelte Katzenhaar begann zu verfilzen. Damit es gesponnen werden konnte musste ich es zusätzlich kardieren, d.h. durch spezielle Kämme ziehen, damit die Haare wieder in einer Richtung liegen. Aber der Aufwand lohnte sich. Am Ende hatte ich beinahe 35 g Katerwolle versponnen und zweifädig verzwirnt.


So wie die Katerchen weiterflocken sammle und bürste ich weiter. Inzwischen ist wieder so viel "Wolle" zusammen, dass sich das Spinnrad wieder dreht. Das Schöne daran, Chewie und Harry lieben es, wenn ich spinne. Ob sie wissen, dass ihre Haare dabei verzwirbelt werden?




Sonntag, 2. Oktober 2011

Sommerquilt 2011

Mitte August kam die Idee nach dem Gedanken: Wenn der Sommer draußen vor der Tür nicht so richtig in die Gänge kommen will hole ich ihn mir mit seinen Farben in die Wohnung hinein.
Gesagt, getan und mit einem Blick erfasst wohin ich einen sommerlichen Quilt platzieren könnte. Weiter ging es an den Stoffschrank. Ein herrliches Gefühl in Stoffen zu wühlen, Farben und Muster zu gruppieren und neu zu arrangieren. Doch wie immer in dieser ersten Phase eines Quilts hatte ich das Gefühl, viel zu wenig Stoff zu haben, neues Material zu benötigen und ungeheure Lust in Stoffgeschäfte abzutauchen. Das Problem zeigte sich sofort. Mein Lieblingsstoffgeschäft in Maichingen, der Fabrikverkauf von Zweigart und Sawitzki, hat im August immer Betriebsferien. Das bedeutete entweder eine Woche Zwangspause oder ich schaue mal in kleineren Geschäften vorbei. Es kribbelte mir so in den Fingern mit dem Nähen zu beginnen, dass ich die etwas teurere Alternative 2 wählte. Nebenbei erwähnt, hinterher verwendete ich nur einen der zuletzt gekauften Stoffe :D . So endet es jedoch immer. Es bleibt immer genug Stoff übrig, dass mindestens ein zweiter Quilt gearbeitet werden könnte.


Als alle Stoffe gewaschen waren und die Zeichnung fertig konnte es losgehen. Zuschneiden. 325 Quadrate.


Ein Ausschnitt vom fertigen Quilt.

Und dann geschah es doch noch, das worauf ich während meiner Sommerferien täglich gewartet hatte - es wurde Sommer, tatsächlich Sommer mit warmen Tagen und lauen Nächten. Was tun? Jetzt konnte ich mich doch nicht im Nähstübchen aufhalten! Aber ich wollte genauso wenig auf die Näherei verzichten! ... Wer sagt denn eigentlich, dass nur im Haus genäht werden kann, darf, soll? Wenn ich mir die Sonne nicht ins Haus holen kann, kann ich mir die Nähmaschine ins Grüne stellen. Freiluftnähen! Tolle Sache. Kann ich nur weiter empfehlen. Dabei kam mir entgegen, dass ich mich bei diesem Patchwork und Quilt für ein einfaches Grundmuster, das von seinen Farben lebt, entschieden hatte. Ob es die frische Luft war, das Vogelgezwitscher, Bienengesumm oder das Katerschnurren meiner zwei pelzigen Mitbewohner, auf jeden Fall motivierte jeder warme Sonnenstrahl das Wachsen des Patchworks und ich beendete diesen ersten wichtigen Teil des Quilts in einer persönlichen Rekordzeit - in zwei Tagen!






In der Zwischenzeit gingen die Betriebsferien "meines" Stoffladens zuende und ich stand vor der Entscheidung, einen Stoff für die Rückseite des Quilts auswählen zu müssen. Das ist immer schwierig, vor allem aber dieses Mal, weil ich mich vor dem Nähbeginn nicht am vorhandenen Stoffangebot orientieren konnte. Endlich schien ein Stoff mit passenden Farben und Mustern gefunden zu sein. Leider war davon zuwenig vorhanden. Meine Enttäuschung war groß! Da entdeckte ich beim Zusammenfalten aus den Augenwinkeln einen etwas versteckt liegenden, falsch einsortierten Ballen mit Blau- und Gelbtönen in unregelmäßigen Punkten. Hoffnung! Eigentlich genau das, was ich suchte. Also faltete ich mein Patchwork wieder auseinander und legte ihn auf den Stoffballen - Treffer! Und es war sogar genügend Material auf dem Ballen. Durch die gelben Punkte konnte ich jetzt auch mit einem gelben Quiltgarn weiter arbeiten. Eine ungemeine Erleichterung für meine müden Augen und die Chance selbst abends bei Lampenlicht quilten zu können. Die Stiche mit einen dunklen Faden kann ich selbst bei guter Ausleuchtung nicht mehr so gut erkennen.


Es geht voran.
Nachdem ich das Wohnzimmer großflächig geräumt und den großen Teppich zusammengerollt hatte war genügend Fläche vorhanden Patchwork, Futter und Quiltrückseite zusammenzustecken. Ehrfurchtsvoll schlichen meine zwei Kater immer rund um das Geschehen. Keiner von beiden wagte es auch nur einen Fuß auf den Quilt zu setzen - das sollte sich später ändern. Aus dem Internet hatte ich den Tipp, die Sicherheitsnadeln nicht mehr geschlossen aufzubewahren, sondern geöffnet in einem weithalsigen Einmachglas. Wer über 100 Sicherheitsnadeln erst öffnen muss um sie dann nach dem Stecken in die Stoffschichten wieder zu verschließen weiß diesen Tipp zu schätzen. Genauso praktisch erwies es sich zum Schließen der Sicherheitsnadel einen Schraubenzieher unter das spitze Ende zu legen. Jetzt genügt nur noch ein leichter Druck auf das Teil mit dem Verschlusshütchen und die Nadel selbst springt fast von alleine in die Kerbe. Kein Fingerverbiegen mehr nötig und die Stoffschichten verrutschen nicht mehr so leicht.



Jetzt konnte das Quilten beginnen, die Zeit der wunden Fingerkuppen. Zum Glück gibt es Fingerhüte und die praktischen Latex-Fingerlinge aus der Apotheke. Ohne diese bekomme ich die kurze Quiltnadel nicht fest in den Griff. Überhaupt, mit den Quiltnadeln stand ich dieses Mal ziemlich auf Kriegsfuß. Ruckzuck waren sie krumm und es ließ sich mit ihnen keine gerade Linie mehr sticheln. Es brauchte seine Zeit bis ich mit diesem Problem umzugehen verstand. Insgesamt quiltete es sich dieses Mal etwas einfacher, denn ich fand einen neuen Quiltrahmen zum Zusammen- und Feststecken, den Cotton Patch Superframe. Eine tolle Möglichkeit sich das Quilten zu erleichtern, wenn man keinen Quilttisch zur Verfügung hat. Dazu erleichterte ich mir vor allem abends das Sticheln mit einer Nählupe. 

Drei Wochen brauchte es dann noch bis der Quilt Nummer 8, mein zweiter Sommerquilt, fertig war und eingesetzt werden konnte.











Samstag, 1. Oktober 2011

Angekommen!

Seit Tagen puzzel ich am Projekt BLOG herum, teste Anbieter, lese mich durch AGBs und Anleitungen, tipsel erste Texte, kämpfe mich durchs Kleingedruckte, raufe mir die Haare und werfe zum wiederholten Mal einen Kater von der Tastatur. Es ist zum Verzweifeln.

Bin ich zu alt oder zu blond um einen Blog, wie ich ihn mir vorstelle zusammenzubauen?

Dies ist mein letzter Versuch bevor ich mir erneut die Frage stelle: "Wozu das Ganze?", das Projekt als gescheitert abhake und meine Weihnachtspost auch 2011 wie üblich verschicken werde - Weihnachtsrundbrief mit Weihnachtskarte in Papierform verschickt per gelber Schneckenpost - ohne "Bonusprogramm". Grundidee war nämlich über das Jahr Tagebuch zu führen und in meinem Weihnachtsrundbrief auf mein Tagebuch, oder Blog hinzuweisen, wenn jemand mehr über mein Jahr lesen möchte als im Rundbrief steht.

Von der Idee ging's an den Computer und ich googelte nach den besten Blog-Anbietern. Es gab Mengen zu Lesen und ich entschied erst einmal darüber zu schlafen. Es gab viel zu lesen und entsprechend viel musste ich darüber schlafen :-).

Der erste Versuch zu Bloggen ging trotz aller Planung voll daneben - viel Text ging ins Daten-Nirwana ein.


Dann begann ich während der Sommerferien einen neuen Quilt und ich fand es schade keine Plattform zu haben die Entwicklung Schritt für Schritt zu dokumentieren. Der Quilt wurde fertig, das Projekt zu bloggen dümpelte weiter in der Idee- und Planungsphase, doch jetzt wollte ich es wirklich wissen.

Dies ist mein dritter Versuch mit dem dritten Anbieter. Schauen wir mal, was daraus wird.